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Wie man eine perfekte private Afterhour hostet

Dir fehlen gute Afterhour-Locations in Wien? Dann mach doch deine eigene.

von Samantha Tobisch
10 Juni 2016, 10:30am

Leider wissen die Mädels nicht mehr wer dieses Foto gemacht hat.

Wer gut und gerne fortgeht weiß, dass solch ein Vorhaben nicht mit der Sperrstunde eines Clubs abgetan ist. Wir sind nämlich jung (geblieben), motiviert und möchten uns selbstverständlich nicht von unseren Druffi-Freunden trennen. Da es auch nicht allseits beliebt ist, sich noch mal in eine verrauchte und meistens platzbedürftige Afterhour-Hütte zu begeben, hat man einst eine neue und private Variante des Frühschoppens erfunden. Dabei handelt es sich um eine Behausung, deren Bewohner sich damit einverstanden geben, dass alle noch ein paar Stunden bei ihnen lümmeln dürfen. Damit dieses intime Happening nicht in die Binsen geht, wurde nach gründlicher Recherche unter Freunden der perfekte Guide zu einer perfekten Afterhour erstellt. Wer dieser Step-by-Step-Anleitung folgt, wird eine enorm dankbare und tatenherrliche Crowd in seinen vier Wänden wieder finden.

Die Musik

An erster Stelle ganz klar: die Musik. Wer nicht das Glück hat, einen DJ als Freund oder Freundin zu haben, der oder die dazu aufgelegt ist, nochmals aufzulegen, sollte sich auf ein gutes Set besinnen. Zudem ist es immer gut, wenn bloß eine Person den Posten der Musikbegleitung übernimmt. Aus Erfahrung weißt du nämlich, dass es sonst ziemlich anstrengend werden kann, wenn das eine oder andere Individuum "eh nur mehr noch einen Track" spielen möchte.

Das Publikum

An und für sich ist es ja immer schön und gut neue Leute kennenzulernen. Dagegen ist es bei einer richtig feinen Afterhour besser, wenn sich deine Post-Party-Truppe schon etwas näher kennt. Es gibt nichts Geschmeidigeres, als sich unter Gleichgesinnten noch ein bisschen gehen zu lassen. Ebenso sollten die Nachbarn oder eventuell vorhandene Mitbewohner keine Probleme mit deinem Gathering haben. Daher abchecken, wie laut es werden darf – somit bleiben böse Überraschungen und Polizisten, die keine Stripper sind, aus.

Das Mobiliar

Genug angenehme Flächen zum Chillen und Dahinvegetieren sind einfach unabdingbar. Wer eher spärlich und schwedisch oder gar möbelfrei wohnt, darf ruhig erfinderisch werden. Decken werden instant zu Picknickflächen am Boden, mehrere Pölster in einem Deckenbezug sind im Nu annehmbare Sitzkissen, die eine Arsch-Lähmung für einige Zeit verhindern sollten. Für die ganz Pre-Motivierten Gastgeber unter euch: kleine Styropor-Kügelchen in rauen Mengen ordern, Nähmaschine checken und ein paar Deckenbezüge aus dem letzten Jahrzehnt. Kügelchen rein in den Bezug und an der Knopfleiste quick and dirty zusammen nähen. Et voila, ein echtes Sitzkissen–thank me later.

Die Atmosphäre

Verdunkelte Räume und angenehme Lichteffekte sind das A und O des Feng-Shui der AH-Lehre. Also bitte kein grelles oder blinkendes Licht mehr, damit hat man in den Stunden davor sicher eh schon genug zu kämpfen gehabt. Bei Knappheit an Rollos darf die Sonntagszeitung herhalten, so wie die Lichterkette von Weihnachten der ganzen Geschichte noch den letzten Feinschliff giben (aber bitte, bitte ohne Blink-Effekte).

