Das große Pegida-Beziehungs-Schaubild!

PEGIDA distanziert sich von LEGIDA, und HoGeSa distanziert sich von beiden—wer soll sich da noch auskennen? Wir haben die Neuen Rechten auf einem Schaubild sortiert.

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23 Januar 2015, 9:46am

PEGIDA mag LEGIDA nicht, LEGIDA mag PEGIDA aber immer noch, und alle zusammen werden sie von HoGeSa gehasst—wer soll sich da noch auskennen? Um das einmal verständlich zu machen, haben wir ein Schaubild erstellt, denn Schaubilder sind die Sturmgeschütze des neuen Journalismus. Deshalb Ring frei für:

1) Anonymous.Kollektiv und PEGIDA: A.K ist zwar die deutsche Anonymous-Seite mit den meisten Likes, trotzdem wird ihr oft abgesprochen, eine echte Anonymous-Seite zu sein. Das liegt vor allem daran, dass es auf der Seite fast nur um bizarre Verschwörungstheorien geht, die fast immer einen rechten Anstrich haben. Die Verschwörungsprofis vom Kollektiv fallen deshalb natürlich auch nicht auf PEGIDA rein—sie verdächtigen die Dresdner Bewegung schon länger, ein vom „System" erfundenes und gesteuertes Ablenkungsmanöver zu sein, damit niemand das echte Problem erkennt: die Amerikanisierung.

2) PEGADA und PEGIDA: Im Grunde dasselbe wie bei 1). PEGADA hängt eng mit dem Anonymous.Kollektiv zusammen und steht für „Patriotische Europäer gegen die Amerikanisierung des Abendlandes". Ihre gemeinsame Veranstaltung heißt EnDgAmE: „Engagierte Demokraten gegen die Amerikanisierung Europas". Right right right!

3) HoGeSa und PEGIDA: Obwohl sie ihre Angst vor dem radikalen Islam und ihre Vorliebe für radikal scheußliche Abkürzungen verbindet, mögen die beiden sich jetzt gar nicht mehr. Das liegt vor allem daran, dass HoGeSa die Vorstellungen von PEGADA übernommen hat und PEGIDA für „Massenpsychologie auf höchstem Niveau" hält.

4) Jürgen Elsässer und PEGIDA: Der Berufs-Verschwörungstheoretiker und die Dresdner Wutbürger verstehen sich sehr gut. Elsässer verteidigt Pegida regelmäßig vehement gegen Unterstellungen wie die der HoGeSa, in Leipzig ist Elsässer sogar als Redner bei der LEGIDA aufgetreten. Man weiß nicht, ob er sich in den Zwist zwischen PEGIDA und LEGIDA einmischen wird. Dumme Frage. Es ist Elsässer, natürlich wird er sich einmischen.

5) PEGIDA und DÜGIDA: Von DÜGIDA haben die Dresdner sich schon sehr früh distanziert. Die waren ihnen immer schon zu wild (vielleicht aber auch einfach zu klein).

6) Die NPD und PEGIDA: Die NPD versteht die Welt nicht mehr. Eigentlich findet sie alles genial, was PEGIDA da auf die Beine gestellt hat, und NPD-Funktionäre sind von Anfang an bei den Abendspaziergängen mitgelaufen. Andererseits durften sie natürlich nie Flagge zeigen, um die neue Bewegung nicht gleich zu enttarnen. So konnten die Nationalen aber auch nie richtig davon profitieren, während ihnen gleichzeitig die Lieblingsthemen (Asylmissbrauch, doofe Ausländer) weggenommen wurden. Man könnte sowohl PEGIDA als auch HoGeSa als Symptom einer Zeit sehen, in der rassistische Heuchler sich immer öfter nach anderen Organisationsformen außerhalb der NPD umsehen.

7) Die AfD und PEGIDA: Die AfD hat PEGIDA von Anfang an verteidigt, und sie verspricht sich sehr viel von dem dumpfen Protestdrang der Pegidisten. Auch von Seiten der PEGIDA-Leute ist man sehr offen gegenüber den Avancen von AfD-Politikern, so dass man damit rechnen muss, dass Pegida-Themen auch lange nach dem Verschwinden der Bewegung noch die Wahlprogramme der AfD im Osten bestimmen werden.

8) PEGIDA und LEGIDA: Die Dresdner Mutter hat sich mittlerweile von der Leipziger Tochter distanziert, weil sie ihr einfach zu aggressiv und „schrill" ist. Angesichts der Ausschreitungen in Leipzig und der zwielichtigen Vergangenheit ihrer Anführer vielleicht kein schlechter Schachzug.

9) Ken Jebsen und PEGIDA: Ken Jebsen war sich erst gar nicht so sicher, was er von PEGIDA halten soll. Dann ging er einmal hin, wurde von den Pegidisten nicht nett behandelt, und seitdem ist er überzeugt, dass sie doofe, von den USA und Israel gelenkte Rassisten sind. Oder so. Es ist manchmal schwer, ihn zu verstehen, weil er so schnell redet, wenn er aufgeregt ist.

Das war's auch schon! Wenn wir irgendjemand vergessen haben sollten, sagt uns in den Kommentaren Bescheid.

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