Anzeige
Dieser Artikel ist vor mehr als fünf Jahren erschienen.
Stuff

It's Lavish, Bitch: Der Schnösel, der bei Instagram Zehntausende verbrät

Eigentlich ist Param Sharma nur ein gewöhnlicher 17-Jähriger. Aber auf Instagram ist er auch bekannt als Lavish: Dort zeigt er Fotos von sich, wie er Tausende Dollar an Heliumballons bindet und wegfliegen lässt, seine eigene Scheiße im Klo mit...

von Bobby Viteri
26 Juni 2013, 11:00am

Eigentlich ist Param Sharma nur ein gewöhnlicher 17-Jähriger aus San Francisco. Im Internet ist er aber auch bekannt als Lavish—der widerlich reiche Milchbubi, der Berühmtheiten wie Rihanna und Soulja Boy in digitale Zickenkriege verwickelt. Auf Instagram schauen ihm rund eine viertel Million Menschen beim Angeben zu: „Ich lebe den Traum, während du ihn nur träumst“, schreibt er zu einem seiner Fotos. Berühmt geworden ist er durch Foto-Postings, auf denen er zum Beispiel Tausende Dollar an Heliumballons bindet, ein eigenes Lotto veranstaltet, Pellegrino in die Toilette schüttet und zwei trendige True-Religion-Jeans gleichzeitig trägt.

Medien versuchen verzweifelt, herauszufinden, ob er das ganze Geld von seinen indischen Eltern geerbt hat, oder ob er nur ein dahergelaufener Schwindler mit zu viel Freizeit ist. Manche glauben, dass entweder Shikha Sharma, die Geschäftsführerin der indischen Axis Bank, oder Anu Sharma, eine amerikanische Marketingexpertin, seine Mutter sein könnte. Diese Vermutungen sind totaler Quatsch—vor allem, weil die Axis Bank in einem offiziellen Statement jegliche Verbindung zwischen Param und ihrer CEO abstreitet und mit rechtlichen Konsequenzen für die Verantwortlichen der Gerüchte droht. Aber mir ist es egal, ob Lavish echt ist oder nicht. So lange er weiterhin Stars wie Kim Kardashian verhöhnt, kann er sein, wer er auch immer er sein will.

Um den Bubi, der zum Horror für eingebildete Promis geworden ist, zu verstehen, habe ich Lavish angerufen. Hier sehr ihr, was die kleine Knalltüte zu sagen hatte.

VICE: Wie sieht das Leben Lavish aus?
Lavish:
Ich wache auf, dusche mich, stelle sicher, dass meine Fingernägel gut aussehen, ziehe mich an und werde zur Schule gefahren. Ich checke mehrmals am Tag die Börsenkurse, aber sonst ist alles normal. Nach der Schule lasse ich mich massieren, treffe Freunde, nichts Außergewöhnliches. An Samstagen gehe ich shoppen.

Du verfolgst die Börsenkurse?
Ich habe dieses Jahr damit angefangen. 2012 habe ich viel in Apple investiert, da ich den Erfolg des iPhone 5 voraussehen konnte. Und der kam dann auch. Ich habe viele Anteile gekauft und über 300.000 Dollar Gewinn gemacht.

Du wirst bald 18. Was machst du nach der Schule?
Ich will in Princeton studieren, aber es gibt noch andere Pläne. Eigentlich plane ich Großes mit meiner Internetpersönlichkeit. Wenn alles klappt, kann ich durch den ganzen Rummel mein eigenes Unternehmen gründen. Wenn ich genug damit verdiene, noch bevor der Sommer zu Ende ist, und es aufwärts geht, dann lasse ich das mit dem Studieren. Denk an Mark Zuckerberg und Steve Jobs, sie haben alle abgebrochen und ihr eigenes Unternehmen gegründet—schau, wo sie jetzt sind.

