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Abgemixed mit Christopher Rau, Bicep und Poolside

Offensichtlich scheint der Winter viele DJs zu beschäftigen. Nur bei Bicep ist immer tropischer Sommer: heiß und feucht.

Alle zwei Wochen veröffentliche ich hier die Highlights aus meiner Soundcloud-Timeline, passend so kurz vorm Wochenende, damit ihr auf eurer lächerlichen WG-Party endlich mal vernünftigen Scheiß anmachen könnt und die Best-of-90s-Playlist bei iTunes mal einen Abend Auszeit hat. Außerdem könnt ihr dabei einen auf ganz cool machen und so tun, als würdet ihr live am Laptop mixen. (Damit kriegt man die meisten Weiber ab, ich weiß, wovon ich rede.) Also Vorhang auf für die neueste Ausgabe von Abgemixed.

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Bicep

Bicep veröffentlichen schon seit längerem ohne Rücksicht auf irgendwelche Konventionen House, dem wirklich kein Tanzbein widerstehen kann. Wenn die Jungs aus Nordirland auflegen, wird‘s erst richtig spaßig. Und mit spaßig meine ich, dass Bicep Perlen aus ihrem unfassbaren Schallplattenarchiv fischen, die 90er-Housenerds ein debiles Dauergrinsen ins Gesicht zaubern. Das andere ist der nicht zu ignorierende Sex-Appeal. Jetzt mal abgesehen von der guten alten Frage, ob es angebracht ist, sich ohne Shirt durch Clubs zu bewegen, wenn du auch nur die im Entferntesten einen Hang dazu hast, wirst du nach spätestens 27 Minuten von diesem Mix dein Shirt über deinem Kopf wedeln. Und du wirst es dir nicht mehr anziehen wollen. Und selbst wenn du dich einigermaßen beherrschen kannst und dein Shirt anbehältst, bei Bicep ist die Tanzfläche immer heiß und feucht. So lieben wir das.

Christopher Rau

Rau kommt ursprünglich aus dem HipHop, es ist deshalb nicht weiter erstaunlich, dass seine Sets immer mal wieder Richtung Soul oder Funk driften. Aber wir wissen ja alle um den engen Verwandtschaftsgrad zwischen House und Soul, und Rau arbeitet das gegen Ende des ersten Drittels dieses Mixes ziemlich gekonnt heraus, nur um uns dann direkt in die düstersten Untiefen des Minimalhouse zu stürzen. Dort liegen wir dann erstmal hilflos und frierend, aber Rau wirft ein Strickleiter hinterher, an der wir ganz langsam wieder nach oben Klettern. Ein tanzbarer Mix und zugleich eine Gehirnreise, ziemlich fetter Scheiß.

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Herbst zu Wintermix mal zwei

Es ist ein sehr verbreitetes Phänomen unter DJs, Mixes zur jeweiligen Jahreszeit zu produzieren. Vielleicht weil sich die Stimmung eines langen Sommerabends ebenso gut in einem Housemix einfangen lässt, wie der einbrechende Winter. Letzteres ist natürlich aktuelles Jahreszeitenmix-Thema Nummer eins und deswegen haben wir diese Woche gleich zwei Beispiele.

Poolside

Da wäre das Season Change Fall/Winter Mixtape von Poolside. Das Duo aus Los Angeles dürfte den Einbruch des Winters ein wenig sanfter erleben, als wir es hierzulande gewohnt sind und sanft ist auch der Mix. Angenehm sanft. Dabei leicht verjazzt, äußerst funky und mit wie nicht anders zu erwarten deutlichsten Wurzeln im Disco. Groß. Allerdings wäre da ja noch das kühle deutsche Gegenstück:

Krink

Krink ist bekannt für brutal tanzbare, immer mal ins poppige tendierende House-Sets, in einem Mix mit dem Namen „Almost Winter“ erwarten wir aber natürlich nordische Kälte und düstere Tiefen. Die uns Krink dann auch sofort gibt. Der Kontrast zu Poolside könnte auf den ersten Eindruck kaum größer sein, aber dann zeigt sich, dass Krink doch immer wieder zu Melodien, Vocals und Wärme tendiert, auch im Winter.

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Ayke auf Twitter: @tamidemusic

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