So wird eine 100.000-Dollar-Bong hergestellt

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So wird eine 100.000-Dollar-Bong hergestellt

"Ich arbeite mindestens zehn bis zwölf Stunden durch, bis mich mein Hunger, zu viele Zigaretten und die ständig gleiche Umgebung in die Knie zwingen."
29.11.16

Josh Opdenaker aka JOP! ist ein unglaublich talentierter Glasbläser aus Philadelphia, der dieser Tätigkeit schon seit 15 Jahren nachgeht und sich in diesem Zug auch sein Studio namens Jop Glass aufgebaut hat. Im Grunde kann man ihn auch als eine Art Pionier bezeichnen, denn inzwischen haben sich alleine in der Gegend um Joshs Laden herum 18 weitere Glasbläser niedergelassen. "Ich war schon da, als man mit diesem Handwerk noch nicht wirklich Geld verdienen konnte", sagt er. "Und ich werde immer noch da sein, wenn sich damit irgendwann kein Geld mehr verdienen lässt."

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Wir haben Josh mit einer Einwegkamera ausgestattet, damit er für unsere "First-Person Shooter"-Reihe seinen Arbeitsalltag dokumentiert. Und so bekommen wir nun exklusive Einblicke in die Produktion einer kassettenförmigen Bong, eine Studiotour sowie Fotos vom "Baby Mecha Ganesh", einem Wasserpfeifengebilde, das über 100.000 Dollar wert ist. Gleichzeitig hat uns JOP! auch noch ein paar Fragen zu seinem geliebten Handwerk beantwortet.

VICE: Wie sieht ein normaler Arbeitstag bei dir im Studio aus?
Josh Opdenaker: Direkt nach dem Aufstehen fahre ich mit dem Fahrrad zum Studio. Morgens bin ich immer am produktivsten, deshalb lasse ich das Frühstück und meistens auch das Mittagessen sausen. Als Erstes entzünde ich den Brennofen und anschließend mein Gras. Marihuana ist für mich so etwas wie ein Werkzeug, denn es hilft mir beim Schaffensprozess und bringt meine Kreativität auf Hochtouren. Ich arbeite dann mindestens zehn bis zwölf Stunden durch, bis mich mein Hunger, zu viele Zigaretten und die ständig gleiche Umgebung in die Knie zwingen. Aber wenn ich mich voll und ganz einem Werkstück verschreibe, dann kommen Essen und Ruhe eben erst an zweiter Stelle. Nach dem Feierabend gönne ich mir abschließend noch ein paar Bierchen in der Kneipe gegenüber.

Wie bist du überhaupt zum Glasblasen gekommen?
Ich habe einige Jahre lang Steinskulpturen gemacht, aber irgendwann wollte ich dann nicht mehr ständig pleite sein. Mein Kumpel JAG stellte zu dieser Zeit Bongs in der Küche eines anderen Kumpels her (nicht zu empfehlen!) und machte dabei gut Kohle. Er ließ mich dann ein wenig mit seinem Equipment herumprobieren und nach 15 Minuten wusste ich, was ich für den Rest meines Lebens machen würde.

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Also kratzte ich mein letztes Geld zusammen und kaufte mir meinen ersten Bunsenbrenner und einen kleinen Ofen. In einer angemieteten Garage ging ich die ersten Jahre dann nach dem Trial-And-Error-Prinzip vor. Damals konnte man die nötigen Techniken nämlich nicht einfach irgendwo abschauen und das Internet steckte noch in den Kinderschuhen. Man musste halt einfach experimentieren. Wenn es nicht geklappt hat, dann war eine andere Herangehensweise an der Reihe.

Nimmst du auch Aufträge an?
Als ich mir noch keinen Namen erarbeitet hatte, nahm ich auch Aufträge an, ja. Inzwischen mache ich aber nur noch das, auf was ich Lust habe. Das hat sowohl Vor- als auch Nachteile: Zum einen habe ich so zwar eine unglaubliche künstlerische Freiheit, aber zum anderen kann es auch etwas dauern, bis ich was verkaufe.

Welche Leute kaufen deine Bongs?
Das ist ganz unterschiedlich, da die Preise meiner Pfeifen sehr stark variieren—zwischen 90 und 100.000 Dollar ist da alles dabei. Ich habe es also sowohl mit 0815-Kiffern, die noch in den Kellern ihrer Mütter wohnen, als auch mit Rap-Stars zu tun.

Auf welches deiner Werke bist du besonders stolz?
Auf den "Baby Mecha Ganesh". Dabei handelt es sich um ein knapp einen Meter großes Baby mit sechs Armen. Den Kopf kann man genauso wie die Pfeife abnehmen. Ich habe zwei Monate lang Tag und Nacht gearbeitet, um dieses Projekt fertigzustellen, und dabei irgendwann sogar viele andere Aspekte meines Lebens—zum Beispiel meine Freunde—komplett ausgeblendet. Rückblickend war es das jedoch alles wert, denn Baby Mecha Ganesh ist ein einzigartiges Kunstwerk, das ich so nie wieder hinkriegen werde.

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Julian Morgans eigene fotografische Arbeiten findest du auf seiner Website oder bei Instagram.