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Ein neuer Pilz macht euer Muzi kaputt

Ein Pilz hat es auf deine Mietzekatze abgesehen. Er verursacht Blindheit und Anfälle, so dass die betroffenen Katzen eingeschläfert werden müssen.
24.6.13

Stellt euch eine Welt vor, in der Katzen nicht mehr exisiteren. Der Gedanke ist ziemlich furchtbar, besonders wenn du Katzen magst. Aber jetzt gibt es eine neue Pilzspezies, die dein Mietzekätzchen ausrotten will. Er tritt hauptsächlich bei Katzen auf und war bisher extrem schwer zu heilen. Ah ja, er tötet auch Menschen.

Aber bevor wir jetzt alle durchdrehen; es ist eher unwahrscheinlich, dass Aspergillus felis wirklich zu einer Kätzchen-Apokalypse führt. Laut Dr. Vanessa Barrs von der Universität von Sydney, die erst kürzlich einen Bericht über A. felis veröffentlichte, führt die durch den Pilz verursachte Krankheit in ihrem Verlauf zu „ernsthaften Symptomen wie Blindheit und Anfällen“. Daher muss ein Großteil der Katzen eingeschläfert werden.

Vor sieben Jahren beobachtete Barrs eine „ungewöhnliche“ Infektion in den Augen von drei Katzen mit Fungal rhinosinusitis (FRS) an der Universität von Sydney. Aufgrund dieser ersten Beobachtung ging sie davon aus, es mit etwas Neuartigem zu tun zu haben.

„Diese Katzen hatten ein tumorähnliches Geschwür in einer ihrer Augenhöhlen, welches sich von den Nasennebenhöhlen ausgebreitet hatte“, sagte Barrs in einer Veröffentlichung. „Die Pilzsporen werden inhaliert und entwickeln in anfälligen Katzen eine lebensbedrohliche Infektion, die nur sehr schwer zu behandeln ist.“

Kurz danach tat sie sich mit ihren Ko-Autoren des niederländischen CBS-KNAW-Zentrum für Pilzbiodiversität zusammen und suchte mit ihnen sechs Jahre lang Beweise dafür, dass es sich bei A. felis in der Tat um eine neue Art Pilz handelt. Wie andere Spezies dieser Gattung kann sich A. felis sowohl asexuell als auch sexuell reproduzieren, wurde aber basierend auf einer molekularen und reproduktiven Analyse von dem Team als neue Spezies klassifiziert.

Dem Bericht zufolge wurden Proben von 17 Hauskatzen, einem Hund und einem Menschen genommen. Die Krankheit endete tödlich für den betroffenden 56-Jährigen, der außerdem an einer Erkrankung der Atemwege litt. Laut einer Veröffentlichung der Universität von Sydney wurden bisher zwei Menschen mit der Infektion erfasst. Beide hatten ein „hochgradig geschwächtes Immunsystem“ und starben letztendlich.

Bis jetzt scheint die Infektion nur äußerst selten aufzutreten. Der nächste Schritt für Barrs und ihre Kollegen wird es dennoch sein, weitere Proben der Pilzinfektion zu studieren, um zu sehen, ob sie vielleicht falsch interpretiert wurden. Bis eine Therapie gefunden ist, ist A. felis wohl trotzdem alles andere als eine gute Nachricht für unsere Hauskatzen.