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Meine Plattensammlung zerstört mein Leben

Mein Name ist Jeff und ich glaube, ich habe ein Problem: Platten.
12.6.12

Als ich zu viele Platten auf das Regal in unserer neuen Wohnung legte, brach das ganze Regal zusammen. Hier hat meine Freundin den einzigen freien Platz in der Wohnung für ein Nickerchen genutzt.

Trotz der ganzen Empfindungen, die man beim Plattensammeln erlebt, gibt es auch eine dunkle Seite. Hier sind ein paar Beispiele meiner Platten-Besessenheit, die mir mehr Schmerz als Freude bereiteten.

Zerstörte Beziehungen

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Eine der tollsten Sachen an Platten ist die Kraft, die in ihnen steckt, Beziehungen zu bilden und aufrechtzuerhalten. Die Kehrseite dagegen ist, wenn sie eine Rolle dabei spielen, Leute auseinander zu bringen. Einer der vernichtendsten Schläge in meiner persönlichen Sammlung kam nach einer langen und stürmischen Beziehung, als eine Exfreundin von mir und ich uns entschieden Schluss zu machen. Als Folge der Trennung ist meine Smiths und Morrisey Plattensammlung von einer der aufregendsten und umfassendsten Sammlungen, die ich je gesehen habe, in einen kargen und beginnerhaften Standard-Katalog gewandert. Wie ironisch.

Zerstörte Finanzen

Vor ein paar Jahren hatte ich meinen Job in New Jersey gekündigt und musste ohne jegliches Einkommen leben. Ein Freund und ich entschieden uns dazu, versuchen Geld zu verdienen, indem wir Platten kauften und verkauften. Ein ganz bestimmter Sammler hat unser Geschäft mit einen Knall eröffnet. Der Name dieses Mannes war „Rich“ und er behauptete, er habe das komplette Lager eines alten Plattenladens in seinem Keller. Rich liebte außerdem Crack, wie es schien, was seinen wilden Lebensstil und sein seltsames Verhalten erklärte. Während wir den Wert seiner Sammlung schätzten, mussten wir seinen geisteskranken Gesprächen zuhören…stundenlang.

Einer der Gesprächsinhalte, der eher hängen blieb, war ein wahlloser Kommentar zum Vietnam Krieg. Er fing an mit „Wisst ihr…niemand wollte in diesen Krieg ziehen…“ und dann wurde er still. Er sagte das noch einige Male, eventuell hing er noch ein „weil“ an das Ende des Satzes. „Wisst ihr…niemand wollte in diesen Krieg ziehen…weil…“ Wir haben ihn möglicherweise gebeten es nun endlich auszuspucken und endlich die Klappe zu halten. Daraufhin beendete er seine Erleuchtung mit „Wisst ihr…niemand wollte in diesen Krieg ziehen…naja, weil…es war im Dschungel.“ Als wir das überwunden hatten, machten wir ihm das Angebot seinen kompletten Keller voller Schallplatten für zwei Raten a $1500 abzukaufen. Ich kratzte das bisschen Geld zusammen, das ich hatte, um es möglich zu machen und konnte aufgrund dessen ein paar Rechnungen meines Fernsehanbieters in New Jersey nicht bezahlen. Zum Schluss verdienten wir ein Vermögen für diese Sammlung, aber vor ein paar Monaten, bekam ich einen Anruf von einem Inkassobüro, das hinter mir her war und mir die überfälligen Rechnungen von 2006 abknöpfen wollte.

Das 45er Lager, das uns eine Weile am Leben gehalten hat.

Fast-zerstörte Beziehungen

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Vor ein paar Jahren ist der Großvater meiner Freundin plötzlich verstorben. Ich musste am Abend der Beerdigung lange arbeiten, deswegen war mein Plan um 22 Uhr schnell aus Brooklyn zu fahren, zu ihrer Familie nach Atlantic City zu stoßen, dort zu bleiben und am nächsten Morgen mit ihnen auf die Trauerfeier zu gehen. Mein Abend war unglaublich stressig und ermüdend, aber ich tat was ich konnte und spritzte mir ein bisschen Wasser ins Gesicht, trank ein paar Tassen Kaffee und fuhr los. Ich war ein bisschen länger als eine Stunde unterwegs und entschied dann, dass ich zu müde war, um weiter zu fahren. Also rief ich einen Freund an, der in meiner Heimatstadt lebte.

