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Grenzkontrolle

Wie mir ein kleines Tütchen Gras eine Nacht im polnischen Polizei-Gewahrsam bescherte

Statt auf dem Garbicz-Festival landete ich in einer trostlosen Zelle, wegen ein paar Resten Gras. Es war die härteste Nacht meines Lebens.

von Toni Chique
15 August 2018, 11:05am

Das Symbolbild zeigt eine US-amerikanische Gefängniszelle und keine polnische Polizeistelle || Foto: imago | imagebroker

Die folgenden Erlebnissen erstrecken sich über einen Zeitraum von 18 Stunden. Die Autorin hat sie anhand eines Gedächtnisprotokolls und von Polizeidokumenten aufgeschrieben. Sie veröffentlicht hier unter einem Pseudonym – aus Gründen.

Im Nachhinein bin ich über zwei Sachen erstaunt: Wie ich so sorglos sein konnte, mein Gras einfach in der Bauchtasche zu verstauen. Und wie ich so ruhig bleiben konnte, als die Polizisten uns an der Grenze rausgewunken haben. Vielleicht war es einfach die Vorfreude: Ende Juli, gut eine Woche vor offiziellem Beginn des Garbicz-Festivals, sitzen wir zu viert in einem Kleinbus, ein Fläschchen Cremant auf der Rückbank, ein schönes Set in den Boxen – Leben, wie es sein sollte. Wir passieren die deutsche Grenzkontrolle ohne Probleme. Erst auf der polnischen Seite winkt uns ein Polizist an die Seite. Ein deutscher und ein polnischer Beamter gehen zum Fahrer, sammeln unsere Ausweise ein. Plötzlich fällt mir ein, dass ich vor 10 Jahren mal in Bayern mit einem Joint erwischt wurde – aber das müsste doch längst aus meiner Akte gelöscht sein, denke ich.

Mit einer Kontrolle hat keiner von uns gerechnet. Denn der deutsche Zoll filzt jedes Jahr entlang der A12 in Schwerpunktkontrollen die Autos von Hunderten Raverinnen und Ravern, aber erst zu Festivalbeginn. Im letzten Jahr hat die Aktion fast 132.000 Euro gekostet. Dabei wurden hauptsächlich nur kleine Drogenmengen von Konsumierenden gefunden, aber eher keine Dealer. Für die Anreisenden sind diese Kontrollen vor allem nervig. Was mir mit der polnischen Polizei passiert ist, bewegt sich aber noch mal auf einem anderen Level.

Die Polizisten kommen zurück. Steuern auf mich zu. "Toni Chique? Aussteigen!" Schock. Mit zittrigen Händen versuche ich, den Sitz umzulegen, um an meine Taschen zu kommen. Ich wuchte sie aus dem Kleinbus, versuche noch möglichst unauffällig, meine Bauchtasche in den Wagen zu dem anderen Gepäck zu werfen. Keine Chance. Der polnische Polizist packt sie sich sofort. Mir rutscht das Herz in die Hose. Er öffnet seelenruhig einen Reißverschluss nach dem anderen und bringt Dinge zutage, an die ich gar nicht mehr gedacht habe: ein uraltes Papierröllchen mit eindeutigem Nasenaufdruck, zerknüllte private Notizen, Kleingeld, Kaugummi … Irgendwann ist er beim letzten Reißverschluss angekommen, zieht ihn genüsslich auf, jetzt wird’s spannend.

Stolz hält er das Tütchen mit den 1,3 Gramm Gras nach oben. Im selben Moment zieht er seine Handschellen aus dem Gürtel. Handschellen!? Ab jetzt Filmmodus: Hände hinter den Rücken, Schubsen Richtung Polizeiauto, meine Freundin sagt noch verzweifelt, dass das doch total übertrieben sei. "Ist es nicht, es besteht Fluchtgefahr", fährt sie der deutsche Polizist an, "in Polen sind schon 0,1 Gramm Marihuana verboten, ihre Freundin hat gerade versucht, sehr viel mehr reinzuschmuggeln." Das werde Konsequenzen haben. Welche, will er mir nicht sagen, aber er deutet an, dass es eine erhebliche Geldstrafe oder sogar Gefängnis werden könnte. Meine Freundin darf mich nicht mehr umarmen, es treffen sich nur noch unsere entsetzten Blicke. Abführen!

