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New music

Dürfen wir vorstellen: Einhorn

Wir stellen euch junge österreichische Bands vor. Heute: Einhorn.
16.9.15

Alle Fotos: Einhorn

Sei immer du selbst! Mit ein, zwei Ausnahmen. Wenn du ein Einhorn sein kannst, sei ein Einhorn. Ganz genauso steht es nicht nur prophetenhaft auf unser aller Kaffeehäferl, sondern neuerdings auch auf den Bandshirts von vier jungen Burgenländern: Richtig, die haben sich als Bandnamen echt Einhorn ausgesucht. Und auch richtig, seid ruhig neidisch. Das ist schon ziemlich fancy.

Mike, Martin, Dani und Fabian benennen sich also nach einem „Fabelwesen von Pferde- oder Ziegengestalt mit einem geraden Horn auf der Stirnmitte“. Cheers, Wikipedia. Das weiß natürlich auch der letzte Idiot (noch nie „Das letzte Einhorn“ gesehen? Oder Miley im Einhorn-Jumpsuit? Fail). Was vielleicht noch nicht jeder letzte Idiot weiß, ist, was das jetzt für Musik sein soll, die eine Band macht, die sich „Einhorn“ nennt. Weil der Name für eine Google-Suche zugegebenermaßen doch leider ziemlich scheiße ist, müssen wir es auf anderem Weg herausfinden. Sänger Mike formuliert die Idee hinter dem Bandprojekt ganz philosophisch folgendermaßen:

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Was uns mit dem Projekt Einhorn über allen Maßen wichtig ist, ist Originalität. Weit, weit weg von jeglichem Kopierversuch soll Einhorn—und bitte verzeih mir diese Wortwahl—als fantastisches Original mit Alleinstellungsmerkmal gelten. Die Leute sollen unsere Musik hören und an uns denken und nicht sagen können „Ach die kopieren die und die ….“. Womit ich jedoch nicht abstreiten will und kann, dass wir nicht unsere Vorbilder hätten. Das Gute an der Besetzung von Einhorn ist, dass eigentlich jeder von uns seinem eigenem Ideal in einem teils ganz unterschiedlichem Genre nachjagt. Unser Gitarrist vergöttert zum Beispiel Funk-Legende Nile Rodgers, unser Bassist den hinter dem Elektronikprojekt Roosevelt stehenden Marius Lauber, der wohl die genialsten Basslinien unserer Zeit entworfen hat usw. Aus all diesen Einflüssen formen wir dann das, was man als Einhorn zu hören bekommt.

Das klingt ja nicht nur voll fancy, sondern auch einigermaßen durchdacht. Paar Dinge sind mir trotzdem unklar. Ich habe nachgehakt. Mike hat geantwortet.

Sei du selbst. Außer, du kannst ein Einhorn sein. Dann sei ein Einhorn. Würdet ihr das unterschreiben? Und wieso?
Sei was immer du willst, aber bedenke: Einhörner können nicht fliegen. Du kannst nicht fliegen. Also bist du ein Einhorn. Bedingungslehre, 1. Stunde.

Ein Einhorn ist die pure Kitsch-Verkörperung. Wolltet ihr euch einfach nur blamieren?
Zynisch? Wohl eher nicht up to date, baby.

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Ihr seid dann also die, die früher das Pferde- und Schminkmagazin Wendy gelesen haben. Right?
Ich verstehe den Vergangenheitsbezug in deiner Frage nicht!

Alleinstellungsmerkmal ist dein Lieblingswort, lieber Mike. Aber sag, von wem träumt ihr nachts? Wer sind eure musikalischen Vorbilder?
Also ich träume nachts von der Gesichtsakrobatik der HAIM-Bassistin. Musikalische Vorbilder: Alcatrez, BangTango, Black'n‘Blue und Helix, wie man unschwer an unserer Musik erkennen kann.

Wanda: „schnapsgetränkt, inzestuös, Oralverkehr“. Ihr seid keine Fans? Also Fraktion Bilderbuch?
Wer ist Wanda?

Beschreib eure Musik doch selbst in drei knackigen Wörtern.
WUWUWU, BRBRBR und WUSCHWUSCHWUSCH.

Und noch besser: danach bitte in Schauspielern—und wenn du möchtest, in den dazugehörigen Filmen.
Christoph Waltz in Inglorious Bastards, Christoph Waltz in Django Unchained und wie kann es anders sein, Christoph Waltz in Du bist nicht allein - die Roy Black Story.

Ich fasse zusammen: Kein Wanda, dafür viel Waltz(er). Kitsch und Augenzwinkern. Elektro und Pop. Das erste Video ist da (zur Single „Spring auf“), und wenn’s euch nicht gefällt, wisst ihr wenigstens, wie es aussieht, wenn man zu dämlich ist, sein Eis schnell zu essen. Und wenn es euch gefällt: bald kommt die EP. Am 6. November.

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