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Die 'Ära der Wahlhacks': Was uns bei der Bundestagswahl gedroht hat

Unser aktueller Podcast spielt ein gefährliches Gedankenexperiment durch: Hätten Hacker Merkel aus dem Amt leaken können?

von MOTHERBOARD STAFF
15 Februar 2018, 8:00am

Bild: imago

Es gab keinen großen Hack oder Leak im Bundestagswahlkampf 2017 – zumindest keinen, von dem wir bis heute erfahren haben – und keine Leaks und Cyberangriffe, die mit dem vergleichbar wären, was in den USA vor der Wahl von Trump zum US-Präsidenten passierte. Das war überraschend, denn Hacks haben die Wahlen des letzten Jahres bestimmt: In der US-Wahl sorgten die von Hackern erbeuteten und dann veröffentlichten E-Mails der Demokraten für einen Skandal, in Frankreich sollten nur wenige Tage vor der Wahl angebliche Leaks den heutigen Präsidenten Emmanuel Macron diskreditieren.

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Wir waren uns sicher, dass auch die Bundestagswahl vor allem im Netz ausgefochten wird. Und tatsächlich: Es gab Trollversuche, intensive Wahlwerbung in Sozialen Netzen, nicht ganz korrekt ablaufende YouTube-Interviews und fehlerhafte Software – doch einen Hack oder einen großen Leak fanden wir und auch andere Medien nicht. Trotzdem haben wir uns vor der Wahl genau darauf vorbereitet, haben Systeme ausgearbeitet, wie wir auf einen Hack reagieren, Experten organisiert.

Denn eins ist klar: es ist fatal, sich nicht auf die Folgen eines plötzlichen Hacks oder Leaks vorzubereiten. Desinformationskampagnen verlaufen rasant – und sie benutzen die Aufmerksamkeit, die ihnen User in sozialen Netzwerken und Medien schenken, um glaubwürdig zu wirken. Sie brauchen eine gut informierte und gleichzeitig schnelle journalistische Einordnung. Welche Kräfte stecken hinter einem Leak? Was genau steht drin? Welche Fakten lassen sich bestätigen, was sind nur Mutmaßungen, was Gerüchte, die auf Plattformen wie Reddit, Discord oder 4chan gestreut werden? Sowohl bei den gestohlenen Mails der US-Demokraten als auch bei den Macron-Leaks war die Masse an Material so gewaltig, dass für Journalisten kaum Zeit blieb, sich durch das Material zu arbeiten. Ohne klare Faktenlagen lassen sich aber gerade in einer angespannten Wahl keine guten Entscheidungen treffen.

Die Folgen eines plötzlichen Leaks, auf den sich niemand vorbereitet hat, könnten also katastrophal sein. Genau ein solches, fiktives Szenario spielen wir in der aktuellen Folge unseres Podcasts "Radio Motherboard" durch. Daniel Mützel erklärt in diesem Auszug, wie er sich als Journalist auf Leaks vorbereitet und was es dabei zu beachten gibt.

Den ganzen Podcast findet ihr exklusiv hier bei Audible. Jede Woche erscheint eine neue Folge von "Radio Motherboard" exklusiv auf der Plattform.