Dieses Rube Goldberg ist der langsamste Geniestreich der Welt
Alle GIFs: YouTube aus „World's Slowest Rube Goldberg | Field Day Presents Bob Partington".
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Dieses Rube Goldberg ist der langsamste Geniestreich der Welt

„Das ist mein Rube Slowberg.“
29 Oktober 2015, 10:31am

Nach sechs Wochen, drei Tagen, sieben Stunden und zwei Minuten hebt sich der Golfball, fliegt an einer Grand Canyon Tapete vorbei und landet—auf dem Green, etwa drei cm neben dem Loch.

Der kleine, weiße Ball, der sein Ziel am Ende so knapp verfehlt, spielt die Hauptrolle in einem der neuesten Filme des Videokanals „Field Day", einer Kooperation von YouTube und einer Londoner Produktionsfirma. Gemeinsam mit dem 36-jährigen Künstler und Erfinder Bob Partington ist so der langsamste „Rube Goldberg" der Welt entstanden. Eine Maschine also, die Prozesse so kreativ herauszögert, dass sie eigentlich eher ein Kunstwerk ist. Am Ende des aktuellen Meisterwerks, das den geneigten Zuschauer bestens unterhält, steht für den Erfinder allerdings ein enttäuschtes „Fuck."

Kaffee, der sich selbst aufsetzt, sobald der Wecker klingelt, Servietten, die sich nach dem Essen automatisch ausbreiten, Zahnpasta, die genau zur richtigen Zeit aus der Tube spritzt: Rube Goldbergs sollen eigentlich das Leben des Erfinders vereinfachen, funktionieren aber meistens unglaublich kompliziert—was sie zu verspielten Darstellungen macht, die man sich gerne anschaut. Sie sind nach ihrem Erfinder benannt, einem US-amerikanischen Cartoonisten, der für seine Zeichnungen im Jahr 1948 den Pulitzer Preis erhalten hat.

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Dass die verspielt-mechanischen Kunstwerke als Videos gut funktionieren, wissen wir spätestens seit die für kreative Musikvideos bekannte Alternative Rock Band OK Go ihren Film zu „This Too Shall Pass" vorstellte. Dort wird ein Rube Goldberg von einem Spielzeugauto angestoßen—und endet im Chaos.

Bob Parlingtons Rube Goldberg soll helfen, einen Golfball in ein Loch zu bugsieren, braucht dafür aber sechs Wochen. Nach dem soften Anschlag durch den US-amerikanischen Erfinder wird der Ball in einem von einem Sirup-Fluss angetriebenen Boot weiter transportiert. Später übernimmt Ingrid: Die Schildkröte trägt den Ball auf ihrem Rücken zur nächsten Station. Zwei Stunden wird er dann von sechs schmelzenden Wassereisen aufgehalten, auf deren Stielen er weiterrollt. Jetzt erst landet der Ball in einer Gewächsanlage. Hier wartet er sechs Wochen, um von wachsendem Gras weitergeschoben zu werden.

Das Video, das die Produzenten auf etwa drei Minuten zusammengeschnitten haben, zeigt, dass ihnen kein Aufwand zu viel war, um die Kreativität des Erfinders zu zeigen. „Das ist mein Ruby Slowberg", sagt Partington im Interview mit CNN voller Stolz.