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Der VICE-Guide für ein sparsames Leben

Wir sagen dir, wie du ein wenig Geld sparen kannst, um es am Wochenende auf den Kopf hauen zu können.
22.1.15

Foto: MattysFlicks | photopin | cc

Ihr kennt das bestimmt: Am Monatsanfang verplempert ihr euphorisch euer frisch überwiesenes Gehalt, die Studienbeihilfe oder das Taschengeld, und gegen Ende des Monats fragt ihr euch, wie ihr die letzten ein bis zwei Wochen denn überhaupt überleben sollt ohne zu verhungern oder eine Niere am Schwarzmarkt verkaufen zu müssen. Von Fort-, Kino- oder Essengehen mal ganz abgesehen. Deswegen sagen wir euch, wie ihr euch den ein oder anderen Groschen, Cent oder Penny spart und es dann am Wochenende trotzdem doch noch so richtig krachen lassen könnt:

BILLIG ESSEN

Okay, wir sagen dir hier nicht, dass du von einem Euro am Tag leben musst. Aber wenn du dich essenstechnisch ein bisschen einschränkst und deinen Traum vom organischen Bio-Lifestyle für ein paar Wochen in den Keller (zu deinen anderen Träumen) sperrst, wirst du auch nicht gleich sterben. Du wärst überrascht, wie viel Müll du in dich hineinschaufeln kannst, bevor sich dein Körper mal zu Wort meldet. Wenn du in deinem Leben noch keine Toast-Phase hattest, wird es schleunigst Zeit, das nachzuholen. Schinken-Käse-Toast kostet quasi nichts und du kannst ihn den ganzen Tag über mehrere Wochen essen—musst du auch, denn der Nährwert von Toast liegt irgendwo zwischen einem Taschentuch und einem Fisch-Mäc. Nudeln mit Käsesauce sind ein weiterer Geheimtipp, Nudeln kosten quasi nichts und aus einem guten Billig-Käse und einem Becher Schlagobers bekommst du locker drei Portionen Sauce raus. Wenn du dich edel fühlen willst, garnierst du das Ganze mit Petersilie und für das besondere Britisches-Königshaus-Flair kannst du ja auch Parmesan dazugeben. Wem das noch nicht genug ist, der sollte Milch auf den Speiseplan holen. Ein Liter Milch hat 640 Kalorien und genug Eiweiss und Fett, um dich durch den Winter zu bringen. Worauf wartest du noch?

RAMSCH VERKAUFEN

Foto aus Die willhaben-Müllhalde

Es wird Zeit, all die Dinge, du du nicht oder nicht mehr benutzt, zu verkaufen. Du wärst überrascht, was sich alles verkaufen lässt. Wer eine Rentierklaue oder Fische mit kaputter Schwimmblase kauft, der kauft auch deinen alten Drucker, dein kaputtes Fahrrad oder die Softgun, die du dir mit 14 gekauft hast, um cool zu sein. Bei nicht funktionierenden Gebrauchsgegenständen fügst du einfach „für Bastler" hinzu. Altes Gewand verkaufst du unter dem Deckmantel „Vintage" auf dem nächsten Hipster-Flohmarkt und erzählst den Leuten einfach, dass du das Zeug aus einer ziemlich exklusive Boutique aus Guatemala hast, als du dort backpacken warst. Easy Money.

VOM FITNESSCENTER ABMELDEN

Screenshot von „What Is Crossfit?" auf YouTube

Zeit deine Eitelkeit in den Müll zu werfen, wo sie hingehört. Du bist vermutlich eine von zigtausend Karteileichen im Billig-Fitnesscenter deines Vertrauens und der einzige Grund warum du dich noch nicht abgemeldet hast, ist der selbe Grund, aus dem Österreich noch ein Bundesheer hat oder du dich im Intimbereich rasierst: Aus Stolz und weil es angeblich irgendwann mal was bringen könnte. Scheiß auf Stolz, der tut nur weh und hat noch niemandem was gebracht—das wusste schon Marsellus Wallace aus Pulp Fiction. Obwohl dein Mitgliedsbeitrag vermutlich nur zirka 20 Euro im Monat beträgt, gehst du trotzdem so gut wie nie ins Fitnesscenter und ein paar Liegestütze und ein bisschen Herumhampeln kannst du auch zuhause erledigen. Spätestens wenn du 20 Euro in Bier umrechnest, weißt du, dass es Zeit ist, dem Gym Hasta la Vista, Baby zu sagen.

ZUR OMA FAHREN

Screenshot von YouTube

Weil aus deinem Geldbörsel schon Motten fliegen und du seit Wochen nur Toast und Instant-Nudelsnacks in deine hungrige Luke schiebst, wird es Zeit zur Oma oder den Verwandten zu fahren und mehrere Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Hier bekommst du nicht nur richtiges Essen in Hülle und Fülle, sondern am Ende eines langen Tages voller Geschichten über die gute alte Zeit und den Ehegatten Fredi—Gott hab ihn seelig—auch noch ein bisschen Geld in die Brusttasche gesteckt—mit einem Detscher auf die Wange und dem Vermerk, man möge sich doch bitte „an Tschoklad" kaufen und nicht alles auf einmal ausgeben. Außerdem freut sich deine Omi, wenn sie dich mal wieder sieht, du Egoist du!

DEN GANZEN TAG SCHLAFEN

Foto: LizMarie_AK | photopin | cc

Beim Schlafen verbraucht man bekanntlich so gut wie keine Energie und kann mit ein bisschen Übung im Prinzip träumen was man will. Weniger Energieverbrauch heißt weniger essen müssen, weniger essen müssen heißt mehr Geld zum auf-den-Kopf-hauen. Überhaupt solltet ihr versuchen, alle eure Tätigkeiten im Liegen oder zumindest im Sitzen auszuüben. Schraubt euer Schlafvolumen hoch bis ihr mindestens 10 bis 12 Stunden pro Tag erreicht habt. Katzen schlafen immerhin fast 15 Stunden am Tag und sind bekanntlich die besten und glücklichsten Lebewesen im uns bekannten Universum. Lasst keinen Mittagsschlaf aus, schlaft in der Arbeit, wenn keiner hinschaut oder belegt auf der Uni Seminare und sitzt ganz hinten. Mitschriften bekommt man dann sowieso immer irgendwie von anderen Leuten.

So, jetzt hast du dir hoffentlich genug Geld zusammengespart, um alles wieder in einer feucht-fröhlichen Nacht zu verballern, damit du dich nach ein paar Wochen Elend wieder kurzfristig glücklich fühlen kannst.

Adrian verteilt auch auf Twitter Tipps für alle Lebenslagen: @doktorSanchez