Wie kommt deine Familie zu ihrem Reichtum? Öl? Finanzgeschäfte?
Sie sind definitiv nicht im Ölgeschäft. Das kann ich dir sagen. Aber aufgrund ihres Ansehens sprechen wir nicht darüber.

Ich habe mir deine Seite etwas genauer angeschaut—obwohl sie von der Kodierung sehr einfach ist, hast du deine Domain über einen Proxy-Server registriert. Warum?
Sie ist nicht beeindruckend. Ich will noch jemanden damit beauftragen. Es ist etwas, das ich schnell auf die Beine gestellt habe. Hast du meine Website gesehen?

Ja. Itslavish.com?
Gut. Das ist meine offizielle Seite.

Es gibt eine inoffizielle Seite?
Ja. Als ich berühmt geworden bin, hat jemand die Domain Itslavishbitch.com gekauft. Er hat dafür 25 Dollar gezahlt und hat durch den Klau meiner Identität versucht, ein E-Book zu verkaufen. Als Erstes hat er jedoch versucht, mir die Seite für 10.000 zu verkaufen. Ich habe das nicht ernst genommen, woraufhin er den Preis auf 25.000 Dollar erhöht hat.

Jetzt ist diese Domain gesperrt. Warum?
Wir haben mit unseren Anwälten gesprochen und da er das E-Book nicht mehr unter meinem Namen verkauft, macht er nichts Illegales mehr. Die Leute dachten, ich sei ein Fake, weil ich ein E-Book verkauft habe. Aber ich war das nicht.

Manche Leute finden es seltsam, dass du eher online für dein „Volk“ da bist, als dein eigenes Leben zu leben. Hat die Lavish-Persönlichkeit auch ein reales Leben?
Ja. Ich habe einen privaten Instagram-Account unter einem anderen Namen, für meine Freunde. Das ist mein Haupt-Account. Du wirst bemerkt haben, dass außer mir niemand auf meinen Bildern zu sehen ist. Ich will meine Freundin und meine Freunde aus dem Rummel raushalten.

Ich kann nichts über die Schattenseite von Reichtum sagen.
Ich bin der berühmteste Schüler an meiner Schule. Leute wollen immer, dass ich für sie Werbung im Internet mache.

Es gibt Tumblr-, Twitter- und Instagram-Seiten, die Lavish „enthüllen“ wollen. Das ist verrückt.
Die sind lächerlich. Mich interessieren die Kommentare dort nicht, aber ich habe diese Seiten gesehen. Ich schaue sie mir an und schüttele den Kopf. Es ist verrückt, wie viel Zeit die Leute dafür haben. Aber es ist ein tolles Gefühl, weil es mir zeigt, dass da draußen Leute von mir besessen sind. Je mehr sie mich hassen, desto berühmter werde ich. Und du wirst merken, dass ich das Wort „Hater“ niemals verwende. Wenn ich sie nämlich wissen lasse, dass ich das mag, würden sie aufhören. Es ist wie, als Ray J den Song „I Hit it First“ rausgebracht hat. Wusstest du, dass Kanye und Kim die ganze Geschichte ignoriert haben? Berühmtheiten sollten nicht so viel sagen. Leute finden es interessanter, wenn sie nichts sagen. Das lässt dich professionell aussehen.

Mit dem ganzen Hype um dich hast du auch schon einige berühmte Leute beeinflusst. Kannst du mir etwas über die Sache mit Rihanna erzählen?
Rihanna war eine Ausnahme. Ich mache es nur für Leute, die gut sind und meine Zeit wert sind. Es begann mit dem „2 trues“-Foto. Es ist das Foto, auf dem ich zwei True-Religion-Jeans trage. Es war ein Experiment, das ich gestartet habe. Ich und meine Freunde fanden es lustig und ich habe es dann gepostet. Kennst du die San Francisco Bay Area und BART [Bay Area Rapid Transit—das Nahverkehrssystem in San Francisco und Umgebung]?

