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Reviews

Musikreviews mit Sigur Rós, Grant Hart und mehr

Akustische Schienbeintritte, die besten Song-Argumente und sentimentales Lebenskrisengeningel - alles vertreten in unseren Reviews der Woche.

von Noisey Staff
27 Juli 2013, 8:00am


7

SIGUR RÓS
Kveikur
XL Recordings

7

Viele Jahre gehörte es zu den Kernkompetenzen dieser Isländer, kosmische Klangböen über die Häupter zarter Girls wehen zu lassen. Girls wohlgemerkt, die Schmerz nur von dem einen übermütigen Abend kennen, an dem sie sich ein Hesse-Bonmot auf’s Schulterblatt haben hacken lassen. Sigur Rós galten als gleichfalls schmerzfreie, überirdische Pop-Geister, doch bis heute warte ich auf den Tag, an dem sich herausstellt, dass ihr ätherischer Fantasiesingsang nichts anderes ist als eine elbische Rezitation der St. Pauli Nachrichten. Auch falls dieser Tag niemals kommen sollte: So weltlich wie hier gaben sich Sigur Rós nur selten. Mittlerweile latschen sie ihrer Zielgruppe auch ganz gern mal gegen das Schienbein oder treiben sie zu einem Rave im Ascheregen zusammen. Transzendenz ohne ein einziges Häuflein Elchscheiße am Hacken ist auf Dauer eben doch nur die halbe Miete.

HARRY HIRSCH

8

GRANT HART
The Argument
Domino

7

Den Grund, dass Grant Hart einfach nicht unter die selbe Schuhsohle passt wie David Bowie und Madonna, argumentiert der gute Mann mit seinem aktuellen Album erneut höchstselbst und ganz vortrefflich. Nicht für eine oberflächliche Frischzellenkur an den Zeitgeist herangewanzt, sondern vielmehr der Mode völlig entrückt, balanciert Hart auf mit ergreifenden geilen Hooks völlig faltenfrei straff gespannten Songs über Stilepochen hinweg. Und Bob, you eat your heart out!

NONO MOLD

3

HOUNDMOUTH
From The Hills Below The City
Rough Trade

7

„I'm on the road, I'm sinking solely, I bought a book, I will read it slowly“. Alter. Das Folk-Ding ist jetzt also auch im Blues angekommen, respektive umgekehrt. Leider nicht im würdevollen Blues mit Stil und Whisk(e)y und Herzkram, sondern im Jammertal für Endvierziger, die mit Hammond-Orgel von „früher war alles irgendwie einfacher“ seufzen und auf Dating-Portalen einen „ehrlichen, treuen und humorvollen“ Partner suchen. Und das mit dem Pferdestehlen vermutlich sogar wörtlich meinen.

LENNART SKENNART

BELL XI
Chop Chop
Belly Up/Alive

7

Sentimentales Lebenskrisengeningel, das nach ein paar Gläsern Wein und der entsprechenden Grundstimmung als Soundtrack zu einem neuen Zach Braff-Film sicherlich gut funktionieren könnte, um das ein oder andere Tränchen hervorzulocken. Nüchtern betrachtet ist es aber doch eher eine entschlackte Snow Patrol-Coverband, und abgesehen davon, dass es davon sowieso schon viel zu viele gibt – von Snow Patrol selbst ganz zu schweigen –, erschließt sich uns auch nicht so ganz, weshalb man seine Zeit von vornherein damit verschwenden sollte.

ANDREW LARGEMAN

**

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