Die Barrierefreiheit für natürliche Bedürfnisse

Ein sauberes, unangeschissenes Klo und genug Klopapier. Der Lieblingsmensch wirst du auch wenn du Desinfektionstücher bereitstellst – für die Monks in deiner Schar. Außerdem: Taschentücher.

Die Energie-Lieferanten

Wer viel tanzt hat dann meistens eigentlich eh keinen Hunger, aber verantwortungsbewusste Partymenschen wissen: Es muss etwas gegessen werden. Der absolute Favorit ist die bewährte Banane. Soft beim Zubeißen und ein wertvoller Energiespender – dein Magen ist binnen kürzester Zeit befriedigt und man kann sich wieder anderen Themen widmen. Sommer-Tipp: Eis.

Die Drinks

Ein paar mögen vielleicht schon genug haben, andere wollen den Zustand jedoch erst jetzt herausforden. Daher: Jägermeister und/oder Nussschnaps. Und für die relativ Vernünftigen sind die sogenannten Soft-Drinks wie Eistee und Cola der Dauerbrenner. Wasser kommt ja ohnehin aus der Leitung. Hoffen wir zumindest für dich.

Die Ausstattung

Trinkgefäße für Wasser und Konsorten, Longdrinks und Shots. Check dir auch eine Küchenrolle, falls einer deiner Idioten-Freunde vergessen hat, dass man Gläser nicht umschüttet. Besorge genug Aschenbecher, damit die Gläser oder Becher auch nicht zweckentfremdet werden. Und: Ladegeräte für Handys. Am besten in mehrfacher Ausführung, wer so lange durch die Nacht/Morgen-Kombi zischt, hat ganz gewiss keinen Saft mehr auf seinem Device. Da aber das Bedürfnis nach sozialem Verhalten bestimmt noch auf Hochtouren läuft und du wahrscheinlich nicht willst, dass deine Freunde zu analogen Zombies werden, wären ein paar Kabel nicht schlecht. Auch ur wichtig: Zigaretten, Papers und Filter – geht nämlich immer aus. Aspirin, oder sogar etwas Stärkeres. Der Kater kommt nämlich auch, wenn man nicht pennt. Und für die Nachhaltigkeit dieser Events wäre ein Notizbuch mit Stift toll, damit lassen sich wichtige Anekdoten für die Ewigkeit festhalten. Kaugummis, unbedingt.

Foto von der Autorin

Das Outfit

Nach deinem Frühjahrsputz im Kleiderschrank ersparst du dir ab jetzt definitiv den Weg zum Altkleider-Container. Denn nichts fühlt sich besser an, als ein Ensemble aus einer gemütlichen Jogger und einem ausgewaschenen Werbegeschenk-Leiberl. Auch Fehlkäufe haben hier wieder die Chance, en Vogue zu werden: Es gibt bekanntermaßen immer ein paar Patienten, die wählerisch sind. Steck sie einfach in ein Outfit, das du selbst niemals anziehen würdest.

Weitere hygienische Massnahmen und Sicherheitsvor(ver)kehrungen

Wenn es dir um deine Dusche und Handtücher doch zu schade ist, dann solltest du wenigstens Deo (zum Sprühen), Abschminktücher und Gästezahnbürsten zur Verfügung stellen. Kondome. Nicht, dass man unbedingt Bock darauf hat, dass die Übriggebliebenen sich mit anderen Resteln in deinem Tempel paaren, dennoch: Vorsicht ist besser als Aids. Das gilt eben auch für deine notgeilen Freunde.

Noch ein paar Deluxe-Varianten

Duscherlaubnis, Haarbürste inkl. Gummiringerl, Sonnenbrillen und ein Bett in ruhiger Umgebung, um kurz abzuschalten.


Schon die Hälfte dieser Tasks zu erfüllen reicht aus, um ein äußerst leiwandes Morgenstunden-Sit-in zu gestalten. Gutes Gelingen! (Und ein happy Aufräumen danach).

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