Ich ring mich dazu durch mich mit ihm auf einen Drink zu treffen und lud mich selber ein bei ihm zu schlafen. Wir verabredeten uns in der Bar, in der er arbeitete. Ich ließ meinen Laptop im Auto und legte ihn vor dem Fahrersitz unter einer Decke auf dem Boden. Als ich eine Stunde später zurück kam, war die Fahrertür angelehnt und meine Tasche war weg. Ich hatte in dieser Nacht also meinen Laptop mit allen Dokumenten und Dateien aus der Arbeit verloren sowie zehn extrem seltene Schallplatten. Die Polizei fand das amüsant, ich aber nicht. Es schien als hätten die Schallplatten-Götter mein armes Schallplatten-Karma bestraft, weil ich die Fahrt nicht durchgehalten habe. Es schien als hätte ich das bekommen, was ich verdiente.

Zerstörtes Kindheitshaus

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Meine Sammelwut betraf nicht nur die Schallplatten. Angefangen hat das als Kind, als ich jede einzelne Baseball Karte von jeder Firma aus jedem Jahr haben musste. Danach habe ich mich in einen zurückgezogenen Comic-Freak verwandelt, der später auch noch auf Actionfiguren stand. Als die Actionfiguren auch nicht mehr ausreichten, ging ich weiter zu Dingen, die mit Popkultur zu tun haben, und letztendlich zu Schallplatten. Seitdem habe ich eine nie endenden Zufuhr an Platten. Von Natur aus bin ich dazu übergegangen sie zu sammeln und bis zum heutigen Tag war ich nicht fähig damit aufzuhören. Im Laufe der letzten 20 Jahre habe ich das einigermaßen große vorstädtische Haus meiner Eltern ausgenutzt und es komplett mit meinen sammelwürdigen Plattenüberschuss zerstört. Bis zu diesem Tag erinnern mich meine Eltern daran, wie viel Platz ich in ihrem Zuhause noch immer mit meinen Haufen Platten und Sammelstücken einnehme. Hallo, mein Name ist Jeff und ich bin Messie.

Das war mal ein netter Billardtisch in dem Freizeitzimmer meiner Eltern.

Zerstörter Körper

Während ich damit beschäftigt war meinen Plattenladen zu eröffnen, lebte ich ein sehr ungesundes unvorhersehbares Leben. Wenn ich nicht auf dem Sofa meines Business-Partners schlafen konnte, fuhr ich von Brooklyn nach Philadelphia, um bei meiner Freundin unterzukommen. Wenn ich in Philadelphia war, habe ich es immer ausgenutzt, dass es dort fantastische lokale Plattenläden gab und ich habe sämtliche Plattensammlungen gesucht, die Leute in der Gegend verkauften. Dann habe ich meinen Honda randvoll geladen und bin so schnell wie möglich von und nach Brooklyn gefahren, dass mein Armaturenbrett immer klapperte. Irgendwo mitten in der Aufregung und der Hetzerei habe ich mir einen Leistenbruch zugezogen.

Ich vermute es ist passiert, als ich die schweren Plattenkisten hochhob, während einer der unzähligen Käufen. Ich hatte sehr starke Schmerzen, was sich ab und zu als ziemlich widerlich herausstellte. Jedes Mal wenn ich husten oder lachen musste, musste mich vor Schmerzen festhalten. Ich mied Krankenhäuser und machte meine Lage noch schlimmer, als ich stark sein musste, damit wir den Laden so schnell es ging eröffnen konnten (mit geschlossenen Türen die Miete zu zahlen ist eine recht ungünstige Situation). Vor zwei Jahren wurde ich endlich operiert. Für jeden anderen wäre es eine einfache ambulante Operation gewesen, aber dank meiner Angst vor Krankenhäusern fiel ich während der Tortur dreimal in Ohnmacht. Bei einem der Ohnmachtsanfälle fiel ich mit dem Gesicht voraus in die Toilettenschüssel im Krankenhaus, was aber nur eine der drei Verletzungen von den ständigen Ohnmachtsanfällen verursachte. Obwohl es schwere und manchmal auch schmerzhafte Arbeit war die schweren Musikbiester zu schleppen, die Schmerztabletten und die wochenlange Ausrede in Jogginghose abzuhängen, haben die Verletzung fast wert gemacht.

@jeffogiba