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Wie Madonna langsam aber sicher komplett durchdreht

Entweder gehst du als Pop-Prinzessin in die Musikgeschichte ein oder du bist lange genug im dreckigen Business, um als böse Hexe zu enden.

von Noisey Staff und Julius Wußmann
18 März 2016, 10:00am

Vor genau einem Jahr haben wir das erste Mal öffentlich und ganz ohne Zurückhaltung kundgetan, dass Madonnas Macken ihr langsam aber sicher über den Kopf wachsen. Unsere im Folgenden weiter ausgeführte These bekam gestern wieder neues Futter. Bei ihrem Auftritt am Mittwochabend in Brisbane (Australien), kam die Sängerin anstatt wie angegeben um 21 Uhr, einfach geschmeidige zweieinhalb Stunden später auf die Bühne. Um 23.30 Uhr begann ihre Show dann, die Fans waren zu diesem Zeitpunkt schon mächtig genervt. Ihre Ausrede ist aber auch stark: „Es ist eure Schuld, wenn ihr so früh kommt. Das ist das Problem. Bleibt zu Hause, macht euch die Haare schön, schminkt euch, trinkt einen Tequila. Oder rollt euch einen dicken (Joint).“

All das wäre den anwesenden Gästen wahrscheinlich wirklich lieber gewesen, denn die Show selbst, die Madonna daraufhin ablieferte, war nicht gerade großartig. Etwas wacklig und irgendwie beschwipst hampelte sie bei „Like a Virgin“ über die Bühne, dass einem die Freunde über die Anwesenheit der vermeintlichen Königin des Pop noch mehr verging. Hier ein kleiner Ausschnitt der Show:

Wann haben wir eigentlich damit angefangen, Madonna als „Queen of Pop“ zu betiteln und noch viel wichtiger: Wann entreißen wir ihr endlich wieder die Krone? Denn musikalisch ist sie mittlerweile so relevant wie ein neue Ausgabe der Bravo Hits. Du wirst dich jetzt wahrscheinlich zu Recht fragen, ob es diese Sampler eigentlich immer noch gibt und genau das ist der Punkt: Würde Madonna ihren wohlverdienten und hart erarbeiteten musikalischen Ruhestand antreten, würde das vermutlich weniger Menschen stören, als ihr lieb wäre. Vielmehr würden wir doch alle kurz applaudieren und ihr einen gesunden Lebensabend wünschen, um uns dann unseren jungfräulichen, Madonna-freien Playlisten zu widmen.

Aber nein, seit Jahren versucht sie krampfhaft, alle angesagten Pop-Sternchen zu übertrumpfen. Natürlich nicht musikalisch. Die Frau liebt eben minutiös geplante Skandälchen. Dass dabei ihr eigentliches Produkt, die Musik, in der öffentlichen Wahrnehmung auf der Strecke bleibt, ist unvermeidbar und wohl auch hinnehmbar. Wer weiß schon noch, welches Album sie promotet hat, als sie damals Britney und Xtina geküsst hat? Dass ihre absurde Selbstdarstellung bei all den Promo-Stunts und unhöflichen Aktionen siehe Brisbane immer mehr aus dem Ruder läuft, scheint sie dabei nicht zu reflektieren. Aber dafür gibt es ja Noisey.


Der Frankreich-Nazi-Deutschland-Vergleich

Dinge, die du auf jeden Fall tun solltest, wenn du entspannt mit einem Franzosen plauderst: Ziehe einen Vergleich vom heutigen Frankreich und dem Dritten Reich. Schließlich gibt es so etwas wie Respekt vor historischen Befindlichkeiten doch gar nicht und die müssen doch selbst merken, dass in Paris zurzeit Zustände herrschen wie in Berlin zu Hitlers besten Zeiten. Stimmt’s, Madonna? Im Gespräch mit dem französischen Radiosender Europe 1 erklärte sie, Frankreich sei einmal so ein tolerantes Land gewesen, in welchem Freiheit in all seinen Formen spürbar war. Das sei jetzt komplett verschwunden, die derzeitige Intoleranz und der Antisemitismus seien beängstigend, nicht nur in Frankreich, sondern in ganz Europa, aber am stärksten in Frankreich. Das erinnere sie doch sehr an Nazi-Deutschland.


