So hältst du dieses Jahr das gesamte Popfest durch

Von 28. bis 31. Juli findet das Wiener Popfest statt. Warum das super ist und wie man dieses viertägige, innerstädtische Festival mit voller Partypower überlebt, lest ihr hier.

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27 Juli 2016, 8:25am

Foto von Simon Brugner (theyshootmusic.com)

Sommerzeit ist Popfest-Zeit. Das wissen alle, die gern gute Musik aus Österreich hören, aber auch die, die sich kein weiter entferntes Festival leisten können oder wollen. Vielleicht erlaubts ja aber auch Mama einfach noch nicht.
Dieses Jahr kuratieren Musikjournalist Gerhard Stöger und Sängerin Ankathie Koi das Wiener Festival, das erneut rund um den Karlsplatz, Openair und Indoor, stattfinden wird. Das ist vor allem deshalb super, weil die beiden den Durchblick bewahrt und euch das heißest mögliche Sommertanz, -sing, -spring, -feier-Lineup zusammengestellt haben. Aye, das Programm des Popfests ist auch heuer wieder ein ansehlicher Querschnitt durch die aktuelle österreichische Popkultur.

Ich freue mich nicht nur deshalb aufs Popfest, weil wirklich wahnsinnig gute Acts auftreten werden, sondern natürlich auch über die Tatsache, dass ich zuhause duschen, essen, schlafen und vorglühen kann. Immerhin findet es direkt in Wien statt, Heimvorteil. Klar, dass das auch verheerend ausgehen kann. Stichwort: Ich geh eh gleich nach Hause. Wohne ja um die Ecke.
Hier ist mein individueller Plan, das Popfest zu er- und überleben. Leider kann ich nicht alle meine Lieblingsbands sehen oder vier Tage lang volle Partywut bis zum Ende an den Tag legen, schließlich bin ich keine 19 mehr, ähem. Ich verspreche aber, lieber, guter, Party- und Popfestgott, ich gebe mein Bestes.

Johann Sebastian Bass. Foto: Klaus Pichler

Tag 1, Donnerstag, 28. Juli

Wahrscheinlich ist es heiß, die Arbeitswoche schon vier Tage alt, ich bin durstig. Voodoo Jürgens kann ich also schon mal zuprosten, wenn er wieder von Leben, Liebe und dem Totenausgraben singt. Wird’s mir zu melancholisch, spaziere ich elegant mit Bierdose zum Red Bull Brandwagen direkt vor der Kirche und hör mir da die großartigen Gitarren von Crystal Soda Cream an. Ich bin sehr motiviert und habe den großen Vorsatz, sehr viele Bands sehr nüchtern mitzuerleben. Also gern auch noch Genredurchmischung am ersten Tag: Glaubt man den Gerüchten, läuten Grant die neue Wiener Schule des Schmähs und Austropop ein, spielen um 22:00 im Prechtlsaal. Das muss ja nicht mich, sondern höchstens Marco Wanda nervös machen, also schau ich da mal kurz vorbei. Aber beware: Die klimatisch eher im tropischen Bereich angesiedelten Klimaverhältnisse da drinnen sind jedes Mal wieder unschlagbar. Bevor ich da drinnen kollabiere, doch lieber tanzen zu DJ Trishes im Heuer. Weil ja: es gibt natürlich auch wieder DJ-Lines nach all den Livesets. Yay.

Tag 2, Freitag, 29. Juli

Weil ich gestern mit viel Wasser und viel fettiger Unterlage vorgesorgt habe, geht es mir heute gut. Bin ja kein Anfänger. Das Wochenende kann also kommen. Ich will feiern. Passend hierzu springt Katie, die ärgste Rampensau der Wiener Noiserockszene und Frontfrau bei den Sex Jams, auf die Seebühne. Bierdusche erlaubt. Mein altbewährtes Konzept vom Switch Seebühne—Brandwagen geht auch heute auf. Little Big Sea spielen den momentan schönsten Dreampop Wiens, bevor das meine Alltime-Favs Leyya auf der großen Bühne stehen. Aber pssst, hey, Girls (and Guys!): Wer Lust auf nackte Oberkörper hat, geht dann später auf Exkursion in die Tropen, sprich in den genannten Prechtlsaal der TU. Der Sänger der Grunge-Rockband Thirsty Eyes, Samuel, verzichtet nämlich immer und überall auf sein Shirt. Überhitzt und glücklich weiß ich aber, mir steht noch ein langes Wochenende bevor. Oida, ich bin vielleicht vernünftig. Ant Antic spielen mir ihr Schlaflied im Brut.

Tag 3, Sa, 30. Juli

Kopfweh. Ich schiebs mal auf den Sonnenschein. Vorsatz: Heute erst spät aufs Popfest gehen, dafür früh wieder heim. Avec spielt schon am frühen Abend auf der Seebühne und lässt mich ein bisschen weniger leiden. Robb auch, mein Schädel pocht im Takt mit den funky Beats. Aber um diese Uhrzeit werde ich vielleicht fast schon wieder an ein Reparierbier denken können. Wie auch immer: solange ich es zu Hearts Hearts, erneut in den Dschungel der TU, schaffe, ist alles gut. I Am In, so wird auch die nächste Single heißen. Doppelyay.

Tag 4, So, 31. Juli

Sterbetag. Wie passend, weil da spielt der wirklich tolle Christian Fuchs mit seinem Black Palms Orchestra eine schwarze Messe in der Karlskirche. Um acht Uhr, hoffentlich passend zum Sonnenuntergang. Mehr werde ich heute nicht schaffen, aber das ist ok. Amen.


Das ist nur ein möglicher Weg. Wenn ihr einen anderen einschlagen wollt, findet ihr das vollständige Programm vom Popfest 2016 hier: popfest.at

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