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Interviews

Yelawolfs ,Love Story’ mit Eminem, Shady Records und der Musik

Dank Eminem wird der Rapper aus Alabama nicht mehr Vanilla Ice genannt—nur einer der Vorzüge, die er durch das Label-Signing damals bekommen hat.
4.12.14

Eine gute Love Story muss nicht nach Hollywood-Maßstäben ablaufen oder sich gar wie ein klassisches Mensch-sieht-Mensch-und-verliebt-sich-in-Mensch-Szenario verhalten. Wir alle wissen längst, dass es auch transhumane und materialistische Love Storys geben kann—zum Beispiel kann eine Love Story dich mit deinem Auto verbinden, mit Serien oder eben mit der Musik. Der Rapper Yelawolf erzählt in seinem bald erscheinenden Album von eben seiner Love Story mit der Musik und wie er nie aufgeben wollte, selbst als er am Boden lag und viele, viele Drogen nahm. In dieser Zeit, dem Drogenrausch des Alabama-Jungen, schaffte Eminem gerade mit The Slim Shady LP seinen Durchbruch und wackelte an den schwarz-geprägten Genrestrukturen. Eine Zeit, in der Michael Wayne Atha, wie Yelawolf mit bürgerlichem Namen heißt, noch bei seiner Oma zuhause Fernsehen schaute, vor einem Schrott-TV aus Holz saß und zum ersten Mal Eminem bei MTV wahrnahm.

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Eine Erinnerung von Yelawolf, die durchaus der Anfang eines Hollywood-Films werden könnte oder noch besser für ein zweites 8 Mile eignen würde. Gute 10 Jahre später hat er es immerhin aus dem Drogensumpf bis auf Eminems Label Shady Records geschafft und spielt zusammen mit seinem Labelchef in der oberen Rapliga mit. Yelawolf ist bekannt für seine monumentalen Liveshows, auf denen er in der Regel alles abreißt, was nicht nagelfest ist, er ist bekannt für seine Tattoos, das neueste davon mitten in seinem Gesicht, wie er in seinem letzten von True Detective- und Sons of Anarchy-inspirierten Video „Till It’s Gone“ enthüllte, und er ist bekannt für seinen Südstaaten-Flow, den er auch auf dem Label-Sampler Shady XV zum 15. Jubiläum des Labels mit Klassikern und neuen Tracks neben den Kollegen Slaughterhouse, Skylar Grey und Eminem himself zeigen kann.

Anlässlich dieses Shady-Jubiläums haben wir mit ihm telefoniert, um über die Bedeutung von Eminem und des Labels für ihn sowie über sein nächstes Album Love Story zu sprechen und ihn zu fragen, ob er Casper kennt.

Noisey: Hi, wo bist du gerade?
Yelawolf: Ich bin in Kansas City, wir haben ein paar Tage frei und hängen hier rum. Wir haben noch ein paar Tage Zeit bis zur nächsten Show.

Anfang des Jahres hast du dein neues Album angekündigt, das noch dieses Jahr kommen sollte. Was ist passiert?
Nein, wir haben den Albumrelease verschoben, wir bringen noch ein paar Videos dieses Jahr raus und nächstes Jahr kommt dann das Album.

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Dein letztes Video wurde von True Detective inspiriert, richtig?
Ja, irgendwie schon. Das Drehbuch wurde von der Serie beeinflusst. Wir wollten dieses Feeling transportieren, bei dem Song hat es einfach Sinn ergeben. Die nächsten Videos werden aber anders. Jeder Song hat ein eigenes Gefühl und Stimmung.

Was denkst du über den neuen True Detective-Cast?
Ich habe noch nie True Detective gesehen.

Und Sons of Anarchy?
Nein.

Also war die Videopremiere innerhalb der Serie nur Zufall?
(lacht) Ich gucke keine Fernsehen. Aber ich kenne Leute, die das gucken.

Dein neues Album heißt Love Story. Wie ist deine emotionale Beziehung zu dem Album?
Love Story repräsentiert meine Leidenschaft für die Musik und damit einen Schritt nach vorne zu machen und meine Karriere weiterzubringen. Jeder hat Rückschläge in seinem Leben, egal, was du tust. Aber wenn du eine Leidenschaft hast, wird sie dich dazu bringen, trotzdem weiterzumachen. Und davon handelt Love Story. Es hat nichts mit einer Beziehung an sich zu tun.

Bedeutet das Album etwas anderes für dich als vorige?
Ja, auf jeden Fall. Es bedeutet was ganz anderes. Dieses Album ist ein Beleg dafür, dass man nicht aufhören sollte. Es geht darum, nicht aufzugeben und immer weiterzumachen.

Es gab also Zeiten, in denen du aufgeben und aufhören wolltest?
Ja, auf jeden Fall. Es gab Zeiten, in denen ich alles an den Nagel hängen wollte. Aber rappen war das Einzige, von dem ich wusste, wie man es macht—professionell. Aber du musst die Probleme eben angehen und sie lösen, weißt du?