Der erzwungene Tequila-Stürzer

Diese Geschichte wurde durch den Boulevard gekotzt: Madonna zwingt ihre Interviewpartner Tequila zu trinken. Dabei ist „zwingen“ ziemlich wortwörtlich gemeint. Klar, sie hat ihnen nicht ernsthaft Gewalt angedroht, aber wenn du nervös einer kalt-berechnenden Pop-Diva gegenübersitzt, die Kamera unbarmherzig aufnimmt und du von ihr, ihrer Make-Up-Artistin und ihrem PR-Agenten angestarrt wirst, ist das schon eine unbequeme Situation. Zumal sie dir noch einredet, dass das eben die gerechte Strafe für eine dumme Frage sei. Du wertloses Stück Hofberichterstatter.

Die Drogen-bejahende Mutter des Jahres

Der „Mutter des Jahres“-Award geht dieses Jahr an…. MADONNA! Für ihre verantwortungsbewusste Einsicht, dass ihre 18-jährige Tochter Lourdes ruhig munter mit Drogen rumexperimentieren sollte. Solange es sich in Grenzen hält und keinen Mischkonsum mit Alkohol betreibt, sei das doch voll okay. Behauptete sie jedenfall in einer britischen Talkshow. Was für eine coole Mutter und dann hat sie auch noch diese fancy Kontakte zu den besten Entzugskliniken, sehr vorbildlich.

Die Instagramisierung von Ikonen

Was haben Jesus, Martin Luther King, Nelson Mandela, Elvis, Bob Marley, Lady Di und John Lennon gemeinsam? Richtig, sie sind tot, können sich leider nicht gegen Madonnas Größenwahn wehren und mussten als billige Kopie ihres bescheuerten Albumcovers herhalten. Tupac, Kurt Cobain, Gandhi und Moses haben sicher erleichtert aufgeatmet, als sie ihr Gesicht nicht wie die anderen Ikonen auf Madonnas Instagram-Profil sehen mussten.

This ❤️#rebelheart had a dream!

A photo posted by Madonna (@madonna) on

Die neuen Oben-Ohne-Fotos

Das war eine feuchte Sternstunde für jeden, der auf einschlägigen Seiten gerne die „Granny“-Sektion anklickt: ENDLICH durften wir Madonnas Brüste in einem Hochglanzmagazin bestaunen. Oder eher die erstaunlichen Fähigkeiten des Grafikers, mit Photoshop Wunder zu vollbringen. Im Interview Mag hat sich Madonna kürzlich nackt ablichten lassen, weil: Warum auch nicht.

Der Sturz bei den Brit-Awards

Was für ein Schock, das Armani-Cape war zu eng geschnürt und deswegen ist sie bei den Brit Awards unsanft die Treppe runtergesegelt. Sie hätte doch nie geahnt, dass im Nachhinein ihr Unfall alle Preisträger überschatten würde. In der Promophase. So kurz vor dem Release. In allen Medien. Das hätte sie nicht gewollt. Nie-mals.


Der halbherzige Album-Leak

Drei Monate vor dem Release tauchten plötzlich 13 Songs ihres Albums im Internet auf. Madonna bezeichnet das emphatisch als „künstlerische Vergewaltigung“. Dabei hatte sie doch noch Glück im Unglück, dass es nur Demoversionen waren, die in der Form sowieso nie auf dem Album landen würden. Wären es wirklich die fertigen Songs gewesen, wäre das wahrscheinlich ihr „persönlicher Holocaust“.

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