Video: Für dieses üble Foul muss ein Mannheimer Eishockeyspieler vor Gericht

Thomas Larkin checkte einen Gegenspieler so brutal um, dass der seine Karriere beenden musste. Die Aktion könnte ihn hinter Gitter bringen.

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01 Dezember 2018, 4:56am

Daniel Paille blieb nach dem Check minutenlang auf dem Eis liegen | Screenshot: Expressen TV | YouTube

Eigentlich war das Spiel schon entschieden. Im November 2017 lag das Eishockey-Team der Adler Mannheim gegen den schwedischen Club Brynäs IF zurück, es waren nur noch wenige Sekunden auf der Uhr. Das Aus der Adler war quasi besiegelt. In der hitzigen Schlussphase des Achtelfinales der Champions Hockey League sprachen die Schiedsrichter mehrere Spieldauerstrafen gegen die sichtlich frustrierten Mannheimer aus. Eine Aktion überschattete jedoch alles – und hat bis heute ein Nachspiel.

Kurz vor Spielende fuhr der Mannheimer Verteidiger Thomas Larkin seinen Gegenspieler Daniel Paille rücksichtslos über den Haufen. Bei dem sogenannten "Blindside Hit" hatte der Kanadier keine Chance, sich auf den Check einzustellen. Zudem befand sich der Puck nicht mal in der Nähe der beiden Spieler. Ein klares Frustfoul. Paille, der 2011 mit den Boston Bruins den Stanley Cup gewann, wand sich minutenlang unter Schmerzen auf dem Eis und konnte nur mit der Hilfe zweier Betreuer zurück in die Kabine fahren. Von der schweren Gehirnerschütterung hat er sich bis heute nicht erholt. Im August verkündete er sein Karriereende.

Nach dem Spiel entschuldigte sich Larkin für seine Aktion. Er habe niemanden verletzen wollen. Die gegnerische Seite sah das anders: "Das war ein Mordversuch!", beschrieb Stefan Bengtzen, der Sportchef von Brynäs IF, den brutalen Check. Die Champions Hockey League sperrte Larkin für vier Spiele, was viele Fans als zu lasche Strafe ansahen – Mannheim war ja schon aus dem Turnier ausgeschieden. Wie die Nachrichtenagentur Associated Press nun berichtet, könnte der brutale Check aber doch noch ernsthafte Folgen für den Verteidiger haben. Paille klagt Larkin jetzt wegen Körperverletzung vor einem schwedischen Gericht an.

"Das absichtliche Herbeiführen von schweren Verletzungen kann weder erlaubt, noch mit der Idee des Eishockeyspiels vereinbar sein", sagte der Staatsanwalt Joakim Johansson im Gespräch mit der schwedischen Zeitung Aftonbladet. Deswegen habe er sich dem Fall angenommen. Der Prozess soll im Frühjahr 2019 beginnen. Und falls Larkin tatsächlich schuldig gesprochen wird, drohen ihm im schlimmsten Fall bis zu zwei Jahren Haft.

In den letzten Jahrzehnten hat es schon mehrere Fälle gegeben, in denen Eishockeyspieler sich wegen ihres beschämenden Verhaltens auf dem Eis vor einem Strafgericht verantworten mussten. Zu den berüchtigsten Fouls zählt dabei der Stockschlag von NHL-Spieler Marty McSorley gegen den Kopf seines Gegenspielers Donald Brashear im Jahr 2000. Aufgrund der üblen Aktion wurde McSorley nicht nur für den Rest der Saison gesperrt, sondern von einem Richter wegen schwerer Körperverletzung auch zu 18 Monaten Gefängnis auf Bewährung verurteilt. Gesunde Härte im Eishockey in allen Ehren, aber es gibt auch Grenzen. Grenzen, die bei all diesen Aktionen deutlich überschritten wurden.

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