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Hanging out with ... Ayzit Bostan, Gerhard Kellermann und Koudlam

Wir hingen mit der Münchner Designerin/DJ/Künstlerin Ayzit Bostan, dem Industriedesigner/Fotografen Gerhard Kellermann und Koudlam im Hofgarten ab.
24.7.12

Replika ist das fluoreszierende Geisteskind von unserer Münchner Lieblingsdesignerin/DJ/Künstlerin Ayzit Bostan und dem Industriedesigner/Fotografen Gerhard Kellermann. Wir haben uns mit den beiden letzten Freitag schon nachmittags im Hofgarten getroffen, um uns die Installation in Ruhe anzuschauen, bevor sich am Abend so ungefähr jeder zur Vernissage gedrängt hat, der sich in München für Kunst interessiert oder Koudlam auch nur einen Bruchteil so sehr liebt wie Ayzit und wir (und jeder sonst, der ein wenig Verstand hat). VICE: Hey Ayzit und Gerry, was fasziniert euch so am Konzept der Replikation?
Gerhard Kellermann: Für uns beide ist es ein sehr spannender Ausdruck. Er wird sehr schnell als Kopie oder Nachahmung aufgefasst. Natürlich handelt es sich in gewisser Weise auch um eine Beschreibung der Wiederholung. Jedoch ist nicht zu vergessen, dass der Begriff von seiner Herkunft „Überdenken“ bedeutet und auch eine Antwort sein kann. Aus diesem Grund spielen wir hier mit dem Begriff. Unsere Installation ist die Replik der Vorhänge am Markusplatz in Venedig, jedoch auf eine moderne Weise interpretiert.
Ayzit Bostan: Der Stoff der Vorhänge ist phosphorisierend, d.h. sie geben das tagsüber aufgenommene Licht bei Dunkelheit ab, die Verarbeitung der Vorhänge haben wir vereinfacht.

Warum der Hofgarten und welche Rolle spielt er als Bindeglied zwischen Venedig und München?
Ayzit: Der Hofgarten ist ein Lieblingsort von mir, der Kunstverein München und Die Schumann’s Bar befinden sich dort. Die Idee zum Projekt entstand über die Verwandtschaft der Arkadenbögen an beiden Orten. Auf einmal schien es mir, als wenn die Vorhänge im Hofgarten fehlen würden.
Gerhard: Der Hofgarten ist ein sehr populärer Ort in München selbst. In unserem Projekt, das eine Antwort für Kunst im öffentlichen Raum darstellt, wollten wir möglichst viele Menschen miteinbeziehen. Ihr habt extra Koudlam einfliegen lassen. Auch wenn das jetzt eine rhetorische Frage ist, was liebt ihr an ihm?
Gerhard: Uns beiden war es wichtig, für dieses Projekt Künstler zu gewinnen, die wir sehr schätzen und mit deren Arbeit wir uns verbunden fühlen.
Ayzit: Ich liebe Koudlams Stimme, Musik und sein Artwork. Als ich das erste Mal seine Musik hörte und die Videos dazu sah, fühlte ich mich sofort sehr verbunden. Seine Arbeit strahlt eine sehr große Freiheit aus und ist unaufgeregt sehr modern. Die visuelle Umsetzung seiner Musik ist fantastisch. Er ist sehr kunstaffin.

Auch wenn ihr vorher schon eine Menge zusammen realisiert habt, hat Replika einen ganz anderen Maßstab als eure bisherigen Projekte. Wie war das, bei so einer Sache zusammenzuarbeiten, vor allem weil ihr befreundet seid?
Ayzit: Als ich von dem Wettbewerb [Aspekte der Gestaltung und des Designs im öffentlichen Raum] hörte, war mir klar, dass ich das Projekt auf keinen Fall alleine machen wollte, und habe sofort Gerry gefragt, ob wir das als Team ausarbeiten und einreichen wollen und er war begeistert.
Gerhard: Ob Zeitdruck oder Probleme, zwischen uns beiden herrscht immer ein unkompliziertes und produktives Verhältnis. Gerade wenn sich unterschiedliche Disziplinen vereinen, entstehen wunderbare Ergebnisse. Bei einem Projekt mit diesem enormen Umfang war der einzige Nachteil: Während wir uns davor meistens privat getroffen haben, waren unsere letzten Treffen seit November fast ausschließlich auf das Projekt bezogen oder mit Meetings verbunden.

Fotos: Martin Fengel Replika ist noch bis zum 22. Oktober im Münchner Hofgarten zu sehen und es sieht übrigens ziemlich cool aus, im Dunkeln mit irgendeiner Lichtquelle auf den Vorhängen herumzumalen.