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Die Hüte des Papstes

Der Vatikan hat wahrscheinlich vergessen, euch daran zu erinnern, aber Papst Benedikt XVI wird in diesem Jahr seinen Weg nach Großbritannien einschlagen
11 August 2010, 12:36pm

Der Vatikan hat wahrscheinlich vergessen, euch daran zu erinnern, aber Papst Benedikt XVI  wird in diesem Jahr seinen Weg nach Großbritannien einschlagen. Er ist somit das erste katholische Oberhaupt, das  die Engländer, seit dem Besuch von Johannes Paul II, im Jahre 1982, mit seiner Präsenz erfreuen wird. Sein Trip dorthin wird über 12 Millionen Pfund kosten und diese Summe wird den Leuten aus der Tasche gezogen.

Um die Kosten zu decken, verlangt der Vatikan für das Papst Megaevent  also einen Eintrittspreis. Zuerst am 18. September in Londons Hyde Park für die Gebetsnachtwache und dann am folgenden Tag für die Seligsprechung (das ist wenn der Papst bestätigt, dass irgendein toter Priester zu all den anderen Heiligen in den Himmel gekommen ist).

Beide Events werden 25 £ kosten, die die Pilgerer für „Transportkosten“ entrichten müssen. Es ist auch nicht so, dass sie dafür eine U2-artige Lichtshow mit Feuerwerk zu sehen bekommen, nein, sie dürfen nur dort beten, wo es ihr Meister tut. Cash gegen Segen? Ist es nicht das, was der katholischen Kirche schon mal jede Menge Ärger verursacht hat?

Anscheinend, es ist jedoch nicht das philosophische Dilemma, das dem Papst Sorgen bereitet. Denn der Vatikan verbringt die meiste Zeit damit, sich darüber Gedanken zu machen, worüber sich jeder normale Mensch vor einer Reise ebenfalls den Kopf zerbricht: Style. Der Papst muss gut aussehen. Mehr als das, denn für einen Anlass muss er nur wie irgendeiner aus seiner Zunft aussehen und dann mal wieder wie ein Gott. Deshalb bleibt da nicht viel Platz für Experimente mit seinen Robben, sondern eher mit seinem Kopf. Und Kopfexperimente beinhalten Hüte.

Anbei die Aufstellung:

Yep. Richtig. Es ist ein Käppi. Anscheinend wurde dieser Look bereits von  einigen regionalen Bischöfen getestet, die gefühlt haben, dass er der Heiligkeit einen relaxten, Man-auf-der-Strasse-Vibe verleiht. Sie mochten den Wink zur Hip-Hop Kultur und fühlten, dass die schöne Erscheinung in weiß , die dem Look einen sommerlichen Touch verleiht, den Hauch eines tiefen, latenten Rassismus unterstreicht.

Das hier ist ein schönes kleines Sponsoring mit dem eingenähten Emblem der Stadt Rom. Das sagt: „Hey, ich bin stolz darauf  wo ich lebe und was ich repräsentiere.“ Es sagt ebenfalls: „Ich bin ein alter Knacker.“ Denn was repräsentiere ich nicht? Geschützten Sex. Frauenpower.

Trink Bier. Hier sieht er aus wie Santa Claus mit frühen Demenzerscheinungen.

Dieses Ding nennt sich Camauro, was Kamelhaut-Hut bedeutet, auch wenn es nicht aus echtem Kamelleder gemacht ist. Es wurde im 12 Jahrhundert kreiert und hat einen schönen Hermelin Rand, den die Queen, übrigens auch ein Fan von Hermelinen, sicherlich auch lieben würde.

Wozu also ist die Sorge um jahrhundertlange religiöse Konflikte, wenn es waldlebende unschuldige Kreaturen gibt, die für eine High-End-Kopfbedeckung sterben müssen?