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Ich war beim SpontanTechno im Vienna City Beach Club

Viele Bobos, später gab es auch coole Musik. War schon ganz cool.
6.5.15

Fotos von der Autorin

Gestern nach der Uni rief mich eine Freundin an: „Open Air! Jetzt!“ Da meiner Meinung nach Open Airs eines der besten Dinge am Sommer sind, ließ ich mich nicht zwei Mal bitten. Den ersten Mai habe ich verkatert im Bett verbracht, und somit war das eh mein erstes Open Air 2015 gewesen. Wir machten uns auf dem Weg zum Vienna City Beach Club, wo das Ganze stattfinden sollte—normalerweise keines meiner Stammlokale. Bei der U2 trafen wir eine Gruppe Jungs, die schon wieder am Heimweg war, weil sie laut eigener Aussage weder die Location noch die Menschen ausgehalten haben. Da war es gerade erst später Nachmittag. Es seien „lauter Bobos“ dort, gepaart mit „VCBC-Prolos“ und überhaupt spiele es „komische Musik“. Wow. Ich bin eigentlich eine harte Techno und Progressive-Loverin. Aber eh, natürlich kann man nicht alle Geschmäcker stillen, vor allem nicht, wenn sich eine undefinierte Masse von 8000 Menschen ankündigt. Im Nachhinein hörte ich, dass es im Vorfeld auf Facebook eh einiges an Kontroverse um die Veranstaltung gegeben hat, vor allem um den Begriff „Techno“. Naja, wurscht. Wir setzten uns erst mal in die Nähe der U2 und rissen dort unsere Weinflaschen auf.

Zwei Stunden und ein paar Promille später, wagten wir doch den Versuch, andere Betrunkene zu finden und pilgerten in Richtung VCBC. Auf der Wiese davor saßen die meisten Menschen, sehr viele super coole und hippe Wiener, sprich Bobos, aber die haben mich persönlich nicht gestört. Aber ich verstehe auch, wenn man dieses „Partyvolk“ nicht mag—Menschen die sich cool vorkommen, einfach nur weil sie coole Kleidung tragen, sind lächerlich. Das ist auch der Grund, warum ich angefangen habe, gewisse Clubs in Wien zu meiden. Schade, weil der Pool ist cool. Aber gut, wir waren betrunken. Und die Veranstalter haben natürlich auch keinen Einfluss darauf, welche Menschen sich tatsächlich hingezogen fühlen—vor allem in Zeiten explodierender FB-Events.

Im VCBC selber gab es zwei Floors. Dort waren die Menschen schon ein wenig durchmischter. Die meisten waren wohl trotzdem Studenten zwischen 20 und 30. Eher Alkohol, wenig Drogenkonsum. OK, es war auch Dienstag. Es gab einen Stegfloor, der grundsätzlich immer zu voll war, um raufzukommen—es sah aber cool aus. Auf dem Hauptfloor wurde die Musik härter und besser, je später es wurde. Wie gesagt, ich war besoffen, ich hatte Spaß. Als ich ging, hatte sich alles schon ein bisschen geleert, aber die Stimmung hat noch gekocht.

Ich verstehe es wirklich, wenn sich ein paar Gäste über die anderen beschweren—die Hipster gehen zumindest mir auf die Nerven. Aber Veranstaltungen wie diese sind prädestiniert dafür, die verschiedensten Menschen anzulocken. Das war es dann aber auch schon mit meiner persönlichen Beschwerdeliste. Es war ein superspontanes Event, das geklappt hat. Und auch wenn es andere Veranstalter oder Menschen gerne haten würden: Es hat alles gepasst. Es waren genug Leute da, die Stimmung hat gepasst, man konnte auf der Wiese seinen eigenen Wein süffeln, man konnte tanzen gehen. Zu sogar solidem Unaufreger-Techno. Ich würde wieder hingehen, wenn so etwas stattfindet.

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