Klar.
Ich dachte, es wäre lustig, wenn ich mit BART fahre, während ich das anhabe. Es führte dazu, dass jemand ein Foto davon machte und es sich viral verteilte. Vier Wochen später sehe ich dann ein Foto von Rihanna, wie sie zwei Jeans trägt. Als ich sie damit konfrontierte, blockte sie mich auf Instagram. Sie hat mich geblockt und meinen Style geklaut. Es ist komisch, zu wissen, dass sie meinen Style geklaut hat und mich geblockt hat, nachdem ich sie zur Rede stellen wollte. Ich bin mir sicher, dass sie mich kopiert hat, da sie mein Foto kommentiert hatte und dabei sagte, ich sehe aus wie ein Depp. Sie hat meinen Style also bemerkt und sich ihn später einfach geschnappt. Ich war wütend für ungefähr eine Stunde, aber ich bin drüber hinweg.

Glaubst du, dass ein Teil deiner Anziehung damit erklärt werden kann, dass du reiche Menschen so darstellt, wie die Leute sie sehen wollen?
Da gibt es mehrere Gründe. Wie du sagst, finden es Leute unterhaltsam, weil sie denken, dass reiche Leute sich wirklich so benehmen. Leute mögen die verrückten Sachen, die ich mache, wie zum Beispiel in Sprudelwasser kacken. Ich mache aus dem Wohlstand eine Komödie. Sie sehen diese Sachen und finden sie lustig, da sie es selbst nicht machen könnten—wie zum Beispiel meine 2.000-Dollar-Quittung, auf der „günstiges Mittagessen“ stand. Für sie ist das lustig, weil sie denken, dass 2.000 sehr viel für ein Essen ist. Für mich ist das nichts. Und darin liegt der Witz.

Du verschenkst jede Menge Geld und Leute bezweifeln deine Seriosität. Kannst du uns sagen, wie du die Gewinner auswählst?
All die Kommentare landen auf meinem Computer, ich markiere die User-Namen und ordne sie zufällig an. Dann wähle ich einen aus. Bei der letzten Verlosung bin ich auf die Seite des Gewinners gegangen, habe Kontaktdaten mit ihm ausgetauscht und bin dann zusammen ihm zur Bank gegangen und habe das Geld abgehoben. Meine American-Express-Black-Karte hat ein Limit von 250.000 Dollar.

Wie viel Geld hast du bis jetzt verschenkt?
Ich glaube, es sind um die 100.000.

Viele Leute behaupten, dass das ganze Geld gefälscht ist, weil die Seriennummern ähnlich sind. Was hast du dazu zu sagen?
Wenn das Geld gefälscht wäre, bin ich mir sicher, dass Regierungsstellen etwas dazu zu sagen hätten. Ich denke nicht, dass die meisten Leute das verstehen, aber wenn du große Summen von deinem Konto abbuchst, sind die generell neu gedruckt. Du wirst bemerken, dass die Seriennummern geordnet sind und sich nur durch eine bis zwei Ziffern unterscheiden.

Das klingt wie ausgedacht.
Ich weiß nicht. Ich habe ein Video auf YouTube hochgeladen, in dem ich viel Bargeld zähle und jede Seriennummer anders ist. Ich war in einer Bank. Wie kann ich in einer Bank Geld fälschen?

Dafür, dass du so reich bist, schreit dein Geschmack aber nach Mittelklasse, abgesehen von den Sportwagen.
Ich kaufe viel Viktor & Rolf, Hermès und ähnliches Zeug. Aber da kann sich niemand mit identifizieren. Deshalb zeige ich nur Zeug, mit dem Bauern etwas anfangen können, wie zum Beispiel Polo und Louis Vuitton. Ich versuche Dinge zu tun, zu denen mein Volk eine Verbindung hat.

Wann hörst du mit dem Kram auf?
Niemals. Ich will, dass mein Sohn einmal „Lavish“ übernimmt,

Gott bewahre.