Stahlklo & Kamera: Mein neues Zuhause

Wir fahren zu der Polizeidienstelle am Grenzübergang, dort werde ich in einen Raum geführt, mein trauriges neues Zuhause, wie sich herausstellen wird. Grelles Neonlicht, Plastikbänke, Gitterstäbe vor den Fenstern, Kameraüberwachung. Vorne ein Schreibtisch vor einer Scheibe, durch die ich die Polizisten bei der Computerarbeit sehen kann, auf der anderen Seite ein durch eine Art Salontür abgetrenntes Stahl-Klo und ein Waschbecken. Ich zittere, setze mich in eine Ecke, gucke auf die Tür und versuche, mich zu beruhigen. Da, wo normalerweise der Türknauf ist, ist nur eine silberne Scheibe, gruselig, wie der Umriss eines Gesichts, nur ohne Nase, Mund, Augen. Hier kann man nur rein, nicht raus.


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Ich habe keine Ahnung, was jetzt passiert. In Deutschland hätte ich gewusst, wie ich mich zu verhalten habe: nichts sagen, nichts unterschreiben. Vermutlich hätten sich die Beamten bei dieser Menge nicht mal die Mühe gemacht, ein Protokoll aufzusetzen. Aber jetzt bin ich auf polnischer Seite.

Ich habe keine Ahnung, wie die Strafen in Polen auf Marihuana stehen, ich habe keine Ahnung, welche Rechte ich habe.

Die Tür geht auf, der Polizist wuchtet mein Gepäck rein. Ich muss alles abgeben: Uhr, Ketten, Armband, Schnürsenkel. Mein rechtes Handgelenk umfasst ein altes Garbicz-Band, auf dem steht "Alles ist gut". Deadline, Liebeskummer oder Panikattacke: Seit Jahren ist das Band in schwierigen Zeiten meine Erinnerung, nicht aufzugeben. Ich hänge wirklich daran und bedeute dem Polizisten, dass ich es nicht abziehen kann. Er zückt die Schere und schneidet es durch. Alles ist gut? Mir steigen die Tränen in die Augen.

Als Nächstes durchsucht er meinen Rucksack, meine Sport- und Laptoptaschen genauer, als es ein Drogenspürhund jemals könnte. Als er meinen Geldbeutel öffnet, fällt es mir ein. Da hat er das Röhrchen schon in der Hand, in dem klebt noch weißes Überbleibsel-Pulver. Wieder dieser stolze "Na sieh mal einer an"-Blick. Der ist international. "What‘s this?" Jetzt fange ich wirklich an zu heulen. "I don‘t know, it‘s empty! I didn‘t even know that I have it with me." Ganz andere Liga.

Fuck

Der Polizist lässt mich wieder alleine mit meinem Mindfuck. Ich werde panisch. Tigere durch den Raum, auf und ab, verstecke mich im Klo und kriege einen Weinkrampf. Ich frage nach einem Glas Wasser. Gibt es nicht. Ich soll das aus dem Waschbecken trinken. Das tue ich auch, gefühlt literweise, aber es ist lauwarm und milchig. Angstwasser. Ich frage, was jetzt passieren wird. Der Polizist erklärt mir in gebrochenem Englisch, dass gleich eine Kollegin kommt, die mich durchsuchen wird. Dass das mit dem Protokoll noch lange dauern wird. Dass ich dann auf ein Polizeirevier gefahren werde, wo ich die Nacht verbringen werde. Und dass morgen eine Art Anhörung stattfinden wird. Morgen? Ich werde in einer Zelle schlafen? Das hier wird noch ewig weitergehen? Eben habe ich unterschrieben, dass ich über meine Rechte belehrt wurde, aber als ich nach einem Anwalt frage, wird mir erklärt, dass ich nur einen polnischen anrufen darf. Und sonst niemanden. Ich wähle keine Nummer. Dafür hat der Polizist jetzt Interesse an meinem Handy. Er baut sich vor mir auf, hält mir das Gerät vors Gesicht und sagt, dass ich meinen Code eingeben soll. Ich frage, ob ich das muss. Er antwortet mit sehr ernstem Gesicht: "It would be better for you." Ich entsperre mein Handy – etwas, das ich in Deutschland nie getan hätte – und spätestens jetzt wird mir klar: Ich bin ausgeliefert. Was würde ich jetzt dafür geben, auf einer bayerischen Wache zu sitzen.

