Umfrage

Wir haben Menschen nach ihren geheimen Ticks gefragt

"Damit ich mir und meinem Stofftier versichere, dass ich es liebe, gebe ich ihm jeden Abend ein Bussi."
4.6.17

Eine Wette: Jeder von euch hat schonmal das "Tritt-nicht-in-die Lücke-Spiel" gespielt. Die Regeln: nur die Steine, nicht die Fugen auf dem Gehweg treffen. Und wenn man doch danebentritt, dann wird irgendetwas – zum Beispiel die ersehnte Zwei in Mathe – nicht in Erfüllung gehen. Als Kind normal, aber als Erwachsener? Ein Spleen? Ein Zwang? Zur Beruhigung: Solange dieses oder ähnliche Spiele nicht euren Alltag dominieren, ist alles OK. Krankhaft zwanghaft wird ein Verhalten erst dann, wenn es einen Leidensdruck auslöst, wenn eine bestimmte Handlung euer sonstiges Leben behindert oder euch von anderen Dingen abhält.

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Anders die Marotte oder der Tick. Auch das sind gewohnheitsmäßige Handlungen, aber ohne eine große Last zu sein. Hausieren geht trotzdem keiner gern mit seinen Ticks. Weil sie irrational sind, schnell verschroben und plemplem rüberkommen. Oder habt ihr eine rationale Erklärung für die Glücks-Unterhose bei Vorstellungsgesprächen, für die durchgezählten Treppenstufen oder die Angewohnheit, aus allem eine Wette zu machen? Wir wetten: nicht.

Aber, damit können wir euch beruhigen: Ihr seid mit euren Ticks nicht alleine. Und deshalb haben wir Leute nach ihren geheimen und verschrobenen Angewohnheiten gefragt.

Lena, 20

VICE: Hast du einen Tick, den du sonst eher für dich behältst?
Lena: Haha, ja. Es gibt tatsächlich einen, den niemand kennt.

Möchtest du ihn an dieser Stelle mit uns teilen?
Ich habe ein Stofftier, das für mich nicht nur ein Stofftier ist. Also, seit Toy Story glaube ich, dass Kuscheltiere sehr wohl zum Leben erwachen können. Und damit ich mir und meinem Stofftier, das übrigens Schiri heißt, versichere, dass ich es liebe, gebe ich ihm jeden Abend ein Bussi. Einen Gute-Nacht-Kuss, quasi.


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Irgendwie süß. Aber was passiert, wenn du das nicht tust?
Das passiert nicht. Auch wenn jemand bei mir schläft, mein Stofftier bekommt ein Bussi. Bevor das nicht erledigt ist, kann ich nicht einschlafen – und Schiri bestimmt auch nicht.

Tatjana, 27

VICE: Hast du einen geheimen Tick?
Tatjana: Ich habe viele, glaube ich. Aber einer fällt mir sofort ein!

Nur her damit!
Bevor ich mit jemandem schlafe, muss ich dieser Person dreimal in den Hintern kneifen. Am besten so, dass sie es nicht bemerkt. Ich weiß nicht, wieso, aber wenn ich das nicht tue, bin ich während des ganzen Sex abgelenkt.

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OK, interessant. Hast du eine Ahnung, wieso das so ist?
Leider nicht. Vielleicht ist es einfach meine Affinität Ärschen gegenüber.

Raoul, 22

VICE: Gibt es einen Tick, der dich in deinem täglichen Leben begleitet?
Raoul: Ich habe nur einen einzigen Tick, der mich aber nicht zwangsweise 24/7 verfolgt.

Dein Tick kommt also nur in gewissen Situationen vor?
Genau. Wenn ich mich konzentriere, dann strecke ich meine Zunge raus. Ich bin mir sicher, dass das seltsam aussehen muss. Das Ding ist nur, dass ich es tue, ohne darüber nachzudenken. Fast schon reflexartig.

Rosa, 24

VICE: Hast du einen geheimen Tick?
Rosa: Ich rede mit mir selbst – ziemlich laut.

Wie genau darf man sich das vorstellen?
Wenn ich alleine in einem Raum bin, führe ich eine Unterhaltung mit mir selbst. Manche Menschen reden entweder laut vor sich hin oder sagen, wenn sie alleine sind, einfach gar nichts. Aber sobald ich über ein Thema nachdenke, erwische ich mich dabei, wie ich eine Konversation mit mir selbst führe.

Fragst du dich auch Sachen, wie zum Beispiel: "Wie geht's dir heute, Rosa"?
Nein, so schlimm ist es noch nicht, haha.

Ema, 18

VICE: Hast du einen Tick, den du versuchst, geheim zuhalten?
Ema: Hat nicht jeder so etwas?

Das stimmt wahrscheinlich. Verrätst du uns deinen?
OK. Sobald ich leicht alkoholisiert bin, habe ich den Drang, Sachen zu stehlen. Jedes einzelne Mal.

Was für Sachen stiehlst du?
Alles mögliche. Aber meine Highlights waren Schuhe, die vor der Pratersauna versteckt wurden, ein paar Löffel, die ich von der Wohnung meiner damaligen Affäre mitgehen ließ, und eine Sammlung an kleinen Handtüchern, die man fürs Händeabtrocknen nach dem Klogang verwendet. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich von fast jeder Feier und von jedem Vorglühen ein kleines Handtuch mitgehen ließ.

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