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Interviews

Was macht Bam Margera eigentlich heute so?

Der ehemalige Jackass-Star kümmert sich um sein Metal-Projekt Fuckface Unstoppable.
23 Januar 2015, 10:00am

Vielleicht kennst du ihn als professionellen Skateboarder, wahrscheinlich aber eher als Mitglied der legendären Jackass_-Crew oder als nervtötenden Sohn in MTVs _Viva La Bam, wo er seinen Vater schlägt, Don Vito schüttelt und seine Mutter quält. Das ist aber noch nicht alles, was Bam Margera so treibt. Er hat zu fast jedem in der Heavy-Metal-Community Verbindungen und macht seit einiger Zeit seine eigene Musik—und zwar nicht unter dem Pseudonym seines cKy-Abkömmlings Gnarkill, sondern als Fuckface Unstoppable, einer recht ernsthaften Heavy-Metal-Band.

Margera hat vor Kurzem ein neues, selbstbetiteltes FFU-Doppelalbum veröffentlicht, bei dem eine Menge Künstler wie Cradle of Filth, Viking Skull, die Band cKy von seinem Bruder Jess Margera, Guttermouth, Lionize, Black Cowgirl, The Company Band, Devilment und—wo wir schon dabei sind—auch ein wenig Gnarkill dabei sind. Das ist vielleicht eine der wenigen Sachen, die nicht mit einer „Don’t try this at home“-Warnung versehen ist, auch wenn sie das eigentlich sein sollte. Das Meiste von Bams Musik ist ziemlich durcheinander, wie er selbst auch, aber einige seiner Tracks sind überraschend hörbar und sogar richtig gut.

Wir hatten die Möglichkeit, mit Bam über alles Mögliche, vom neuen Doppelalbum bis zu den Soundtracks zu seinen Shows und Skate-Videos und abgefuckte Musikvideos, zu sprechen. Was wird er als Nächstes machen? Tja, wenn es nach dem Vorspann von Viva La Bam geht, dann „whatever the fuck he wants“.

Noisey: Du hast seit den cKy-Tapes mit Musik zu tun. War das etwas, was dir schon immer gefiel oder war das damals nur aus Spaß?
Bam Margera: Ja, das hat mich schon immer interessiert, weißt du? Ich hatte bei meiner Sendung immer Bands und ich musste mit MTV darum kämpfen, Clutch und Turbonegro zu bekommen, weil sie nicht einmal wussten, wer die sind. Ich habe gesagt: „Darum geht es“ (lacht). Und dann die Band von meinem Bruder, cKy, ich bin mit ihnen auf Tour gegangen. Also ja, ich war schon immer involviert und dann ergab sich diese Möglichkeit. Ich habe so ein Battle-of-the-Bands-Ding in New England veranstaltet und bin auf die Bühne und habe ein paar Songs gesungen. Daraufhin habe ich beschlossen, damit weiterzumachen. Als wir mit cKy zugange waren, haben wir diese Band namens Gnarkill gegründet und einfach Spaß damit gehabt und ja, es ging mehr darum, sich zu betrinken und Songs mit meinem Tape-Recorder aufzunehmen. Die Leute wollten mehr, also habe ich weiter gemacht und Fuckface Unstoppable gegründet.

Nimmst du deine Musik mittlerweile ernst?
Ja, ich meine, ich will, dass die Leute auf unseren Shows eine gute Zeit haben. Es ist wie eine Party, du weißt nicht, was passieren wird. Jeder Abend ist anders. Vielleicht kommt Alissa von Arch Enemy und singt mit uns Turbonegro, weißt du, jeder Abend ist total anders. Ich will, dass die Leute wissen, dass sie jedes Mal etwas komplett Neues auf einer Show von mir sehen.

Erzähl mir etwas über dein neustes Musikvideo zu „Evil Voices“, bei dem eine Unmenge an Produzenten dabei war wie bei den meisten deiner Sachen. Wie kam es dazu?
Wir waren auf Tour und hatten gerade in L.A. gespielt. Wir hatten den Song kurz vor der Tour aufgenommen und einen Tag frei, also sind wir einfach zum Saltonsee gefahren. Ich kenne ein paar Leute in L.A. mit Drohnenkameras und so Zeug und ich dachte, dass das perfekt wäre. Wir haben den Tourbus mitten ins Nirgendwo gefahren. Da war ein Typ, der ein Loch gegraben hat und ein anderer Typ, der jongliert hat und dann kommt dieser Millionen-Dollar-Tourbus und sie haben nicht einmal mit der Wimper gezuckt. Der Typ hat einfach weiter sein Loch gegraben und der andere hat weiter alleine jongliert, direkt neben einem Wohnwagen. Und es war ein fast zwei Meter tiefes Loch, ich weiß also nicht, wen er begraben hat oder was los war. Da wurde mir klar, dass es die perfekte Location für einen Videodreh ist.

