es klatscht—aber keinen beifall

Würzburger Ultras schämen sich für Klatschpappen mit Wechselgesang-Anleitung

Für den „B-Block Würzburg" ist die Aktion „eine Blamage par excellence". Deshalb hauen sie mal eben ein Manifest gegen Klatschpappen raus.
27.4.16

Am Samstag gewannen die Würzburger Kickers mit 2:1 gegen Hansa Rostock. Der Aufsteiger festigte damit den dritten Platz, was eigentlich ein Grund zur Freude sein müsste. Eigentlich. Denn für die Fangruppe „B-Block Würzburg" hatte der Sieg gegen Rostock einen faden Beigeschmack. Im Kickers-Stadion am Dallenberg wurden vor dem Spiel Klatschpappen verteilt. Darauf abgedruckt: Eine Anleitung zum Wechselgesang zwischen Stadionsprecher und Fans. Für die aktive Fanszene ein Desaster.

„Klatschpappen sind ohnehin an Peinlichkeit nicht zu überbieten", heißt es in der Stellungnahme des „B-Block Würzburg". „Als würde das nicht reichen, hat unsere glorreiche Marketing-Abteilung noch einen dermaßen peinlichen Aufdruck angebracht, sodass diese Thematik nun bei halb Fußballdeutschland—zurecht—in aller Munde ist." Dass aktive Fangruppen etwas gegen Klatschpappen haben, ist nicht neu. Doch vor allem der Spott aus dem Internet sorgte für zusätzliche Wut. Zuvor hatten sich zahlreiche Twitter-Nutzer und Blogger über die Bilder der bedruckten Klatschpappe lustig gemacht.

Laut „B-Block Würzburg" soll es vor der Saison Gespräche zwischen Fanvertretung und den Vorständen der Würzbürger Kickers gegeben haben, in denen die Fans ihre Abneigung für solche „Stimmungsmacher" erklärten und der Verein Verständnis gezeigt haben soll. „Das ist demnach ein doppelter Schlag ins Gesicht für jeden, der sich für die Fankultur in Würzburg stark macht, und eine Blamage par excellence für jeden Roten", heißt es in der Stellungnahme. Jetzt will sich die Gruppe ein weiteres Mal mit dem Vereinsvorstand zusammenzusetzen. „Bis dahin appellieren wir an jeden Fan unserer Kickers, das Klatschpappen-klatschen sein zu lassen. Dieser importierte Ami-Trend gehört maximal zum Handball oder zum Basketball, aber im Fußballstadion hat dieser Jux nichts verloren."

Doch damit nicht genug. Die Gruppe holte noch mal aus und machte aus der Stellungnahme gleich ein ganzes Manifest gegen Klatschpappen: „Stimmung im Stadion entsteht garantiert nicht durch das lustlose und monotone Geklatsche mit diesen erbärmlichen Pappen, denn damit macht man sich höchstens zum Affen—mehr nicht." Zum Abschluss hieß es noch: „Fußball lebt durch seine Emotionen auf dem Spielfeld und auf den Rängen, also tut euch und der Fankultur einen Gefallen und tut das einzig richtige: Werft den Scheiß einfach in den nächsten Mülleimer!" Für neue Klatschpappen sollte jedoch gesorgt sein: Investor der Kickers ist das Würzburger Unternehmen „Flyeralarm"—eines der größten Online-Druckereien Europas.