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Vice Blog

Angst und Schrecken in der Welt des koreanischen E-Sports

Ich war immer ziemlich neugierig und auch ein wenig interessiert daran, was die E-Sports-Szene in Südkorea betrifft
12.7.10

Ich war immer ziemlich neugierig und auch ein wenig interessiert daran, was die E-Sports-Szene in Südkorea betrifft. Einmal war ich sogar auf der BlizzCon, sah mir dort ein paar StarCraft Matches an und saugte den hyperbolischen, hyperventilierenden Kommentar auf, den du normalerweise nur von amerikanischen Sportveranstaltungen und solcher Scheiße kennst. Es war ganz nett, vor allem auch weil man mir mein Bier bezahlte.

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Dann sah ich mir The Hax Life an, eine Doku über eins der zwölf Teams, die das Aufgebot der So'Ko Ongamenet und MBCgame Starleague stellen. Es ist einfach nur traurig. Ich beginne hier mit Teil zwei, da Teil eins langweilig ist (Mann, Koreaner sprechen langsam):

Diese Doku stellt uns den 26-jährigen [Red]NaDa (aka Lee Yun-Yeol) vor. Er spielt StarCraft, was als die Champions League des E-Sports angesehen wird und 70% aller Matches stellt. Als bester StarCraft Gamer der Welt unterschrieb [Red]NaDa für 690,000$ einen Dreijahresvertrag beim WeMade FOX Team. Das ist der Anfang allen Preisgeldes, das er bekommt. So sieht ein Match aus:

Abgesehen von NaDa und seinem hübschen K-Pop-Style, sind die Gamer allgemein schüchterne Mannskinder, die voraussichtlich ihre ganzen Zwanziger in den Sand setzen, wobei sie auch bald schon wieder aus ihrem Team Team geschmissen werden und als sozialunfähiges Etwas mit einsetzender Arthritis verenden. Und das sind nur die, die noch Glück hatten. Die Eltern solcher Typen stecken ihre Kinder in diese schrecklichen Trainingscamps, wo diese dann jahrelang trainieren und im Grunde nur für das Recht bezahlen, irgendwann in einem großen Saal nur noch Computerspiele zocken zu dürfen.

Das Problem ist, dass sich E-Sports in Korea so schnell etabliert hat, dass das Parlament nicht mit der Entwicklung der nötigen Verordnungen hinterhergekommen ist. 2010 jedoch, scheint das Jahr zu werden, in dem endlich ein Haufen Scheiße nachgereicht wird und die Pro-Gamer Interessengruppen auf diese Masttierhaltung, anders kann man es nicht bezeichnen, aufmerksam werden, was die Ausbildung von Spielern betrifft.

Der Pro-Gamer und StarCraft Moderator Kim Dong-su hat seine Karriere riskiert und gesagt "jeder in der Industrie weiß über diese Probleme, aber wenn du anfängst über die Rechte der Spieler zu sprechen möchte keiner etwas dazu sagen, sie erschrecken vor dem Gedanken, sie könnten als Hindernis des Erfolgs von E-Sports gebrandmarkt werden. Sie müssten Mindestalter für Spieler und Beschränkungen der Anzahl von Spielen einführen." Weiter so, Kim!

Ach und habt ihr von diesem Manipulationsskandal gehört, der sich derzeit durch die Annalen der Welt der StarCraft Wettbewerbe schlägt? Elf Spieler (deren Namen unbekannt blieben) wurden von den schäbigen E-Sport Glücksspiel-Kartellen wegen Wetten für 5,730$ verhaftet. Aber das ist cool, da die Südkoreanischen Gefängnisse es Insassen mit guter Führung erlauben Starcraft zu spielen. Ich wünschte das wäre ein Witz.