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Die Kunst der Fahndungsbilder

Es kann nur einen Grund für diese Überschwemmung von grafisch eher erbärmlichen Phantombild-Skizzen geben. Die Polizei erhofft sich damit die Verbrecher so sehr zu demütigen, dass sie nie wieder irgendwo einbrechen oder irgendwen vergewaltigen.
2.11.10

Ich weiß nicht genau, was an den Polizeischulen so gelehrt wird, aber was die Studenten hier abliefern ist echt bitter. Es kann also nur einen Grund für diese Überschwemmung von grafisch eher erbärmlichen Phantombild-Skizzen geben. Die britische Polizei erhofft sich damit die Verbrecher so sehr zu demütigen, dass sie nie wieder irgendwo einbrechen oder irgendwen vergewaltigen. Eines der ersten Kunstwerke, dieser Art, sah ich hier. Die Polizei aus Hampshire gestalteten einen geschmackvollen Cyberpunk, mittleren Alters mit hübscher Kopfsalatfrisur. Seitdem habe ich Tonnen solcher Comic-Bösewichte gefunden. Meine Favoriten gibt es hier.

„Ich dränge die Leute immer dazu, die Fahndungsbilder genau anzusehen und sich zu fragen, ob sie diesen Mann kennen.“ sagt Adele Ainscough von der Great Manchester Police. Der Herr mit Kapuze wird gesucht, weil er eine Rentnerin zu Hause überfallen hat. Vermutlich ist ihre Wohnung im Weltraum, daher auch der Raumanzug auf dem Phantombild.

Anscheinend ist dieser Typ neun Jahre alt und anscheinend wirklich menschlicher Herkunft. Anscheinend stahl er einem Kind den Roller. OK, den letzten Fakt glaube ich, er sieht sehr böse aus, so böse, als würde er gleich durch den Bildschirm kommen und mich zerstückeln. Es gibt jedoch einiges, was dieses Bild etwas seltsam macht, seine Frisur und auch seine zielsicher gesetzten Augen. Es ist als hätte ich fünf Minuten damit verbracht ein Selbstporträt in MS Paint zu erstellen und dann hätte ein Dämon meine Augen reingehext.

Eine weitere Schwierigkeit beim Erstellen elektronischer Fahndungsbilder, ist den richtigen Umfang des Gesichtes zu finden. Dieser Kopf gehört anscheinend einem Mann, der einer 83jährigen Frau den Arm gebrochen hat, nachdem er in ihre Wohnung eingebrochen war. Er sieht aus als hätte er sich mit Honig eingeschmiert und danach Bienen sein Gesicht schänden lassen.

Hier ist ein weiteres Opfer der selbst auferlegten Bienenschändung.

Verdächtiger Nummer fünf. Er hat wohl ganz böse Karikaturen über den Ku-Klux-Klan veröffentlicht. Zuletzt wurde er in Bedford gesehen, hat genüsslich eine komplette Wassermelone auf einmal verschluckt und  seine kanibalistischen Vorlieben an Popeye ausgelassen.

Die Menschen lästern gerne über Immigranten und Pädophile aber niemand hat den Mut, der wirklichen Bedrohung für die Gesellschaft ins Auge zu sehen. Die Kiffer vom Mars kommen langsam und legen sich über unsere verschlafenen Städtchen.

Ich bin mir nicht ganz sicher, was ich dazu sagen soll. Er sieht aus wie ein griechischer oder australischer Mann, der eines Tages aufwachte und sein Gesicht auf dem Daumen hatte. Es wird nur noch eine Frage der Zeit sein, bis die Spurensicherung überall Abdrücke seiner Hackfresse finden wird.

Wenn einem das Gesicht völlig weg brennt und dann ein neues Gesicht zusammen gebastelt wird, das aus Teilen von fünf verschiedenen Männern besteht, dann sieht man so aus. Oder wenn man einen Tresor aus einem Pub am Sonntagnachmittag klaut, ja dann sieht man auch so aus. „Der Mann sah ziemlich merkwürdig aus und wir konnten keinen guten Blick auf sein Gesicht bekommen“ sagte ein Zeuge aus. „Der Mann hatte nur ein Ohr, auf dem Phantombild hat er aber zwei. Und sein Schnurrbart sah auch anders aus.“ Na dann, auf eine gute Zusammenarbeit.

„Lady, sah so ihr Angreifer aus?“

„Nein, nein! Machen sie die Augen größer, größer, sehr viel größer!“

Mehr darüber, wie man kriminelle Fresse zu Papier bringt, könnt ihr hier lesen.