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drogenschmuggel

Ein Mann hat Crystal Meth im Wert von drei Millionen Euro nach Deutschland geschmuggelt

Familientragödie, gefährliche Kurierfahrten und ein krimineller Boss namens "Mercedes-Mann": eine Geschichte fast so spannend wie 'Breaking Bad' an der deutschen Grenze.

von VICE Staff
28 April 2017, 3:27pm

Symbolfoto: imago

Symbolfoto: imago

41 Kilo Crystal Meth – das reicht, um vier Millionen Menschen high zu machen, und kostet an die drei Millionen Euro. Diese Menge hat Ales B., ein 49-jähriger Tscheche bei seinen Kurierfahrten nach Deutschland geschmuggelt – bis die Polizei ihn im Oktober 2016 in Naumburg in Sachsen-Anhalt packte. Gestern wurde er in Dresden zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt.

Eigentlich war die Dresdner Kripo auf der Suche nach einem albanischen Drogenbaron, genannt "Mercedes-Mann". Dabei stießen die Beamten auf Ales B. Zwei Mal beobachteten sie ihn beim Schmuggeln. Beim dritten Mal schnappten sie zu und packten dabei auch den 23-jährigen Syrer Basel A., der eine Zwei-Kilo-Lieferung des Tschechen abnahm – und dafür fünf Jahre Haft kassierte.

Nachdem Ales B. aufgeflogen war, gestand er mehr, als ihm die Polizei hätte nachweisen können: 30 Überfahrten nach Coswig, Naumburg, Halle und Leipzig mit einem Gepäck von 41 Kilo Crystal Meth, bestätigte ein Pressesprecher des Dresdner Landgerichts gegenüber VICE.


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Der Arbeitslose B. ist die gefährlichen Kurier-Fahrten angetreten, sagte er vor Gericht aus, weil seine Tochter krank sei und er selbst arbeitslos. In seinem Geständnis verriet er viele Details über den gesuchten Mercedes-Mann und weitere involvierte Kriminellen. Seitdem steht B. unter Zeugenschutz, wie die BILD berichtete: Gefängnis-Insassen hätten ihm mit dem Tod gedroht.

Weil er selbst noch keine Vorstrafen hatte und bei der Überführung weiterer Schwerverbrecher half, kassierte B. nur sechseinhalb Jahre Haft – sonst wären es bis zu 14 gewesen.

Das ist nicht der einzige Fall, in dem die Polizei von große Drogenmengen erfuhr, wenn sie eigentlich auf der Suche nach anderen Dingen war: Zollbeamte nahmen vor gut einem Jahr einen Bauernhof in Bad Belzig wegen des Verdachts auf illegalen Zigarettenschmuggels unter die Lupe. Im Keller eines 60-jährigen Landwirts fanden sie mehr als illegale Kippen: 110 Kilo Drogen für 1,5 Mio Euro Straßenwert. Im Einzelnen waren das: 72 Kilo Marihuana, etwa zehn Kilo Amphetamin, sieben Kilo Kokain, 15,5 Kilo Haschisch und 5,7 Kilo Ecstasy-Pillen.

Und Anfang April entdeckten Mitarbeitern einer Bananenreiferei in Leverkusen eher zufällig weißes Pulver bei einer Warenkontrolle. Bei der Warenkontrolle fiel ihnen abgepacktes, weißes Pulver auf. Die Polizei stellte daraufhin 384 Kilo Koks sicher. Vom Besitzer fehlte jede Spur, die Vermutung: Das Pulver wurde versehentlich an die Firma geliefert. Ob der eigentliche Adressat noch immer auf seine Lieferung wartet, ist nicht bekannt. Wir nehmen an, dass er auf eine Reklamation verzichtet.

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