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Archäologie

Forscher entdecken 1000 Jahre alte Mumie eines Mönchs im Inneren einer Buddha-Statue

Das Team um den Buddhismus-Experten Erik Bruijn lieferte den seltenen Patienten ins Krankenhaus ein, wo er per Computertomografie untersucht wurde.

von Johannes Hausen
24 Februar 2015, 3:38pm

Bilder mit freundlicher Genehmigung des Drents Museum

Ein ungewöhnlicher Patient sorgte im Dezember vergangenen Jahres für Aufsehen im Meander Medical Center. Das Krankenhaus im niederländischen Amersfoort nahm sich einer knapp 1000 Jahre alten Buddha-Statue an und begutachtete sie per Computertomographie und Endoskop.

Was im CT-Scan zum Vorschein kam, gleicht einer Sensation: Im Inneren der Statue fand das Forscherteam unter der Leitung des Buddhismus-Experten Erik Bruijn vom World Museum in Rotterdam die menschlichen Überreste einer chinesischen Mumie. Sie gilt als einzige Mumie ihrer Art, die in der westlichen Welt für wissenschaftliche Forschungen zur Verfügung steht.

Mit Hilfe des Endoskops entnahm Bruijn, der während der Prozedur mit einem Gastroenterologen und einem Radiologen zusammenarbeitete, DNA-Proben aus dem Inneren der Mumien und endteckte dabei auch Papierfetzen mit alten, bisher nicht bekannten, chinesischen Schriftzeichen.

Wissenschaftler gehen davon aus, dass es sich bei dem mumifizierten Leichnam um den Körper des berühmten buddhistischen Gelehrten Liuqan handelt. Die Statue gelangte als chineische Leihgabe an die Niederlande ins Drents Museum in Assen, wo sie im vergangenen Jahr als Teil einer Ausstellung zu sehen war. Derzeit befindet sich die Mumie noch bis Mai 2015 im Ungarischen Naturwissenschaftlichen Museum im Budapest. Anschließend wird sie in Luxemburg zu sehen sein.