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Videospiele haben nach wie vor ein Problem mit Mutterfiguren

"Red Dead Redemption", "Heavy Rain", "The Last of Us": Mehrdimensionale Vaterfiguren gibt es zuhauf. Wo bleiben die spielbaren Mütter?

von Lisa Ludwig
12 Mai 2017, 9:39am

Ich befinde mich in einem dunklen Schacht und krieche durch Scherben. Mit jeder schwerfälligen Bewegung nach vorne, blute ich stärker. Wenn ich noch einmal falsch abbiege, werde ich endgültig kollabieren – aber wer rettet dann meinen Sohn?

Heavy Rain erschien 2010 und ließ einen (unter anderem) in die Haut des verzweifelten Ethan Mars schlüpfen, dessen Kind entführt wurde. Auch wenn die Handlung in "Was würdest du tun, um deine Liebsten zu retten?"- Saw-Manier zunehmend kruder und düsterer wurde, gab einem das Spiel eine bemerkenswerte Möglichkeit: eine realistische Vaterfigur zu spielen. Sei es nun beim Herumtoben mit den Kindern im Garten oder beim deprimierenden Abendessen am Küchentisch, nachdem die einst so glückliche Ehe ein tragisches Ende gefunden hatte.

Vaterfiguren (egal ob tatsächlicher Vater oder väterlicher Freund) feiern in Videospielen Hochkonjunktur. Sie verkörpern Durchhaltevermögen, körperliche und mentale Stärke und besitzen durch die Liebe zu ihrer Familie gerade genug "Schwäche", um menschlich zu wirken und den Spieler zu emotionalisieren. Sie können handlungsunterstützende Nebenfiguren wie Sully aus der Uncharted-Reihe oder moralisch fragwürdige Protagonisten wie Booker DeWitt aus Bioshock Infinite sein, ohne sich dem Vorwurf stellen zu müssen, die immer gleichen Stereotype zu reproduzieren.

Ich habe mit Joel aus The Last of Us geweint, als seine Tochter in seinen Armen gestorben ist und als John Marston in Read Dead Redemption meinem Sohn das Jagen beigebracht. Eine Frage habe ich mir dabei aber trotzdem immer wieder gestellt: Wo sind die ganzen Mütter und warum dürfen wir sie nicht spielen?

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