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Ich war bei der ersten „Wake Up & Dance“ Pre-Work-Party in Wien

Probleme, die sich beim Pre Work-Clubbing ergeben: Wohin mit dem ganzen Obst?
17.9.15

Alle Fotos von der müden Autorin

Es gibt Dinge, die niemals in meinem Lebenslauf vorkommen werden: Ich werde niemals Mathematikerin, niemals jemanden umbringen, niemals ein Äffchen als Haustier haben und niemals, einfach never nie, früher aufstehen als notwendig. Dafür gehe ich zu spät schlafen, hab zu gute Träume (letztens bin ich aus meinem Körper getreten und habe meine Beine rasiert, also quasi, als würde ich jemanden anderes Beine rasieren, wer will sowas nicht träumen?) und hey, wir reden hier von Erholung. Was auch niemals vorkommen wird: Morgensport. Was zur Hölle soll Morgensport sein?

Pre-Work-Fasching

Heute morgen war ich im Le Méridien am Opernring, bei der ersten „Wake Up & Dance Pre Work Party“, deren Veranstalter damit geworben haben, dass das Ganze „lustiger als Laufen“ ist. Obwohl eh 85% der Dinge, die man so auf der Welt machen kann, lustiger sind als Laufen, hab ich mir gedacht, dass ich mir das ansehen muss. Wie es für Wien üblich ist, habe ich von diesem Trend schon vor Jahren gehört. In New York, Berlin oder London ist das schon ein Ding. Das Konzept ist folgendes: Bevor du zur Arbeit gehst, kannst du zu diesen Pre Work-Clubbings gehen und dir die Seele aus dem Leib tanzen. Rein theoretisch zumindest. Statt Alkohol und bewusstseinsverändernden Substanzen gibt es Smoothies, Kaffee und Obst. Ein Konzept, das mich sonst kalt lässt, aber man muss sich auch selbst überraschen.

Das Bett gab es auch. Hab ich nicht ganz verstanden. Aber das war wohl der „Witz“

Gemeinsam mit einer Freundin bin ich dann heute morgen müde, ein bisschen wahnsinnig (wegen der Müdigkeit) vorm Le Méridien gestanden. Schon beim Eingang sind wir gescheitert. In aller Herrgottsfrühe ist es auch nicht so einfach, eine automatische Drehtüre von einer herkömmlichen Türe zu unterscheiden. Der freundliche Herr am Eingang hat der blonden Tussi (mir) und ihrer Freundin dann erklärt wie man mit Drehtüren umgeht.

Auch die Äpfel waren tiefenentspannt („Tiefenenstpannt“ ist übrigens ein tolles Wort, das ich unserer Heldin Fredi verdanke)

Hinter der gemeinen Türe warteten noch mehr nette Menschen. So viel Happiness ist anfangs ein bisschen befremdlich, aber wenn ich heute etwas gelernt habe, dann, dass Freundlichkeit überraschend wohltuend ist. Bei einem netten Mädchen haben wir unsere Sachen abgegeben, bei zwei anderen netten Mädchen haben wir uns die Stempel geholt, bei einem netten Typen den grünen Smoothie, auf den ich mich schon seit immer freue. Weil grüner Smoothie da shit ist. Das ist diese Sorte Getränk, von der du schon vom Anschauen gesund wirst und bei meinem Lebensstil kann das nicht schaden.

Ja, du konntest dich auch massieren lassen

Links vom Eingang stand dieses Bett, dessen Zweck ich wie bereits erwähnt noch immer nicht ganz verstehe. Schließlich bin ja hier um aufzuwachen und sportlich in den Tag zu starten und nicht, um wieder verleitet zu sein, mich in Tiefschlaf zu begeben. Reingelegt hab ich mich trotzdem. Bett ftw. Als wir weiter reingegangen sind, hat sich meine Vermutung, dass die Musik auch eher zum Einschlafen sein wird, bestätigt. Die Black Eyed Peas und Anna Naklabs Version von „Supergirl“ sind der Grund, warum ich niemals freiwillig Ö3 hören würde, aber #immernochbesseralsStrache.

Ein Paradies für jung gebliebene

Die Leute waren Anzugmenschen, böse Menschen würden Yuppies sagen, deshalb wird die Musik auch seine Berechtigung haben. Gut gelaunte Yuppies am Morgen, vertreiben Kummer und Sorgen. Das Tanzen war eher bemühtes Rumgehopse—wie, wie, WIE, soll man auch zu seichtem Pop tanzen? Getanzt hat aber der Gesundheitsfetisch, den ich nicht habe: Überall stand Obst, gesunde Getränke, Kellner liefen mit Brötchen herum und es gab Kaffee. Du konntest dir alles nehmen, zumindest so lange, bis sich die Frage gestellt hat, wo man denn das gesamte Obst hingeben soll, weil man schon eine Obstabteilung in der Tasche hatte.

Hände auf Schinkenbrötchen

Nach dem Raum, in dem der DJ (ich spare mir die Gänsefüßchen, weil er für die netten Yuppies gute Musik gespielt hat) aufgelegt hat, war noch ein Raum, in dem Zeitungen und noch mehr gesunde Getränke auflagen. Das Scheußlichste, was ich jemals getrunken habe, ist übrigens ein Gesöff, das aus Basilikumsamen besteht. Wer zur Hölle denkt sich „Hey, die Samen sind so geil schleimig und schmecken so geil nach Kotze, lass uns doch ein Getränk für Health-Freaks machen“? Am Angebot kann man sonst aber wirklich nichts kritisieren. Wirklich nicht. Der Laden war bummvoll und wie mir einer der Veranstalter erklärt hat, waren alle Tickets weg und für Laufkundschaft war kein Platz mehr. Eh klar, weil man ja schon neugierig ist, wie die Idee eines Pre-Work-Clubbings in Wien umgesetzt wird. Und ganz ehrlich: Fürs erste Mal ist es ihnen gelungen.

Neuer Tweet: „Pre Work-Party ist soooo cool!“

Für den Eintritt zahlt man 18 Euro. Wenn dort bessere Musik gespielt werden würde, wäre es das wert. Die Veranstaltung soll einmal im Monat stattfinden und mir wurde gesagt, dass die Party mit verschiedenen Musikrichtungen spielen wird. Deshalb versöhne ich mich jetzt auch mit der Pop-Kiste. Außerdem war ich selten so motiviert und erschreckend guter Dinge in der Arbeit. Die nächste Party findet am 15. Oktober statt und ich werde dort sein.

Update: Wie wir gerade erfahren haben, ist das übrig gebliebene Obst zum Hauptbahnhof gebracht worden. Das finden wir sehr schön.

Isabella auf Twitter: @isaykah

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