Sex

Trump über Frauen: "Wenn du ein Star bist, lassen sie dich alles machen"

Der Spuk ist hoffentlich vorbei—dieses Video könnte Trump die Wahl kosten.
10 Oktober 2016, 6:30am

Trump und seine Frau Melania im Juli | Foto: imago | ZUMA press

Es gibt wohl kein Vergehen, das den konservativen amerikanischen Wähler so sehr echauffiert wie ein Sex-Skandal.

Der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump hat sich schon vieles geleistet in diesem Wahlkampf, doch jetzt kam heraus: Am Rande einer Fernsehproduktion vor über zehn Jahren plauderte er über seinen Versuch eine verheiratete Frau zu verführen, während das Mikro lief. "Ich fange einfach an, sie zu küssen. Es ist wie ein Magnet. Einfach küssen. Ich warte nicht mal ab."

Das Video, das die Washington Post veröffentlichte, könnte ihn nun auch für treue Trump-Unterstützer (endlich) unwählbar machen—solche, für die die Absicht eine Mauer um Mexiko zu bauen, ein Bild mit SS-Soldaten oder die Aussage "Frauen muss man wie Scheiße behandeln" noch nicht genug waren.

Dass viele Republikaner erst jetzt von Donald Trump geschockt sind, ist nicht minder schockierend, als die Aufnahmen selbst. #trumptape
— Veit Medick (@vmedick) October 8, 2016

Rhetorisch dreht Trump richtig auf in dem Gespräch, das auf dem Video mitzuhören ist:

Trump: "And when you're a star, they let you do it. You can do anything."
Gesprächspartner: "Whatever you want."
Trump: "Grab them by the pussy. You can do anything."

Wie wir wissen, folgen auf üble Fehltritte meist die reuigsten, beziehungsweise räudigsten Entschuldigungen. Trump lässt sich im Sinne der reudigen Entschuldigung natürlich nicht lumpen und veröffentlicht ein Statement.

Here is my statement. pic.twitter.com/WAZiGoQqMQ
— Donald J. Trump (@realDonaldTrump) October 8, 2016

Das nennt man wohl den virtuellen Gang nach Canossa. #TrumpTape https://t.co/Kl6u01fLgU
Jane Doe (@janedoedoesknow) October 8, 2016

Einige Hardcore-Trump-Fans schreckt das offensichtlich noch nicht ab.

#TrumpTape changes absolutely nothing#womenfortrump pic.twitter.com/fYwPJ2KatS
Trump (@hrenee80) October 8, 2016

Er spielt nicht nur seine eigenen Worte herunter (hat nichts damit zu tun, wie er heute denkt!), sondern greift auch gleich noch kräftig die Gegenseite an, nach dem Motto: Jeder Tag ist Wahlkampf-Tag! In einem Statement sagte Trump, Bill Clinton habe ihm auf dem Golfplatz ja schon viel schlimmere Dinge gesagt. Frei nach seinem Motto: "Niemand respektiert Frauen mehr als Donald Trump."

The media is so after me on women Wow, this is a tough business. Nobody has more respect for women than Donald Trump! — Donald J. Trump (@realDonaldTrump) March 26, 2016

Natürlich tut er das. Wie sehr zeigt ein Artikel der New York Times. Die ehemalige Unternehmerin Jill Harth wirft Donald Trump vor, sie sexuell bedrängt zu haben. Am Rande eines Geschäftstreffens 1993 soll er versucht haben, sie zu küssen (wir wissen seit dem Video oben ja, dass er das gerne einfach mal macht). Später soll er sie in ein Zimmer gezogen haben, er wolle sich "hinlegen". Sie sagt, sie habe sich aus Angst vergewaltigt zu werden erbrochen. Er allerdings soll ihre Angst als Spiel empfunden haben und nicht verstanden haben, dass sie ihm nicht Nahe sein möchte.

Wir erinnern uns: Niemand respektiert Frauen so sehr wie Donald Trump.