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Wie fett waren diese Rapper bitte?

Wir stellen euch die Rap-Schwergewichte vor, die ihr noch nicht kennt.
12.11.12

Vielleicht ist es euch nicht aufgefallen, aber die Musikindustrie hat einiges gemeinsam mit der ältesten Profession der Welt. Habt ihr euch schon mal gefragt, wo der Begriff „Pophure" herkommt? Und wo laufen denn die mageren, halbnackten Gescheiterten rum, die ursprünglich mal einen Traum hatten, etwas Bedeutendes, Kunstvolles zu machen, stattdessen ihre geilen Körper verkaufen? Im Puff, auf dem Strich und in den Labelbüros dieser Welt. Das reinste Gonorrhö-Gomorrha für echte Künstler.

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Eine Ausnahme bildet wieder mal der HipHop. Leicht bekleidete Liebchen sind hier höchstens Beiwerk in Videos. Im Mittelpunkt steht die Musik. Und da es im Rapgame eben nicht auf äußere Werte sondern auf Stimme, Lyrics und Flow ankommt, sind auch die korpulenteren MCs selbstverständlicher Teil der HipHop-Community. Mehr noch: Eine schöne, runde Wampe scheint sogar ein Statussymbol zu sein. Egal ob Rick Ross und Action Bronson heutzutage oder Biggie, De La Soul und Fat Joe beziehungsweise Big Pun (die beiden waren im Prinzip die gleiche Person) in den Neunzigern, sie alle buckeln ihre Bäuche mit Stolz vor sich her. Ich habe keine Ahnung, warum dicke Rapper so ein Standing in der Szene haben. Vielleicht, weil große Objekte in der Regel anziehend wirken. So wie große Planeten viele Monde um sich kreisen lassen, sind dicke Rapper eben umgeben von Cash, Flows und Hoes.

Daher es ist nur folgerichtig den Schwergewichten des HipHops Tribut zu zollen. Wir präsentieren euch die korpulenteren MCs, die ihr nicht kennt, und die in den 80ern und Anfang der 90er mithalfen, die Plauzen salonfähig zu machen.

The Fat Boys

Die mittlerweile legendären Fat Boys waren die ersten, die voll auf die Fettenschiene gefahren sind und dabei in den 80ern überaus erfolgreich waren. Die Band gründete sich in Brooklyn als Disco Three. Erst als Mitglied Prince Markie Dee ein paar Pfunde draufpackte, konnten die Jungs sich ohne schlechtes Gewissen „Fat Boys“ nennen. Buff Luv war übrigens einer der Pioniere des Beatboxings und hatte dabei seinen eigenen Go-To-Move, bei dem er eine Art Wobble-Bass auf seine Stimme legte, mit dem er auch Paarungswütige Gorilladamen hätte anlocken können.

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Die Fat Boys waren in einigen Filmproduktionen dabei und lieferten unter anderem den Soundtrack für Nightmare on Elm Street 4. In den 90ern sank die Popularität der fetten Jungs. 1995 starb Buff Love a.k.a. The Human Beatbox mit 28 Jahren an einem Herzinfarkt. Wir hoffen, es ist deshalb nicht pietätlos, dieses Musikvideo aus dem Film Krush Groove zu zeigen. Aber eigentlich ist es egal, weil jeder Song sich um die Körperfülle der Band dreht.

Chubb Rock

Im Gegensatz zu den Fat Boys hat Chubb Rock, trotz seines Namens, nie die Fettenkarte ausgespielt. Chubby ging es eher darum, Clubhits mit politischer Botschaft an die Meute zu bringen. Die jungen Schwarzen sollten nicht mehr an den Cornern sondern lieber in den Clubs rumhängen: „Beeper goes off, yo, smash it and trash it, You're too young to be plumped in a casket, just get your boys and bring the noise and just swing it, and party people, sing it,“ rappt er auf seinem größten Hit „Treat Em Right“. Chubb Rock war ein College Dropout, lange bevor Kanye West MPC buchstabieren konnte. 1988 brach er sein Medizinstudium an der renommierten Brown-University ab, um sich aufs Musikmachen zu konzentrieren. Vielleicht hätte er bei der Medizin bleiben sollen. Ab Mitte der 90er kam nicht mehr viel vom Chubbster.

Pudgee Tha Phat Bastard

Gut, der Name ist einfach nur aberwitzig, doch Pudgee Tha Phat Bastard hatte wirklich „Skills to pay the bills“. Und die Connections. Keine geringeren als die Trackmasters produzierten sein Debütalbum Give Em the Finger, das auch heute noch mehr als anhörlich klingt. Mit Notorious B.I.G machte er den Track „Think Big“. Selbst Tupac gab dem New Yorker Props. Pudgee war auf dem Weg in die richtige Richtung, doch undurchsichtige Labelverträge mit Giant Records und später mit Perspective Records ließen Pudgee zur Randnotiz der HipHop-Geschichte werden.

Boo-Yaa T.R.I.B.E.

Es steht wohl außerhalb jeder Diskussion, dass 150 Kilo-Samoaner so ziemlich die angsteinflößendsten Typen auf dem Planeten sind. Wenn sie dann noch fünf zutätowierte Gangmitglieder aus Compton sind, dann sind Respektsbekundungen angebracht. Beim Boo-Yaa T.R.I.B.E. lief es dann doch noch ein bisschen anders ab. Nachdem der jüngste der sechs Brüder 1987 getötet wurde, entschied man sich nach Japan auszuwandern und dort Musik zu machen. Im Land der aufgehenden Sonne waren die rappenden Samoaner so erfolgreich, dass sie beschlossen nach Amerika zurückzukehren. Wieder in L.A. angekommen wurden sie Ende der 80er zu Pionieren, weil sie als Erste auf Instrumenten rappten. Wer sich traut, kann sich das Video zu „Bang On“ anschauen — auf eigene Gefahr selbstverständlich:

Biz Markie

Biz ist einer der tragischen Charaktere des Games. Ein tragischer Clown, wenn man so will. Ähnlich wie Buff Love war er einer der ersten Beatboxer überhaupt, dazu noch DJ, Rapper und Witzbold in einem. Bis Anfang der 90er schien da aus Harlem ein neuer Star zu wachsen, bis ein ungeklärtes Sample auf dem dritten Album I Need A Haircut ihn zwang, die Platte vom Markt zu nehmen. Biz nahm es wie immer mit Humor und nannte das nächste Album All Samples Cleared!, doch konnte sich seine Karriere nie von dem Schlag erholen. Was mehr als schade ist, weil Biz doch immer eine gute Portion Komik in ein eher witzloses Genre brachte. Überzeugt euch selbst: