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Baba Zula bedienen alle Genres, die ihr euch vorstellen könnt

Murat von Baba Zula ist wirklich ziemlich unterwegs—musikalisch und physisch!

Foto: Rosa Merk

Eigentlich hätte es ganz einfach sein können: Die türkische Band Baba Zula war neulich beim Yeni Raki Spirit of Istanbul Fest in Berlin zu Gast und wir wollten uns zum Interview treffen. Doch dann haben wir uns ständig verpasst, irgendwas kam immer dazwischen, und am Ende blieb nur noch Zeit, um mit Sänger Murat Ertel ein Telefoninterview in der kommenden Woche zu verabreden.

Aber versucht mal, Murat in einer ruhigen Sekunde zu erwischen. Schwierig ist das, der Mann ist nur unterwegs. Und so erreiche ich ihn irgendwann in Indien, er hat furchtbar schlechten Handy-Empfang und sehr wenig Zeit. Das Interview wird deshalb kanpper als geplant, aber nicht langweiliger. Oder wie Murat sagt: „Coole Fragen, nicht die normalen, langweiligen, die wir sonst immer bekommen.“ Danke für die Blumen.

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Noisey: Wenn ihr außerhalb der Türkei spielt, krachen meist verschiedene Kulturen zwischen Band und Fans aufeinander. Wie ist es für euch, vor einem nicht-türkischen Publikum zu spielen?
Murat: Klar, die Leute verstehen oft die Geschichten nicht, die wir in unseren Songs erzählen. Also versuche ich immer zumindest ein paar Wörter in anderen Sprachen zwischendurch einfließen zu lassen, um eine bessere Verbindung zu den Leuten aufzubauen. Außerdem schätze ich, dass ein paar der Rhythmen nur sehr schwer tanzbar sind, aber wir versuchen die Leute irgendwie zum Bewegen zu bringen und das Ganze irgendwie in eine Art Tanz zu verwandeln. Wir kennen uns da aus, weil Istanbul eine Stadt des Culture Clash schlechthin ist.

Fühlt ihr euch als Botschafter der türkischen Musik und Kultur?
Darüber habe ich anfangs nie nachgedacht, aber irgendwann wurde uns klar, dass wir das sind, ob wir nun wollen oder nicht. Das ist allerdings eine Verantwortung, die wir genießen können!

Ihr wart neulich in Berlin, ist es im Vergleich zu anderen deutschen Städten etwas besonderes, in Berlin zu spielen, wo so viele Türken leben?
Wir lieben Berlin und wir haben eine Menge Freunde aus Berlin, wie die Dead Chickens oder Einstürzende Neubauten oder King Khan. Berlin hat diesen vollkommen natürlichen Clash of Cultures und einen hohes Niveau an Ausdrucksfreiheit, was für türkische Künstler sehr viel Wert ist.

Baba Zula ist sehr berühmt für das Vermischen verschiedenster Musikstile—was hat euch am meisten beeinflusst?
In den letzten Monaten bin ich total auf die Alben steil gegangen, die bei ZZK Records erscheinen—Nu Cambia aus Argentinien, das ist großartig! Insgesamt lassen wir uns von vielen Stilen beeinflussen, aber insbesondere von türkischem Folk, Psychedelia, deutschem Krautrock, Dub, Reggae, Rock‘n‘Roll, Blues Funk und Punk. Die Liste könnte ich endlos weiterführen. Wir lieben verschiedene Styles und und wir können alle Genres bedienen, aber wir haben immer diesen Rock‘n‘Roll Ansatz, aus dem wir uns entwickelt haben.

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Hierzulande bekommt man nicht allzu viel aus der türkischen Musikszene mit. Warum, glaubst du, ist das so und wie könnte man das ändern?
Wir spielen immer häufiger in Deutschland und wir lieben es. Das ist schon mal ein Punkt. Außerdem spielen wir mit einer Menge deutschen Bands und Musikerns wie Jaki Liebezeit von Can oder Alexander Hacke von den Neubauten oder Embryo oder Amon Düül II oder Faust … Und wir planen noch viel mehr solcher Sachen!

Wir sind gespannt. Erstmal noch viel Spaß in Indien.

Ayke bei Twitter: @tamidemusic

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