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Abriss der Woche: Frei.Wild-Fans hassen M.I.A., London hasst Justin Bieber, Feministinnen hassen Trailerpark und Cro liebt Löwen

Diese Woche war in der Musikwelt einiges los. Wir präsentieren euch die wichtigsten und nichtigsten Nachrichten in unserem Abriss.

von Toni Lukic
08 März 2013, 4:30pm

Heute ist Weltfrauentag. Ein Feiertag, der unserer Meinung nach viel zu wenig zelebriert wird. Damals noch, in der Deutschen Demokratischen Republik wurde der Tag genutzt, um Frauen für ihre Leistungen zu danken und sie mit kleinen Aufmerksamkeiten zu beschenken. Wir finden, das ist eine schöne Geste und wir möchten sie gerne wieder einführen. Deswegen haben wir Musiknerdies uns gedacht, dass wir euch mit eurem Lieblingssong beschenken, liebe Frauen. Wie die Ultimative Chartshow ermittelt hat, ist euer aller Lieblingslied „Time Of My Life“. Bitteschön. <3< p="">

Tut uns Leid, dass wir den Song nicht eingepackt und mit einer Schleife umwickelt haben. Aber wir haben gerade viel zu tun. Zum Beispiel über die wichtigsten und nichtigsten Nachrichten aus der Musikwelt zu berichten, und es ist viel passiert. Also:

- Tja, Echo. Schöne Scheiße. Zuerst ziehen Kraftklub ihre Nominierung zurück, weil sie in einer Kategorie mit der rechtsdrehenden Band Frei.Wild nominiert wurden. Kurze Zeit später springen auch Mia ab. Der Echo verteidigte die Nominierung Frei.Wilds, weil das Reglement nun mal besagt, dass der Preis an Verkaufszahlen gekoppelt ist. Gestern aber strich die Deutsche Phono-Akademie Frei.Wild dann doch von der Liste, weil der Echo nicht Schauplatz einer Debatte um die politische Gesinnung dieser Band sein solle. Die Deutsche Phono-Akademie ist Initiatorin und Ausrichterin des Echo und hat somit quasi für Ruhe im Kinderzimmer gesorgt. Was jetzt passiert, wissen wir noch nicht. Kommen Kraftklub und Mia. zurück? Steht dann da vorne als Nominierter nur Unheilig in der Kategorie Rock/Alternative? Die Ärzte kommen ja sowieso nie, weil sie keinen Bock auf den Echo haben. Man darf gespannt sein.

-Was sagen eigentlich Frei.Wild zu diesem ganzen Zirkus? Auf ihrer Facebook-Seite gaben die alten Pfefferkörner witzig-ironische Kommentare ab. Soll wohl bedeuten, dass die Band über all dem drüber steht. Heute aber begann Herr Matthias „Gonzo“ Roehr seinem Namen alle, Achtung, Signalwort: Ehre zu machen und seine niemanden interessierende Meinung via Facebook in die Diskussion zu röhren. Fand ich ziemlich lustig. Irgendwie muss ich immer lachen, wenn rechte Idioten sich über Medienhetze beschweren, die nicht besser sei als im Dritten Reich, und plötzlich die ihnen ach so heilige Meinungsfreiheit einfordern. Dann sagt doch mal. Was ist eure Meinung? Frei.Wild, wofür steht ihr? Wie wär‘s, wenn ihr mal ein Statement abgebt, statt eure Soldaten vorzuschicken, die Konflikte für euch austragen?

Update: Nun stößt auch die NPD, seit jeher eine Institution in Sachen Pluralismus und Toleranz Andersdenkender, in ihr braunes PR-Horn und kündigt wegen des Frei.Wild-Rausschmisses beim Echo eine "Mahnwache" an. Zitat: "Für die Freiheit der Meinung und der Kunst: Ihr müsst das rechte ECHO vertragen." Für uns nicht nur der Witz des Tages, sondern mindestens des Monats. Aus NPD-Sicht hätte sich der Echo durch den Ausschluss der Südtiroler Heimatfront zu einer politisch bedingten Veranstaltung entwickelt. Sollte dem wirklich so sein, dann kann das vielleicht ja wirklich noch was werden mit dieser überaus überflüssigen Langweilerveranstaltung. Sorgt doch bitte dafür, dass die rechten Trottel am 21.03. nicht alleine sind. Und bringt doch ein paar auf Anschlag gedrehte Ghettoblaster mit und eure Kraftklub-CDs. Feine Sahne Fischfilet geht auch. Kein Fußbreit den Faschisten!