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Wie war Eminem in dem Album involviert?
Er war komplett involviert. Er hat mir in Nashville die Türen geöffnet, hat mir die Möglichkeit gegeben, das Album zu machen und ist mit mir nach Detroit geflogen, um es fertig zu stellen. Marshall ist komplett involviert, von Anfang bis Ende.

Was denkst du, wie Rap aussehen würde, wäre Eminem nie da gewesen?
Das ist eine gute Frage. Ich denke nicht, dass es heute annähernd so wäre. Ohne den Zutritt für weiße Rapper wäre es nicht das Gleiche, er hat eine riesengroße Wand durchbrochen. In Amerika sind wir davor nicht weitergekommen. Eminem hat einfach jeden herausgefordert, besser zu sein, egal auf welchem Level. Er ist ein Gangster.

Und wie würde Rap ohne dich aussehen? Ordnest du dir selbst eine Rolle zu?
Wie Rap ohne mich aussehen würde? Wahrscheinlich gäbe es keine Hiccups (lacht). Ich weiß auch nicht. Ich habe noch nicht genug Jahre hinter mir, um das beurteilen zu können.

Als Eminem groß wurde, was hast du in der Zeit gemacht? Kannst du dich erinnern?
Drogen. Ich habe viele Drogen genommen, ich war 15, 16 Jahre alt. Ich hatte keinen Peil, ich wusste nicht, was abgeht. In dem Alter wusste ich nicht, wer ich sein will. Ich habe noch nicht mal gerappt, ich habe nur mit Lyrics rumgespielt. Ich habe mich selbst definitiv nicht ernst genommen. Als ich Eminem das erste Mal auf MTV sah, war ich bei meiner Großmutter zuhause. Ich habe das Video auf einem alten Fernseher gesehen, er hatte noch eine Hülle aus Holz, die Art Fernseher, die nur einen An-/Aus-Schalter hat.

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Hatte das einen Einfluss? Hat dich das in eine Richtung gelenkt?
Das hat mich stolz gemacht. Ich dachte „Yes“. Einer von uns hat es geschafft. Herauszufinden, dass er mit Dr Dre zusammenarbeitet, hat es noch um einiges verrückter gemacht. Ich habe Hoffnung in ihm gesehen.

Was hat das Signing bei Shady Records für dich verändert?
Alle Leute fingen an, mich Eminem zu nennen (lacht).

Das ist ja nicht so schlimm, oder?
(lacht) Meine Kumpel haben aufgehört, mich Vanilla Ice zu nennen und fingen mit Eminem an.

Mit wem arbeitest du gerade? Hast du Features in Planung?
Ich habe ein paar Leute im Kopf, aber ich will mir Zeit nehmen und nicht schon irgendetwas in trockene Tücher bringen. Ich habe auch mit zwei, drei Leuten gesprochen, aber auf diesem Album werdet ihr in erster Linie mich hören. Es wird kein gewöhnliches Rapalbum mit Features.

Hey, kennst du zufällig den deutschen Rapper Casper?
Nein, wen? Tut mir Leid. Wer ist er?

Man könnte ihn als das deutsche Rap-Pendant zu dir bezeichnen. Ich glaube, er ist großer Fan.
Oh, dann erzähle ihm nicht, dass ich noch nie von ihm gehört habe.

Nee, mache ich nicht.
Sag mir nochmal den Namen, ich werde ihn gleich googeln.

C-A-S-P-E-R.
Wie der Geist?

Genau.
Okay, ich werde ihn gleich mal suchen.

SHADYXV ist bei Shady Records/Interscope (Universal Music) erschienen. Bestellt es euch bei Amazon oder iTunes. Hier könnt ihr die Trackliste sehen:

DISC ONE
1. Eminem – ShadyXV
2. Slaughterhouse, Yelawolf, Eminem – Psychopath Killer
3. Eminem, Kobe – Die Alone
4. Bad Meets Evil – Vegas
5. Slaughterhouse – Y’all Ready Know
6. Eminem, Sia – Guts Over Fear
7. Yelawolf – Down
8. D12 – Bane
9. Eminem – Fine Line
10. Skylar Grey, Eminem, Yelawolf – Twisted
11. Eminem – Right For Me
12. Eminem, Royce Da 5’9″, Big Sean, Danny Brown, Dej Loaf, Trick Trick – Detroit Vx. Everybody

DISC TWO

1. 50 Cent – I Get Money
2. D12 – Purple Pills
3. Eminem – Lose Yourself
4. Obie Trice, Kuniva, Bobby Creekwater, Ca$his, Stat Quo – Cry Now (Shady Remix)
5. Yelawolf, Kid Rock – Let’s Roll
6. Slaughterhouse – Hammer Dance
7. 50 Cent – P.I.M.P.
8. Eminem, 50 Cent, Ca$his, Lloyd Banks – You Don’t Know
9. D12 – My Band
10. Obie Trice – Wanna Know
11. 50 Cent – Wanksta
12. Obie Trice – The Setup
13. 50 Cent – In Da Club
14. D12 – Fight Music
15. Yelawolf – Pop The Trunk

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