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Mutmaßlicher Moschee-Bombenleger von Dresden hetzte für Pegida

Es ist einfach nur gruselig.
09 Dezember 2016, 10:20am

Die Tür der "Fatih Camii" in Dresden nach dem Angriff | Foto: imago | xcitepress

Am 23. September gingen in Dresden zwei Sprengsätze in die Luft. Jetzt wurde auf einer Baustelle in Hessen der 30-jährige, mutmaßliche Täter festgenommen, das bestätigte eine Sprecherin der Polizei Sachsen gegenüber VICE. Die Polizei Sachsen bestätigte zudem, dass der Mann Redner bei Pegida war. Den Namen des mutmaßlichen Täters bestätigen Polizei und Staatsanwaltschaft zum Schutz der Persönlichkeitsrechte nicht.

Die erste Brandbombe explodierte am 23. September um kurz vor 22 Uhr vor der Tür der deutsch-türkischen Moschee "Fatih Camii", die vom Islamverband DiTiB betrieben wird. Die Tür fing Feuer. Als die Brandbombe vor der Tür der Moschee explodierte, befand sich der 46-jährige Imam Hamza Turan gerade in der Moschee, während seine Frau in der Wohnung im selben Gebäude schlief. Knapp eine halbe Stunde später explodierte eine weitere Brandbombe auf der leeren Terrasse des Internationalen Congress Centers Dresden, wo sie einen Glasquader beschädigte. An beiden Orten fand die Polizei "Reste eines selbstgebauten Sprengsatzes".

Der mutmaßliche Täter sagte im Sommer bei einer Rede in Dresden ins Mikro: "Hallo, ich bin (...) und gehöre laut Spiegel zum harten Kern von Pegida." Applaus und Gejohle.

Rechte Gewalt hat in Deutschland eine Form angenommen, die Angst macht. Amnesty International klagte in einem Bericht von diesem Jahr an: Noch nie waren die Zahlen rassistischer Gewalt in Deutschland so hoch; das Land lasse die Opfer allein und komme damit seiner menschenrechtlichen Verpflichtung nicht nach. Der Bombenanschlag auf die Moschee in Dresden, den der Pegida-Redner verübt haben soll, scheint somit die Spitze eines Eisbergs aus brauner Scheiße zu sein.

Der mutmaßliche Bombenleger forderte in seiner Rede im Sommer von Merkel "das Schützen der Bürger vor kriminellen Aktivitäten". Er sagte, dass Kinder vor Straftaten von Ausländern geschützt werden müssten. Der 10-jährige Sohn des Imams erlebte den Bombenanschlag auf die Moschee, neben der er mit seiner Familie wohnt, so: "Am Abend habe ich aus dem Fenster geguckt, weil ich draußen was gehört hatte. Jemand hatte etwas geworfen—ich dachte zuerst, einen Stein. Draußen sah ich jemanden mit einem Motorradhelm, und dann hörte ich einen Knall."

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