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Die besten Flyer der Welt—10 Jahre e-nix

Am Samstag wird e-nix 10 Jahre alt. Wir haben Felix und Wolfram ein paar Fragen zukommen lassen.
25 Juni 2015, 8:54am

Alle Flyer von den Veranstaltern

Am Samstag feiert die Partyreihe e-nix ihren 10. Geburtstag. Mit dem ungefähr besten Trollmove, den man machen kann. Nachdem Felix Fuchs aka Felix the Houserat, einer der Veranstalter, über Jahre hinweg wegen seinem DJ-Namen Probleme mit dem Management von Felix Da Housecat bekommen hat, haben sie den großen, teuren und gelegentlich wütenden DJ einfach gebucht. Das Ganze ist relativ bezeichnend für das Projekt: Einen Witz machen, lachen, und den dann auf die Spitze treiben, in dem man ihn wahr macht.

In seiner Anfangsphase in der Künstlerhaus-Passage stieß e-nix gemeinsam mit Icke Micke in ein Loch, das damals im Wiener Nachtleben herrschte. Später zog man um, fluc_wanne, Pratersauna etc. Ihr kennt das.

Hinter e-nix stehen noch immer Felix und Wolfram. Ich hab den beiden ein paar Fragen zu ihren legendär großartigen und furchtbaren Flyern per Mail geschickt, die sie unabhängig voneinander beantwortet haben—was vor allem bei der letzten Frage ziemlich interessant ist.

Noisey: Waren eure Flyer von Anfang an so sophisticated, oder hat sich das irgendwann so ergeben?
Wolfram: Im ersten Jahr machte ich die Party und Flyer unsophisticated alleine. Im Jahr 2005 kam Felix dazu, und dann machten wir sie meistens sophisticated gemeinsam. Idee haben wir bis jetzt noch nicht wirklich, aber der Font war seit 2004 der einzige rote Faden, der bis jetzt erhalten blieb.
Felix: Geht schon alles auf Wolfram zurück. Irgendwann hab ich manchmal korrigierend eingegriffen.

Wer macht die Flyer bei euch?
Felix: Immer noch beide.
Wolfram: Felix macht auf jeden Fall immer den letzten Schliff mit der Schrift, damit es besser als nur schlecht aussieht. Wenn er selbst ein gutes Foto hat, braucht er mich eigentlich nicht.

Was war die absurdeste Geschichte, wie ihr zu einem Flyer-Foto gekommen seid?
Felix: Vieles sind ja einfach Pressebilder oder Plattencover von Artists, oder was Google so ausspuckt. Viele sind auch einfach auf der Festplatte gelegen. Ich hatte mal die Idee, nur mehr Zeugen-Jehovas-Sujets zu verwenden und hab am Schottentor versucht, ein Magazin zu bekommen. Am Anfang wollten die keines hergeben, und am Ende war in dem Heft kein einziges brauchbares Bild drin. Keine Ahnung mehr, wie wir an das Bild vom „electro-nix wedding” gekommen sind, aber es ist echt. Da gibts sogar eine rührende Geschichte von einem Typen, der im Brautkostüm aus dem Irak flüchten wollte.
Wolfram: Ich hab auch mal ein Facebook-Posting gemacht, und jemand hat „Das wird sicher der nächste e-nix-Flyer“ drunter kommentiert. Und dann hab ich nur ein Bildschirmfoto gemacht und den Comment eingekreist. Felix hat das Line Up raufgehauen. Fertig war einer der optisch furchtbarsten Flyer unserer Geschichte.

Wisst ihr noch, was der letzte Flyer war, den ihr physisch gedruckt habt?
Wolfram: Eventuell zu fluc_wanne-Zeiten für Theo Parrish oder Moodymann. 2009 oder so.

War es je ein Thema damit aufzuhören, als sie als physische Promo nicht mehr notwendig waren?
Beide: Nein.

Habt ihr euch mit einem Flyer mal Probleme eingehandelt?
Wolfram: Einmal wollten Leute uns verprügeln. Das war unangenehm.
Felix: Also die Sache mit dem Unfallauto war schon heftig, sehr impulsiv von unserer Kärntner Hälfte. Und ja, es gab Probleme. Zum Beispiel Foreneinträge, in denen der berühmte Herr Nagel dafür sorgen will, dass wir vor Gericht kommen und uns als linke Arbeitslose und so weiter beschimpft hat. Und einmal hat einem Artist unser Name, also die lange Version mit „gang bang“, nicht gefallen. Wir haben das geklärt, es dann aber weggelassen und seitdem ist’s irgendwie so geblieben.

Und jetzt der absolute Klassiker: Was ist euer Liebling?
Felix: Vieles ist schon so alt. Aber mein Vater findet das mit dem einsamen Kim Jong-un gut, und meine Freundin mag das mit dem SMS-Verkehr zwischen Wolfram und Roshi.
Wolfram: Der 2012 entstandende iPhone-SMS-Flyer, wo ich mir selber (getarnt als meine Freundin/Kassa-Frau) Nachrichten schickte und ein Bildschirmfoto machte.

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