Beschmiert, abgerissen und überklebt: Die schönsten Wahlplakate aus dem Nationalratswahlkampf 2017
Foto von Markus Wurzer
Schon wieder Wahlen!!!

Beschmiert, abgerissen und überklebt: Die schönsten Wahlplakate aus dem Nationalratswahlkampf 2017

Wer sein Gesicht in der Öffentlichkeit plakatiert, muss sich auch einiges gefallen lassen.
13.10.17

Das Beschmieren und Beschädigen von Wahlplakaten ist kein neues Phänomen – und als Sachbeschädigung natürlich immer noch strafbar. Trotzdem hat es sich in diesen Zeiten der fokussierten Blödheit und des forcierten Dirty-Campaignings, die wir Wahlkampf nennen, zu einer Art Kunstform oder Volkssport entwickelt. Die Grenzen zwischen Vandalismus und Wählerfrust beziehungsweise freier Meinungsäußerung sind hier so fließend wie sonst kaum wo.

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Eine Sache hat sich aber im Lauf der letzten Wahlkämpfe doch geändert, zumindest in Österreich: Während in Deutschland deutlich mehr Wahlplakate als bei den letzten Bundestagswahlen zerstört wurden, setzt in Österreich im Vergleich zu den vergangenen Wahlaktionen langsam Resignation ein.

Kein "Fut" mehr auf Strolz' Stirn, kein "Fettarsch – füttern verboten" wie über Häupls Antlitz, keine kreativen, großflächigen Sprayer- oder Überklebe-Aktionen wie noch bei der Wien-Wahl 2015. Und damals wurde nur der Landtag gewählt! In einem Wahlkampf, der vergleichsweise gesittet ablief!

"You don't have to be smart to laugh at farts, but you have to be stupid not to." – Louis CK. Foto von VICE Media

Vielleicht ist genau das die Erklärung: Diesmal war die Politik selbst so unsauber, dass wir gar keinen Anlass mehr hatten, uns auszutoben. Und vergesst nicht, dass wir mit der Bundespräsidentschaftswahl 2016 gerade erst fast ein volles Jahr Wahlkampf hinter uns gebracht haben. So etwas kann schon an die Substanz gehen.

Auffällig ist jedenfalls, mit wie wenig Inbrunst hier vorrangig ÖVP-Plakate beschmiert wurden. Das Aufwendigste ist schon ein "F"-Aufkleber, der aus Kurz "Furz" macht. Ein paar Erkenntnisse lassen sich trotzdem aus den "Bearbeitungen" ziehen.

Merke: Selbst die Hitler-Verzierungen wirken im Vergleich zu den letzten Wahlkämpfen zahnlos. Foto von VICE Media

Zum Beispiel: Wenn man in Österreich jemanden diskreditieren will, macht man das am Effizientesten immer noch durch Anspielungen auf sexuelle Devianzen oder verschwörungstheoretische Unterstellungen. Oder: Wer "Jetzt oder nie" fragt, muss eben auch mit einem "Nie" als Antwort rechnen. So ist das, wenn man den Leuten die Wahl lässt. Wir hoffen, dass Sebastian Kurz daraus nicht die falschen Schlüsse zieht.

Eine umfangreiche Sammlung verunstalteter Wahlplakate hat übrigens das Institut für Graffiti-Forschung zusammengestellt – hier findet ihr mehr dazu.

Nazi, Lesbe, Transe – zumindest eins davon ist durch Klammern relativiert. Foto von VICE Media

Ähnlichkeiten zu derzeit laufenden Sci-Fi-Serien oder -Filmen sind ein zufällig und unbeabsichtigt. Foto von VICE Media

Karl Moik, Yung Hurn, Sebastian Kurz: Die heilige Dreifaltigkeit. Foto von VICE Media

Bäume umarmen (statt Zuwanderer). Foto von VICE Media

Blick nach rechts. Den zusammengekniffenen Augen nach zu urteilen: sehr weit in die Ferne. Foto von VICE Media

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