Rauchen auf dem Klo

Rauchen darf ich. Jedes Mal wenn ich eine Kippe will, klopfe ich an die Scheibe und er bringt mir eine. Ich soll sie auf dem Klo rauchen, hinter der Saloontür. Die Zigarettenstummel traue ich mich nicht in die Toilettenschüssel zu werfen, keine Ahnung warum. Ich habe einfach permanent Angst, etwas falsch zu machen.

Während ich auf einer der Plastikbänke sitze und panisch im Kopf durchgehe, was sich alles in meinem Handy befindet, ob ich damit irgendjemanden gefährde und was das wieder auf mich schließen lässt, lachen vor der Tür mit dem Nichtknauf-Geistergesicht die Beamten. Für sie ist das Alltag. In meinem Kopf dreht sich die Worst-Case-Spirale: Was, wenn die Geldstrafe wirklich so hoch ist wie angekündigt? Was, wenn ich wirklich in den Knast muss? Was, wenn ich nie wieder nach Polen darf? Nie wieder zum Garbicz?

Bodycheck mit Lara Croft

Die Tür öffnet sich und rein kommt die polnische Lara Croft. Outfit all black, Basecap, Lidstrich, Flechtzopf. Sie führt mich in einen anderen Raum, sagt, dass ich mich ausziehen soll. Sie tastet jedes Kleidungsstück genau ab. Als ich nackt vor ihr stehe, bittet sie mich, mit gespreizten Beinen in die Hocke zu gehen. Sie beugt sich noch ein bisschen tiefer, um auch wirklich alles zu sehen. Einmal von vorne, einmal von hinten. Ich kann mich kaum auf den Füßen halten, so sehr zittere ich.

Danach wieder in die Zelle. Ich nehme meinen Mut zusammen und frage den polnischen Polizisten, ob ich bitte mit dem deutschen Polizisten sprechen darf. Seine Antwort: "He is gone. Now it’s only you and me." Kurz darauf sitzt er wieder auf der anderen Seite der Scheibe. Er hat mein Handy in der Hand, ich glaube, er gleicht es mit dem Computer ab. Ich frage mich, was er gerade über mich sieht und rausbekommt.


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Dass mein ganzer Mindfuck gar nicht so unberechtigt ist, wird mir erst im Nachhinein klar: In der Süddeutschen lese ich Tage später, dass das UN-Menschenrechtskomitee, der Europarat und Menschenrechtsorganisationen seit Jahren versuchen, gegen Folter und Misshandlungen auf polnischen Polizeirevieren vorzugehen. Ich bin heilfroh, dass ich davon in meinen 18 Stunden Aufenthalt noch nichts wusste.

Meine Zellengenossen sind ein paar Motten, die sich immer wieder in der Neonröhre in den Tod zu stürzen versuchen. Immer wieder soll ich Protokolle unterschreiben, die ich nicht verstehe, weil sie auf Polnisch sind. Einmal weigere ich mich, er schüttelt den Kopf und geht wieder. Ich bin ein bisschen stolz, weiß aber nicht, ob das jetzt wirklich klug war.

