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Die Echo-Veranstalter lernen einfach nicht dazu: Frei.Wild sind schon wieder für den Echo nominiert

Wir stellen nochmal die Frage: Liebe Echo-Veranstalter, merkt ihr noch irgendwas?

von Noisey Staff
10 März 2016, 2:40pm

Es ist jedes Jahr aufs Neue ein Trauerspiel. Wenn jährlich die Echo-Nominierungen veröffentlicht werden, kann man sich inzwischen bei zwei Sachen ganz sicher sein. Erstens gibt es keinerlei Überraschung (außer natürlich LX & Maxwell für „Newcomer National“) bei den nominierten Namen und zweitens steht (ebenso wenig überraschend) der Name der Band Frei.Wild auf der Liste. Das ist erstens heikel, da es sich bekanntermaßen um eine politisch eher fragwürdige Band handelt und zweitens weil die Band aus Südtirol kommt. Das wiederum ist seltsam, da Südtirol erstens immer noch nicht in Deutschland liegt (siehe klärende Grafik), aber zweitens der Preis, für den Frei.Wild nominiert sind, das Wörtchen „national“ beinhaltet. Genauer gesagt sind sie in der Rubrik „Rock/Alternative national“ nominiert, zusammen mit Avantasia, Lindemann, Saltatio Mortis und Wirtz (kein Witz). Zwar hat der Echo schon vor drei Jahren erklärt, warum Frei.Wild für den Echo berücksichtigt werden („Es liegen deutsche Pässe von Bandmitgliedern vor, es wird in Deutschland aufgenommen und in diesem Fall auch Deutsch gesungen.“), allerdings rechtfertigt das immer noch nicht die Nominierung dieser nach wie vor inhaltlich so bedenklichen Band. Nicht mal der Boykott einiger Künstler vor drei Jahren konnte die Veranstalter dazu bringen, die Entscheidung zu widerrufen.


Foto: Holger Fichtner

Einen Boykott wird es dieses Jahr wohl nicht von allen Mitnominierten geben, würde es uns doch sehr wundern, wenn Helene Fischer oder die Böhsen Onkelz (nominiert für „Musik-DVD / Blu-Ray national“) ein solches Statement abgeben würden. Allerdings äußerten sich Die Toten Hosen schon vor drei Jahren zur Nominierung von Frei.Wild auf ihrer Facebookseite mit dem Vorschlag: „Wie wäre es zum Beispiel mit der Einführung einer neuen Kategorie ‚Rechte gegen Nazis‘, wo man in Zukunft Bands und Interpreten unterbringen kann, die mal rechts waren, aber heute garantiert ‚unpolitisch‘ sind…“ Fragen wir uns auch wieder. Zum vierten Mal in Folge.


Da bleibt nur nochmal die Frage zu stellen: Liebe Echo-Veranstalter, merkt ihr noch irgendwas?