Woher kommen all deine Freunde in der Musik, von HIM über Clutch bis The Faint und fast jedem innerhalb des Metal-Spektrums?
Einfach durch das Reisen. Jedes Mal, wenn ich für Skate-Demos gereist bin oder als ich bei Jackass war und wir nach Europa geflogen sind, um es zu promoten, habe ich solche Bands kennengelernt und habe mich mit ihnen angefreundet. Ich habe mich schon immer für Musik interessiert. Mein Bruder ist in Richtung Musik gegangen und ich in Richtung Skateboarden und die beiden Welten sind dazu bestimmt, irgendwann zu kollidieren.

Wie sehr sind Musik und Skateboarden miteinander verbunden?
Musik ist wichtig, ich meine, sie ist total entscheidend in Skate-Videos. Wenn du den falschen Song für deinen Teil auswählst, dann kann er ziemlich beschissen werden, weißt du, was ich meine? Du musst den richtigen Scheiß wählen. Wenn ich ein Video für Element mache und einen geilen Motörhead-Song habe, dann macht es das viel krasser. Wenn du einen Kickflip über 20 Stufen machst, dann brauchst du fieses Zeug dazu (lacht).

Warst du in die Gestaltung der Soundtracks zu den Sendungen, bei denen du dabei warst—wie Jackass und Viva La Bam—involviert?
Ich musste die ganze Zeit gegen die Leute von MTV ankämpfen, weil sie versucht haben, mir ihre beschissene Musik anzudrehen, die sie im Kopf hatten. Ich habe dann gesagt: „Nein, für diese Szene braucht es einen Song von Clutch“. Letztendlich haben sie aufgehört, sich mit mir auseinanderzusetzen und ich habe im Prinzip das ganze Blast Tyrant-Album bei Viva La Bam gespielt, was Leute dazu gebracht hat, sich Clutch anzusehen. Ich denke mir nicht: „Oh nein, Green Day wollen einen Song zu einer unserer Shows beisteuern!“ Green Day geht es wirklich gut und Clutch ist eine verdammt geile Band aus Maryland, die Werbung braucht. Es war zum Haareraufen mit diesen Leuten, irgendwann haben sie endlich aufgegeben und mich mein eigenes Zeug spielen lassen. Ich habe definitiv das Gefühl, dass es viel zu der Sendung beigetragen hat. Es ist wie wenn du einen Film guckst: Der Film steht und fällt mit dem Soundtrack. Als ich den Soundtrack für meinen neuen Film zusammengestellt habe, habe ich Szenen geschnitten und wusste, welche Songs wo sein sollten und so läuft es. Wenn ich mir Material anschaue und schneide und dabei einen Song höre, dann nehme ich den. Glücklicherweise kenne ich all diese Leute, also ist es kein Hindernis, sie dazu zu bekommen, mir die Musik zu geben.

Vor Kurzem hast du bekanntgegeben, dass Brent Hinds von Mastodon die Rolle deines verstorbenen Freundes Ryan Dunn in deinem nächsten Film spielen wird. Wie kam das zustande?
Ich habe mit cKy in Australien die Soundwave-Tour gespielt und habe dort Brent getroffen, wir haben uns einfach gut verstanden. Alle haben immer Witze gemacht, dass er aussieht wie Ryan, sodass es einfach Sinn ergab, ihn anzurufen. Ich habe in meinem neuen Film so eine Art Traumsequenz, in der Ryan zu mir kommt, während ich schlafe, und mir vorschlägt, all dieses Zeug zu machen. Ich habe mir also gedacht, wer könnte die Rolle besser spielen als Brent (lacht)? Sein Gesichtstattoo hat mich sofort an Ryan erinnert. Er würde so etwas machen.

Mike Haskoor hat ebenfalls einen Lambo mit Schiebedach. Folgt ihm bei Twitter—@Tweetskoor

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