Das stumme Mädchen

Die Tür geht auf, ein Polizist bringt ein junges Mädchen mit asiatischen Gesichtszügen herein. Ich freue mich, endlich wieder einen menschlichen Menschen zu sehen. Ich versuche, mit ihr zu reden, aber sie sagt kein Wort. Ich weiß nicht, ob sie mich nicht versteht oder ob es eine Taktik für die Polizei ist. Die Beamten kriegen nicht mal ihren Namen aus ihr raus, sind schwer genervt. Wir reden mit Blicken: "Scheiße", "Was passiert hier?" und "Warum waren wir so dumm?". Einmal versucht sie, mit den Fingern Buchstaben nachzuzeichnen, da kommt ein Polizist reingestürmt: "Kann sie doch reden?" "Nein, ich versuche es nur, aber sie versteht kein Wort."

Stunden später. Ich habe kein Zeitgefühl mehr, schrecklichen Durst und seit über 24 Stunden nichts gegessen. Die Tür geht auf, wir sollen auf den Gang treten. Wieder Handschellen, ein Reif für mich, einen für einen stämmigen Polen. Die Asiatin wird an ihren herbeigeführten Freund gekettet, nie war ich eifersüchtiger auf menschliche Nähe. Jetzt geht es zu einer Polizeistation irgendwo in Polen, wo wir schlafen sollen. Wir fahren und fahren, kommen an, werden wieder in eine Zelle geschafft. Keine Ahnung, was als Nächstes passiert. Da kommt ein Beamter mit Latexhandschuhen um die Ecke. Auch Lara Croft ist wieder da, mittlerweile kenne ich das Prozedere – ausziehen, in die Hocke, einmal von vorne, einmal von hinten. Bis heute weiß ich nicht, ob diese zweite Durchsuchung rechtens war.

Keine fünf Minuten später ziehe ich mich wieder an, zwei Männer belehren mich auf Englisch: Meine Zelle wird die ganze Nacht videoüberwacht und das Licht bleibt an. Ich kriege ein Kissen, Wolldecke, Überzug und ein Laken – und auf Nachfrage endlich einen kleinen Becher Wasser. Ich werde durch drei Gitterabsperrungen in meine Zelle geführt. Sie ist klein, zwei Pritschen, ein Betonfenster, penetranter Uringeruch. Ich versuche, mir mein Top über die Augen zu ziehen, um dem grellen Neonlicht zu entkommen. Ich bin so erschöpft, aber in meinem Kopf geht es weiter. Ich liege die Nacht über wach, mein Wärme- und Kälteempfinden spielt verrückt, im einen Moment transpiriert mein ganzer Körper, im nächsten zittere ich überall. Ich will einen Arzt rufen lassen, aber ich trau mich nicht. Wann hört das endlich auf? Und wie geht es aus? Werde ich morgen darüber lachen oder droht wirklich Schlimmes? Das Mädchen wird reingeführt. Irgendwie bin ich froh, auch wenn ich weiß, dass wir kein Wort reden werden. Dann wird es hell vor dem Nicht-Fenster.

Der Schlüssel dreht sich im Schloss, raustreten. Wieder das Auto mit der Knastzelle, wieder in den Knastwarteraum, in dem ich die langen Stunden verbracht habe, immer noch keine Idee, wie lange das hier alles schon geht und noch gehen soll. Aber immerhin passiert etwas. Mir werden Fingerabdrücke genommen und es werden Mugshots geschossen. Ich sage: "Danke." Warum zur Hölle bedanke ich mich? Dann wieder Zelle. Einerseits bin ich guter Hoffnung, dass die Entlassung, die Erlösung nicht mehr weit ist. Andererseits Panik-Karussell: Was haben sie in der Zwischenzeit auf meinem Handy gefunden? Was ist mit dem Röhrchen?

