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180 Kilometer High-Tech-Schwimmen von Kuba nach Florida

Diana Nyad ist es dank wissenschaftlicher Hilfe gelungen, 180 Kilometer durch ein Meer voller Haie und Quallen zurückzulegen.

Bevor du dich in einen Sport stürzt, solltest du drei Dinge beherzigen: die Regeln, deine Erfolgsaussichten und den besten Zeitpunkt zum Aufhören. Im Fall von Diana Nyad, der resoluten 64-jährigen Langstreckenschwimmerin, wäre es schon nicht verkehrt, wenn sie zumindest zwei der drei Dinge beachten würde.

Am 31. August 2013 ist Nyad in die haifischreichen Gewässer vor Kuba gesprungen, um bis zur rund 180 Kilometer entfernten Küste Floridas zu schwimmen. Und 53 Stunden später, hatte sie dies auch tatsächlich geschafft—ohne einen schützenden Haikäfig.

Warum solltest du dein Leben riskieren im Angesicht kaum bezwingbarer Umstände? Warum mehr als 50 Stunden vor allem in Richtung Meeresgrund starren, während man sich abstrampelt? Vermutlich aus dem selben Grund, aus dem Menschen sich Fallschirme auf den Rücken schnallen und aus perfekt funktionierenden Flugzeugen stürzen. Wer weiß. Mein Tipp jedenfalls ist, dass Diana's vier fehlgeschlagene Versuche die Strecke zu bewältigen mit ihrer tiefgreifenden Entschlossenheit zu tun haben, eine scheinbar unmögliche Herausforderung zu meistern.

Das Meer hält jedenfalls nicht wenige Schrecken für alle Lebewesen ohne Kiemen bereit, und um die zu bewältigen brauchst du sowohl individuelle Furchtlosigkeit, als auch ein Team von innovativen Experten, das keine Grenzen und Schwierigkeiten, sondern nur Herausforderungen, kennt.

Nyad's Trip war gleichzeitig eine übermenschliche und eine ziemlich persönliche Mission, die nur ermöglicht wurde durch die aufopferungsvolle Unterstützung von Wissenschaftlern, Ozeanographen, Navigatoren, Physiotherapeutin und persönlichen Betreuern. Ein Biochemiker, der sich auf Quallen spezialisiert hat, hat zum Beispiel einen stichsicheren Anzug entwickelt, während eine Gruppe von Meeresforschern ein unsichtbares Schutzschild entwickelt haben, welches mit elektrischen Pulsen neugierige Haie abhalten sollte. Und ein Fachmann für Prothesen entwickelte eine ziemlich angsteinflössend aussehende Maske, die Diana's Gesicht schützte vor den lebensgefährlichen Würfelquallen, die jeden noch so kleinen freien Hautfetzen finden, wie Diana bei früheren Expeditionen qualvoll erfahren durfte.

Diana war ein entscheidender Antrieb. Sie trug die körperlichen Belastungen und Anstrengungen auf ihren eigenen Schultern; und hat sich das Know-How und ihre eigene selbst entwickelte Wissenschaft vom Extremschwimmen mühsam selbst erarbeitet. Ihre Kraft ist enorm, aber nach ihren wiederholten fehlgeschlagenen Versuchen, waren es auch die technischen Innovationen, die ihr halfen ihre Chancen zwischen Leben und Tod, Erfolg und Aufgeben zu ihren Gunsten zu erhöhen.