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Das Internet platzt vor menschenverachtetenden Kommentaren zum Suizid in Schmölln

Im Vergleich zu dem, was wir gefunden haben, klingt die Forderung "Spring doch!" wie der Ausspruch eines Ministranten.

"Spring doch!" Ob die Anwohner des thüringischen Schmöllns diese Worte tatsächlich gerufen haben, als am Freitag ein 17-jähriger Junge aus Somalia aus dem fünften Stock einer Flüchtlingsunterkunft in den Tod sprang, ist schwer zu sagen. Zum einen, weil Polizei und Feuerwehr nicht die Berichte von Schmöllns Bürgermeister Sven Schrade bestätigen, der auf einer Pressekonferenz und in einem offiziellen Facebook-Post auf eine solche Möglichkeit hindeutete.

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Und selbst wenn diese Worte gefallen sein sollten, ist der Kontext nicht eindeutig—denn neuste Ermittlungen schließen nicht aus, dass die Bewohner den Ausspruch "Spring doch!" als rettende Aufforderung an den Jungen gemeint haben, in das ausgebreitete Sprungtuch der Feuerwehr zu springen.

Weil also die Zeugenaussagen derart konfus und mehrdeutig sind, wäre es gar nicht mal schlecht, mit Kommentaren zum Vorfall etwas zu haushalten. Klar ist, dass der Suizid an sich ein tragisches Ereignis darstellt, doch was den Rest anbetrifft: Besser vorerst die Luft anhalten.

Leichter gesagt als getan. Im Internet überschlagen sich Hobby-Analysten, Psychologen und Gesellschaftstheoretiker mit ihren Kommentaren zu Schmölln. Sie sind so menschenverachtend, dass sie selbst den Ausruf "Spring doch!" in den Schatten stellen:

Kategorie: Schadenfreude

Kategorie: Merkel ist Schuld

Apropos Analphabet:

Kategorie : Das hochkriminelle Pack hat es nicht besser verdient

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Kategorie: Maximale Menschenverachtung

Kategorie: Wirr & Aluhut