Die Aussage

Ich glaube, ich sitze noch zwei Stunden da. Wieder das schweigende Mädchen. Langsam wird das hier alles vertraut. Dann bring mich ein Polizist ein Stockwerk höher – mal was Neues. Aussage machen! Ich hab mir seit Stunden überlegt, was ich erzählen soll. Lieber nichts, das wird einem ja immer empfohlen. Doch jetzt sitzt erstmals ein Beamter vor mir, der hervorragend Deutsch spricht. Er erklärt mir, was ich die ganze Zeit wissen wollte: Ich war nur so lange festgenommen, weil ich abends erwischt wurde, quasi nach Feierabend. Es sei aber alles nicht so dramatisch. Wenn ich mich schuldig bekenne und eine Erklärung abgebe, segnet der Staatsanwalt das mit einer Geldstrafe von umgerechnet 100 Euro ab. Und das Röhrchen? Wurscht, Inhalt nicht messbar. "Kunststoff-Fläschchen mit weißem Pulver" steht später im Protokoll.


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Ich weine, vor Erleichterung. Er habe ja vollstes Verständnis. Wir seien hier doch in einem zivilisierten Land, sagt er noch. Aha. Ich erkläre, dass ich nicht süchtig bin, dass ich das Zeug auf einem Festival gefunden habe, die 100 Euro ziehen sie gleich von meinem konfiszierten Geld ab. Ich bekomme eine Quittung, ungefragt, 20 Złoty Restgeld und die Sache ist erledigt. Letztendlich musste unser Fahrer, der seinen Pass vergessen hatte, sogar mehr Strafe zahlen als ich. In meinem Geldbeutel, da, wo vorher das vergessene Röhrchen lag, finde ich jetzt mein zerschnittenes "Alles ist gut"-Band.

Der Polizist bringt mich nach draußen, ohne Schubsen, ohne Handschellen. Er sagt nett "Goodbye" und dann stehe ich da. Am Grenzübergang auf der Autobahn, in Sichtweite von Deutschland und im strahlenden Sonnenschein, 13 Uhr. Ich darf nach rechts, nach links, geradeaus – und fliege nach oben. Nie war mir bewusster, was Freiheit bedeutet. Ich lache und ich weine wieder.

Freiheit unterm Blutmond

Auf meinem Handy tausend Nachrichten meiner besorgten Freunde, die sich sofort auf den Weg machen, um mich abzuholen. Ich laufe die Autobahn Richtung Osten entlang, bis sie mich aufgabeln, meiner Freundin direkt in die Arme. Die Endorphine gehen mit mir durch, alles fällt ab. Als wir auf das Festival-Gelände abbiegen, kommt mir die Realität vor wie der unglaublichste Disney-Film. Ich fahre mitten hinein in die größte Freiheit, die man sich vorstellen kann. Nie habe ich das mehr verstanden, nie habe ich das mehr gefühlt. Als es dunkel wird, steigt der Mond blutrot über dem Horizont auf, ich sitze auf einem Floß unter Sternenhimmel. Meine Freundin sagt, dass wir jetzt alle einen Wunsch frei haben. Ich wünsche mir, dass ich dieses Bewusstsein von Freiheit und die Dankbarkeit dafür nie wieder vergessen werde. Dieses Gefühl ist intensiver als jeder Joint, den ich jemals irgendwo auf einem Festival hätte finden können.

Doch bei der Rückfahrt knapp zwei Wochen später werden wir wieder an der Grenze herausgezogen, diesmal vom deutsche Zoll. Obwohl ich mein Gepäck davor mehrmals akribisch durchsucht habe, um ganz sicher zu sein, dass sich keinesfalls irgendwo ein Krümel versteckt, werde ich plötzlich hypernervös, fange bei 35 Grad an zu zittern und habe Angstschweiß auf der Stirn. Unauffälliges Verhalten sieht anders aus, was mich gleich noch nervöser macht. Als ich das Wort "Hunde" aufschnappe, befinde ich mich gefühlt schon wieder in einer Zelle und will am liebsten wegrennen. Erst jetzt wird mir klar, dass die Erfahrung von 18 Stunden Freiheitsberaubung und Ausgeliefertsein wohl doch traumatischer war, als ich mir in den traumhaften letzten 10 Tagen eingestehen wollte. So ruhig und sorglos wie noch vor drei Wochen werde ich nie wieder bleiben, wenn ich einem Polizisten gegenüberstehe.

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