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Interviews

Österreichs offizieller David-Hasselhoff-Fanclub

Wir haben mit den Gründern des Fanclubs über Selbstironie, Brusthaare und David Hasselhoffs Töchter geredet.
18.2.15

Foto mit freundlicher Genehmigung des David Hasselhoff Fanclubs

„Er kommt—Knight Rider—Ein Auto, ein Computer, ein Mann. Knight Rider—Ein Mann und sein Auto kämpfen gegen das Unrecht.“ Kennt ihr noch? Das ist das wunderschöne Intro der Serie Knight Rider. Ein paar Jahre später wurde das Auto K.I.T.T. dann kurz beiseite geschoben, weil es Wichtigeres gab: Baywatch. Naja, die erste Staffel hat sich als Flop herausgestellt, aber dann hat David Hasselhoff die Produktion übernommen. Danach gab es dann jeden Tag Bojen, Titten und Drama. David Hasselhoff aka The Hoff hat aber nicht nur die Serie rund um den Strand in Malibu gedreht, sondern hat uns auch ein paar sehr großartige Lieder und vor allem sehr großartige Videos geschenkt.

Wenn man sich das ansieht stellt sich die Frage: Wie kann man kein Fan von David Hasselhoff sein? Einem Typen, der in einem Yeti-Kostüm(?) über eine Winterlandschaft schwebt? Einem Typen, der die Blue Box beherrscht wie Studenten das Nudeln kochen? David ist großartig. Das haben sich auch Roman und Thomas gedacht, die den David Hasselhoff Fanclub Graz ins Leben gerufen haben. Begonnen hat alles mit dem Video zu „Crazy For You“, dass sie mit ein paar Freunden nachgestellt haben. Wir haben mit Roman, dem Obmann, und Thomas, dem Kassier, über den Fanclub, Brusthaare und David Hasselhoffs Töchter geredet.

Die Ehrenurkunde. Ein bisschen neidig sind wir schon.

Noisey: Wie zur Hölle kommt man auf die Idee, einen David Hasselhoff Fanclub zu gründen?
Roman: Keine Ahnung. Aus Spaß an der Freude? Nein. David Hasselhoff vereint zwei Helden meiner Jugend miteinander. Mitch Buchannon und Knight Rider.
Thomas: Du meinst Michael Knight.

Wann habt ihr ihn gegründet?
Roman: 2006.

Fuck, dann habt ihr ja bald 10jähriges Jubiläum.
Thomas: Achja stimmt. Da müssen wir was planen.

Ihr seid also einfach dagesessen und habt euch gedacht „Nice, wir machen einen Hasselhoff Fanclub.“?
Roman: Ja, so in etwa. Wir haben mit einem Video angefangen. Das haben wir beim Waidischbach in Kärnten gedreht. Das war zu „Crazy For You“. Wir haben das Video eins zu eins nachgedreht.

Ich glaub das kenn ich sogar.
Roman: Ja, das gibt es eh auf YouTube. Mit dem Video hat es dann angefangen, dann haben wir uns gedacht „Machen wir doch gleich einen Verein daraus.“ Mit allen Statuten und so.
Thomas: Genau. Der Roman ist Obmann. Ich bin der Kassier und der Michi ist der Schriftführer.
Roman: Der Hauptsitz des Clubs ist in Graz, weil wir alle lange in Graz studiert und gewohnt haben. Deshalb heißt er offiziell auch „David Hasselhoff Fanclub Graz“—unter dem Namen ist er im Vereinsregister noch zu finden.

Haben Fans von David Hasselhoff eigentlich einen speziellen Namen? So wie die Fans von Justin Bieber zum Beispiel Belieber heißen?
Roman: Hoffis?

Was macht ihr innerhalb des Fanclubs?
Roman: Wir treffen uns und machen immer wieder Veranstaltungen. Immer mindestens die Sommerspiele und die Weihnachtsfeier. Da gibt es dann Hürdenläufe, Schnitzeljagd, Preise und Pokale.
Thomas: Natürlich hat alles einen David Hasselhoff-Kontext. Der Name der offiziellen Veranstaltung ist „David Hasselhoff Summer Games“ und findet jährlich im Sommer ab. 2009 haben wir das zum ersten Mal gemacht.

Wie ist das Geschlechterverhältnis bei euch im Club?
Thomas: Mehr Burschen. Brusthaare sind halt nicht so in bei den Mädels. Die stehen mehr auf Felsen als auf Dschungel.
Roman: Ja, aber ich glaube es geht eigentlich. So 70 Prozent Burschen und 30 Prozent Mädels.

Irgendwer muss K.I.T.T. ja rufen während David besoffen Burger frisst.

Worüber redet ihr dann so?
Thomas: Über alles mögliche. Wirtschaftslage, Politik und natürlich bereden wir auch David Hasselhoff.