- Damit sind natürlich auch die großartigen Frei.Wild-Fans gemeint. Eine wirklich faszinierendes Völkchen. Sie sind zwar nicht die Hellsten, dafür machen sie das mit einer großen Portion Loyalität wett. Als Mia, die Berliner Elektropop-Band, ihre Echonominierung zurückzog, initiierte eine Horde Frei.Wild-Anhänger einen Shitstorm auf der Facebook-Seite von M.I.A., der britischen Rapperin und Popikone. Da kann man natürlich schonmal durcheinanderkommen. Zeichensetzung ist sowieso überbewertet. Die arme M-PUNKT-I-PUNKT-A-PUNKT wollte nur einen neuen Song posten, was ein paar „Bloody Germans“ ziemlich wütend machte:

- Ihr werdet es schon gemerkt haben, wir berichten in unserem wöchentlichen Abriss häufig über Justin Bieber. Das hat den einfachen Grund, dass Justin und wir ein Abkommen getroffen haben, dass wir für jede seiner verkauften Platten 99 Cents abbekommen und wir dafür jede Woche in unserem Abriss über ihn schreiben müssen. Ich weiß. ein Knebelvertrag, aber wir brauchten kurzfristig Kohle um Schutzgeld bei ein paar Frei.Wild-Anhängern zu zahlen. Zwar berichten wir nicht immer wohlwollend über Biebs, aber das wurde im Vertrag auch nicht gefordert. Also, auf geht‘s, damit wir es schnell hinter uns haben, denn wir haben wieder viiiel Bieber im Angebot.

- Letzte Woche ist Justin unwichtige 19 Jahre alt geworden. Er wollte seinen Geburtstag im Londoner Club „Cirque du Soir“ feiern. Und natürlich hatte er an diesem Ehrentag seine neue Freundin Ella-Paige Roberts Clarke und seinen BFF Jaden Smith dabei. Dummerweise ist sie erst 17 und er 14 und damit minderjährig. Die Sicherheitsleute des Clubs schmissen dann mal gleich die ganze Partymeute raus. Daraufhin tweetete er: "Worst Birthday ever". Kann man wohl sagen.

- Überhaupt scheint London für Bieber kein gutes Pflaster zu sein. Am Montagabend kam er zwei Stunden zu spät für ein Konzert in der britischen Hauptstadt. Weil die jungen Bieber-Fans aber am nächsten Tag zur Schule mussten, verpasste der Großteil von ihnen das ganze Konzert. Es gab Gezeter,Tränen und viele Buhrufe. Einige Eltern befürchteten sogar „emotionale Schäden“ bei ihren Kindern. Vielleicht sollten sie weniger Bieber hören, dann geht das wieder weg.
Jedenfalls versuchte Biebs es Donnerstag-Abend noch ein Mal mit einem Konzert in London. Dieses Mal kam er sogar pünktlich. Doch etwa nach 20 Minuten musste er plötzlich wegen Atemnot das Konzert unterbrechen.

Eine Sprecherin sagte, dass er in Ohnmacht gefallen sei und daraufhin 20 Minuten Pause machen musste. Danach kam er zurück, hat das Konzert zu Ende gespielt und ist danach ins Krankenhaus gefahren. Wir machen uns ja gerne über ihn lustig, aber Justin scheint eine echte Kämpfernatur zu sein. An dieser Stelle gute Besserung.

- Dass Feministinnen nicht den besten Ruf haben, liegt wohl an der Humorlosigkeit mancher Vertreterinnen. Das Gießener „Bündnis gegen Sexismus“ möchte dafür sorgen, dass das am Samstag geplante Trailerpark-Konzert ab 18 Jahren stattfindet. In einer Pressemitteilung heißt es, die Band „kotzt, rotzt und ejakuliert auf der Bühne in Kübel, um ihren Fans ihre gesammelten Ergüsse zu kredenzen. Und die Fans trinken alles, was die vier Jungs produzieren.“ Vor allem regt man sich über die Sexarbeiterinnen auf, die im Oktober bei der Record-Release-Party in Berlin auftraten. Wir fanden eigentlich, dass der Abend sehr gelungen war.

- Cro produziert nicht nur Hits sondern designt auch gerne Klamotten. Das hat wohl auch H&M mitbekommen. Für die Modekette hat er jetzt 20 Kleidungsstücke entworfen. Doch statt Pandas wird das Hauptmotiv ein Löwe sein. Möglicherweise sehen wir ja Cro bald mit einer Löwenmaske rumlaufen, und vielleicht könnte er sich dann mal auch musikalisch weiterentwickeln.