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Fotografie

Die fotografischen Illusionen von Logan Zillmer entführen euch in eine surreale Welt

Für seine wirklichkeitsverzerrenden Effekte greift der US-Fotograf lieber auf selbst gebautes analoges Equipment zurück als in die digitale Trickkiste.
2.12.14

Der konzeptionelle Fotograf Logan Zillmer ist ein Meister der surrealen Bilder. Mit einem gesunden Mix aus selbstgebasteltem Licht-Equipment, notdürftigen Set-Utensilien und purer Vorstellungskraft sowie einem Klecks Photoshop kreiert er der Wirklichkeit trotzende Fotografien. Ganz im Stile von Erik Johansson oder Sandro Millers Malkovich-Remixen versucht er die surrealen Effekte ganz ohne Computer-Generated-Imagery zu kreieren.

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Der Großteil seiner vielfältigen Arbeiten entstammt der 365 Photo Challenge, einem Wettbewerb, bei dem Fotografen ein Jahr lang jeden Tag ein neues Bild kreieren müssen. Künstlerisches Wachstum wird so gerade zu erzwungen. Zillmers Weiterentwicklung im Laufe des schwierigen und langwierigen Wettbewerbs wird in seinen Bildern offensichtlich, wenn man sich die komplexen Konzepte vornimmt, die er fabriziert, von künstlerisch platzierten Leitern bis zu brennenden Bürostühlen. „Die Aufnahmen habe ich gestern gemacht, hatte aber keine Zeit sie zu bearbeiten“, schreibt Zillmer über das Bild 361/365 - The Trial. „Ich habe gelernt, dass man schnell ersticken kann, wenn man Lack verbrennt, auch draußen.“

361/365 - The Trial, 2014

Seit dem Ende der 365 Photo Challenge hat sich Zillmers kreativer Output nur noch gesteigert. Auf einem seiner neueren Fotos namens Untitled (Spur Series no. 3) zeigt er einen Mann, der in Richtung eines leuchtenden, vom Himmel hängenden Platzes schaut. Mit den entsprechenden Making-of-Bildern zeigt Zillmer, wie er den Effekt des leuchtenden Platzes erzeugt hat: Er fotografierte eine wirkliche Person mit einem Reflektor in der Hand anstatt ein komplett digitales Objekt zu kreieren. Kurz nach der Geburt seiner Zwillinge, fühlte Zillmer sich veranlasst, das Bild sofort zu veröffentlichen. „Viele Leute betrachten Kinder als den Anfang vom Ende eines künstlerischen Lebens. Ich denke, das Gegenteil ist der Fall. Sie sind Inspiration, weitere und bessere Kunstwerke zu schaffen. Ein Ansporn, weiterzumachen.“

Während Zillmers bisherige Bilder mit dem Gedanken von Isolation oder der Konformität in der Firma spielen, freuen wir uns schon darauf, wie Zillmer die surreale Seite der Kindererziehung auf kreative Form zum Ausdruck bringt.

>> Besucht Logan Zillmers Website