Tech

Endlich erfunden: Die Flasche, die sich selbst bis auf den letzten Tropfen leert

Nie wieder Shampoo-Flaschen auf den Kopf stellen oder vergeblich am Ketchup rumschütteln.
29.6.16
Philip S. Brown und Joe Camoriano führen die Abfließeigenschaften ihrer Beschichtung in einem Video vor. Bild: The Ohio State University.

Die Wissenschaft hat uns Menschen auf den Mond gebracht, sie heilt heute unsere Krankheiten, die zuvor viele Jahrtausende lang tödlich endeten, und sie ermöglicht uns einen Einblick in die unendlichen Weiten des Universums. Jetzt könnte es der Forschung endlich gelungen sein, ein ganz irdisches Problem zu lösen: Zwei Ingenieure haben eine Methode vorgestellt, wie man auch den letzten Tropfen aus einer Flasche oder einem Shampoo-Behälter herausbekommt—ohne nerviges Schütteln oder Rumgedrücke.

Anzeige

Wenn das Verfahren sich auch auf dem Markt durchsetzt, dann gehört das krampfhafte Schütteln von Ketchup-Flaschen und das verzweifelte auf den Kopf Stellen von Shampoo-Flaschen, aus denen man alles rausdrücken will, der Vergangenheit an. In einer neuen Studie erläutern die Ingenieure Bharat Bhushan und Philip Brown von der Ohio State University (OSU), wie ihr neues Verfahren die Fließeigenschaften von Flüssigkeiten aus Flaschen heraus optimiert. Das Patent ist derzeit noch anhängig.

„Das ist doch das, was man klassisch als First-World-Problem bezeichnet, oder?", kommentiert Bhushan die Erfindung. „Aber die Hersteller sind definitiv an einer Lösung interessiert, weil sie Milliarden von Flaschen herstellen, die im Müll landen, obwohl sich in ihnen noch ein Restinhalt befindet."

Damit diese Verschwendung zumindest minimiert wird, haben Bhushan und Brown ein Verfahren mit ultra-feinen Silizium-Nanopartikeln entwickelt. Diese Partikel bilden Y-artige Strukturen, die mikroskopisch klein sind und als eine Art Sockel für die Flüssigkeit fungieren. Dadurch haften Flüssigkeiten nicht mehr am Rand im Inneren der Flasche, und die Tropfen können entspannt zur Öffnung der Flasche geleitet werden und abfließen. Voilá.

„Wir haben doch alle zu Hause diese Flaschen mit ärgerlichen Shampoo-Resten", sagt Bhushan. „Ich selbst habe ein paar in meiner Dusche rumstehen. Um den letzten Tropfen herauszubekommen, stelle ich sie auf den Kopf, meine Frau füllt die Flaschen mit Wasser auf und wir versuchen es eine Weile. Wir geben dann auf und schmeißen die Flasche einfach weg."

Wer kennt es nicht? Man bezahlt den vollen Preis, also will man auch den ganzen Inhalt der Flasche auskosten—man drückt und drückt, aber die Behältnisse aber ihren Inhalt nicht preis. Hoffen wir, dass das neue Verfahren der beiden Wissenschaftler der Anfang vom Ende dieses unsäglichen Kampfes ist.