Wird dann auch gemeinsam David Hasselhoff gehört?
Roman: Bei den Summer Games gibt es zum Beispiel einen Limbo Dance, da lassen wir dann seine Musik laufen. Zu Weihnachten läuft natürlich das Weihnachtsalbum.
Thomas: Er singt ja auch auf Deutsch. „Wir zwei allein“ und „Du“ zum Beispiel.

Warum hat er Songs auf Deutsch aufgenommen?
Roman: Weil er so viele Fans in Deutschland und Österreich hat. Am Anfang hat er das gar nicht gewusst, steht alles in seiner Biografie. Ihn hat dann jemand angerufen, der meinte, dass er auf Platz 1 in den österreichischen Charts ist. Damals gab es das Internet ja noch nicht wirklich und keine wirkliche Kommunikation innerhalb des Managements.

Ein Flyer für eine Weihnachtsfeier des Fanclubs

Wie hat euer Umfeld auf den Fanclub reagiert? Also, ich meine ich möchte ja nichts gegen David Hasselhoff sagen…
Thomas: Du bist auch in der Unterzahl.

Ja, aber ein wenig absurd ist das schon. Vor allem in eurem Alter.
Thomas: Ja, es ist halt ein Spaß.
Roman: Es geht auch darum dass man sich unterm Jahr immer wieder trifft. Es geht auch um die Gemeinschaft—das steht auch in den Statuten.

Was steht da sonst noch drinnen?
Roman: Die Mitgliedschaft erlischt erst mit dem Tod.
Thomas: Haben sie das eigentlich gelassen?
Roman: Ja.
Thomas: Sie haben uns zuerst ja korrigiert. Wir haben die Statuten eingeschickt und sie haben gesagt, „Nein Burschen, das könnt ihr so nicht machen.“ Wir haben ein paar komische Passagen eingebaut. Zum Beispiel, dass man den Vorstand nur mit einer neun Zehntel Mehrheit abwählen kann. Das darf man laut Vereinsgesetz nicht.

Der ganze Stolz: Die signierte Boje.

Ihr habt Hasselhoff ja auch getroffen.
Roman: Zweimal in Graz. Einmal beim Konzert und einmal bei seiner Autogrammstunde.
Thomas: Beim Konzert war ich nicht dabei. Da hat nicht mal das Fernsehen backstage dürfen, sondern nur der Fanclub.

Was habt ihr dann mit ihm geredet?
Roman: Er meinte, dass er es toll findet dass wir ihn unterstützen und zu ihm halten. Dann haben natürlich ein paar Leute von uns probiert, was mit seinen Töchtern anzufangen. Das hat ihm dann nicht so gefallen.

Hat er gesoffen?
Roman: Ich glaube nicht. Hin und wieder wird er wahrscheinlich schon ein Bier trinken. Er ist seiner Tochter ja dankbar, dass sie das Video hochgestellt hat. Ein, zwei Rückfälle hat er schon gehabt.

War das Thema bei euch?
Roman: Nicht wirklich. Das ändert ja nichts an der Person. Wir hören ja auch nicht „I am from Austria“ nicht mehr, nur weil Fendrich … ach, lassen wir das.

Roman in seinem Element.

Erforschen wir jetzt die psychologischen Hintergründe eines David Hasselhoff Fanclubs?
Roman: Es gibt Fans, die reagieren nicht so nett drauf, wenn man etwas Schlechtes über David sagt. Wenn man den Burger-Skandal anspricht werden die gleich rabiat.

What?
Roman: Ja. Wir sind nicht ganz so schlimm wie der deutsche Fanclub. Der ist ärger als wir. Da haben sich die Leute den David tätowiert. Die geben auch keine Interviews mehr, weswegen die ARD uns bei seinem 60. Geburtstag interviewt hat. Der deutsche Fanclub ist leicht aufs Korn zu nehmen, die nehmen das ein bisschen zu ernst.

Foto von der Autorin

Glaubt ihr, dass The Hoff sich selbst ernst nimmt?
Thomas: Ich glaube, da ist schon eine große Portion Selbstironie dahinter.
Roman: Der weiß schon, dass über ihn gescherzt wird. Aber das ist ihm egal. Er ist einfach ein lässiger Kerl. Mich hat er einmal angerufen.

Was?
Roman: Zuerst hat mich die Sekretärin von seinem Management angerufen. Eigentlich dachte ich, dass sei ein Scherz. Das war vor seiner Europatour und sie meinte, sie braucht unbedingt altes Filmmaterial und meinte „Ihr als Fanclub müsst ja alte Videokasetten haben.“ Dann habe ich ihr gesagt, dass es ja Fernseharchive gibt und sie bei mir nicht an der richtigen Stelle sei. Dann meinte sie „Warte einen Moment, der David ist eh gerade neben mir.“ Der meinte dann: „Hey Buddy, voll nett, dass ihr nachschaut.“. Ich war ein bisschen baff. Als ich aufgelegt habe dachte ich mir: „Alter, war das jetzt echt der David Hasselhoff?“

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