'Buzzfeed' hat einen Ex-FBI-Agenten engagiert, um die Existenz von Trumps "Pipi-Tape" zu beweisen

Damit wehrt sich das Unternehmen gegen mehrere Verleumdungsklagen.

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14 Februar 2018, 11:59am

Foto: Imago | MediaPunch

Dieser Artikel ist zuerst bei VICE News erschienen.

Falls du es vergessen hast: Anfang 2017 veröffentlichte BuzzFeed News ein Dossier des britischen Ex-Agenten Christopher Steele. Das brisante Dokument legt anhand mehrerer anonymer Quellen dar, dass Donald Trump und Mitglieder seines Wahlkampfteams enge Verbindungen zu Russland haben sollen. Neben undurchsichtigen Geschäftsverbindungen wird dem US-Präsidenten darin allerdings auch vorgeworfen, durch ein Sextape erpressbar zu sein.

So soll Trump 2013 eine Suite im Moskauer Ritz Carlton gebucht haben, in der zuvor der damals amtierende US-Präsident Barack Obama und seine Frau übernachtet hatten. Laut Dossier habe Trump mehrere Sexarbeiterinnen engagiert, um das Bett zu "entweihen", in dem die Obamas davor genächtigt hatten – mit einer "Golden Showers Show".


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Wegen dieser Veröffentlichung wird BuzzFeed momentan von mindestens zwei Seiten verklagt. So reichte der russische Technologieunternehmer Alexei Gubarew bereits kurz nach Erscheinen eine Verleumdungsklage gegen BuzzFeed ein. Diesen Januar zog auch einer von Trumps Anwälten, Michael Cohen, mit der gleichen Anschuldigung vor Gericht. Tatsächlich hatten US-Demokraten und Clinton-Kampagne das Dossier finanziert.

Wie Foreign Policy jetzt allerdings berichtet, hat BuzzFeed ein Ermittlerteam engagiert, um sich gegen die Anschuldigungen zu wehren. Das Team soll schlichtweg den Inhalt des Dossiers verifizieren. "Wenn es Fakt ist, ist es keine Verleumdung. Das ist die Idee dahinter", beschreibt eine Quelle BuzzFeeds Verteidigungstaktik. Angeführt wird das Rechercheteam vom früheren FBI-Mitarbeiter und Cybersecurity-Experten des Weißen Hauses, Anthony Ferrante.

Ferrante war 2005 zum FBI gekommen und hatte 2016 im Rahmen seiner Funktion im Weißen Haus die Einmischung Russlands in den US-Wahlkampf untersucht. Im April 2017 hatte er das Weiße Haus verlassen, jetzt arbeitet er für das Beratungsunternehmen FTI Consulting.

Ursprünglich war er von FTI engagiert worden, um Gubarews Rolle in dem Dossier zu untersuchen. Sein Aufgabenbereich wurde laut Foreign Policy aber inzwischen erweitert.

Bereits diesen Donnerstag könnte es einen ersten Vorgeschmack auf die Früchte der Ermittlungen von Ferrante und seinem Team geben. Dann wird das zuständige Gericht in Florida eine Anhörung abhalten, in der höchstwahrscheinlich die Namen der Sachverständigen bekanntgegeben werden.

Auch Ferrantes früherer Arbeitgeber dürfte den Fall mit großem Interesse verfolgen. Sonderermittler Robert Mueller, FBI-Direktor von 2001 bis 2013, untersucht momentan ebenfalls mögliche Verwicklungen zwischen Russland und der Trump-Kampagne.

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