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Dinge, die du an Halloween nicht tun solltest: Dich als Rapper verkleiden

Sich ein Cap aufzusetzen, ein Hemd anzuziehen und zu sagen, dass du Drake bist, ist kein Kostüm.
Ryan Bassil
London, GB
30.10.15
Screenshot via Instagram

Halloween ist eine tolle Zeit und reiht sich wunderbar hinter Weihnachten und diesen paar Wochen im Sommer ein, in denen man ungestraft Shorts tragen und um 11 Uhr morgens Pina Coladas trinken kann. An Halloween soll eigentlich den Heiligen und Märtyrern gedacht werden – den frommen, dahingeschiedenen Menschen, die schon lange die Radieschen von unten betrachten. Heutzutage ist Halloween allerdings nur eine faule Ausrede, um auf eine Themenparty zu gehen, wo man doppelt so viel Geld ausgibt wie sonst und den beliebten Walk of Shame am nächsten Tag in einem zerrupften Spongebob-Kostüm absolvieren darf.

Ich bin davon überzeugt, dass kein denkendes, menschliches Wesen ernsthaft das Haus mit irgendeiner Form von Pappkartonvorbau verlassen möchte, der sich in Glitzer gehüllt von seinem Bauch abhebt. Und Jahr für Jahr werde ich eines Besseren belehrt. Die Straßen füllen sich mit Kobolden und Feen, gefallenen Engeln und sexy Hexen – und natürlich Typen in pinken Tutus, weil, LOL, so was ja eigentlich nur von Mädchen getragen wird.

Ich schätze, dass Halloween-Kostüme für manche Menschen eine Kunstform darstellen – dieser eine Tag im Jahr, an dem es gemeinhin akzeptiert ist, seinen Musical-Lifestyle auszuleben, der mit dem gescheiterten Wechsel von der Theater-AG an die Schauspielschule ins Reich der Träume verbannt wurde. Für andere ist es die Möglichkeit, wie jemand Berühmtes auszusehen und ein paar Instagram-Likes und Komplimente für das Kostüm mit dem Hashtag #hot abzusahnen.

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Ich habe etwas Zeit damit verbracht, Twitter nach Fotos von Leuten zu durchsuchen, die es mit ihren Kostümen vor allem auf möglichst viel Aufmerksamkeit abgesehen haben. Weil es ja bei allen Feiertagen irgendwie um das Geben geht (das gilt nicht nur für Weihnachten, sondern fürs Leben!), geben wir ihnen nur zu gerne, was sie wollen. In diesem Sinne: Happy Halloween, Leutz!!111!!

Kim Kardashian und Kanye West

Wenn man ein Halloween-Kostüm plant, dreht sich eigentlich alles um eine wichtige Frage: Wie schafft man es, sich an den Dresscode zu halten und gleichzeitig so wenig Zeit und Geld wie möglich zu investieren. Die Jungs und Mädels hier unten haben dieses grundlegende Konzept eines jeden Kostüms einfach komplett ignoriert. Nicht nur haben sie wesentlich mehr Zeit als nötig in ihr Kostüm investiert, sondern auch die ganze Idee hinter Halloween komplett missachtet.

Die Sache mit Kanye West ist doch irgendwie die: es gibt nur einen. Du kannst nicht für einen Tag Kanye West "sein" oder dich wie Kanye West „verkleiden." Kanye West ist ein Geistzustand – ein einmaliges Gewissen, das Schönheit im Design von Wasserflaschen und Trauer in Kapuzenpullovern findet. Einerseits kann man es schon irgendwie nachvollziehen, dass für Pärchen die Vorstellung, sich als Ehepartner zu verkleiden, ganz putzig erscheint. Andererseits kommt einem bei dem Gedanken daran auch immer ein kleines bisschen Kotze hoch. Die Nacht gemeinsam mit verschmierter Vampirschminke zu beenden, ist am Ende dann doch eine ganze Ecke putziger, als sich den ganzen Abend über total unwohl zu fühlen, weil einen alle abfällig mit Kim Kardashian gleichsetzen.

Drake

Foto: Universal

Warum sollte jemand Drake sein wollen? Klar, er ist reich, berühmt und immer wenn er etwas total Normales macht, wie etwa Nahrung zu sich nehmen, landet das auf den Titelseiten. Aber er ist wirklich nicht der Typ, der du bei einer Halloween-Party sein möchtest. In eienm Song, „How About Now", heult er zum Beispiel drei Minuten lang aus Selbstmitleid rum, weil er einmal nett zu einem Mädchen war. Außerdem: Sich wie Drake anzuziehen, ist keine Verkleidung: Drake sieht aus wie jeder andere dahergelaufene Typ, der an einen All Saints-Gutschein gekommen ist. Die einzig akzeptable Drake-Verkleidung ist Fusselroller-Drake—und das auch nur wegen der Meta-Referenz.

Lil Wayne

Eine Lil Wayne-Verkleidung ist in gewisser Hinsicht akzeptabel—er sagt schließlich auch von sich selbst, dass er ein Alien ist. Was allerdings gar nicht cool ist, sind die unzähligen weißen Typen mit Familiennamen wie „McLachain" oder „Franz", die sich selbst mit irgendeiner hautverträglichen braunen Farbe einschmieren und dann die einzige Cap aufsetzen, die sie besitzen. Von der Tatsache mal ganz abgesehen, dass Blackfacing für viele Menschen eine unglaubliche Beleidigung darstellt, ist es auch noch ein massiver Contentgenerator für fassungslose post-Halloween Blogs. Wisst ihr denn nicht, wie das Internet funktioniert? Ihr bettelt geradezu darum, dass wir uns über euch lustig machen.

Nicki Minaj

Foto via Flickr | Rory | CC BY 2.0

Nicki Minajs Hintern hat bereits eine ganze Menge Dinge beeinflusst—dazu gehören unter anderem auch Gewichtszunahme und Meinungsartikel. Im Grunde stehen dir jedes Jahr drei Kostümvarianten zur Verfügung. Du kannst dich relativ normal anziehen und eine Perücke aufziehen; du kannst deine frivole Seite betonen und dich in so wenig wie möglich hüllen; oder du suchst dir eine Kulturreferenz als Verkleidung. Nicki und ihr Hintern schaffen es, alle drei Bereiche abzudecken und ergeben somit ein wirklich starkes Halloween-Outfit. Genau wie bei den Verkleidungskünstlern weiter oben, ist allerdings auch ein Minaj-Kostüm ein ziemlicher Garant dafür, sich fehl am Platz zu fühlen.

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