FYI.

This story is over 5 years old.

News

Obdachlos, traumatisiert und nicht gesellschaftsfähig

Fotograf Stuart Griffiths, der neulich mit unserem Kumpel Andy Capper die Fallschirmspringer besucht hat, deren Mitglied er einst war, hat über mehrere Jahre eine Dokumentation über die erlittenen Kriegsfolgen britischer...
3.7.10

Fotograf Stuart Griffiths, der neulich mit unserem Kumpel Andy Capper die Fallschirmspringer besucht hat, deren Mitglied er einst war, hat über mehrere Jahre eine Dokumentation über die erlittenen Kriegsfolgen britischer Kriegsveteranen gedreht. Isolation, eine Doku, berichtet über mehrere hundert Veteranen, die traumatisiert, verwundet oder plötzlich obdachlos aus dem Krieg nach Hause gekommen sind. Ich habe ihn angerufen.

Vice: Hallo Stuart, du bist jetzt groß im Filmgeschäft, hm?

Anzeige

Stuart: Yeah. Ich kann dir ein paar Sushi Bars in den Beverly Hills empfehlen, wenn du magst.

Erzähl mir lieber von deinem neuen Projekt Isolation.

Der Film handelt von meinen Fotografien britischer Kriegsveteranen. Es ist eine Kombination all dieses Materials, das mit Ex-Forces zu tun hat: Obdachlosigkeit, soziale Ausgeschlossenheit, schwere Verwundungen. Luke Seomore und Joseph Bull haben mich vor ein paar Jahren erreicht, sie hatten ein paar Artikel in Magazinen gesehen und wir so kamen wir zusammen. Wir haben mit ein paar Audioaufnahmen begonnen. Ich glaube der ursprüngliche Plan war mal an einem Drama zu arbeiten, das auf dem Leben der Veteranen basiert. Aber das hat sich geändert, weil sie mit mir arbeiten wollten, was großartig war.

Ist das also dein ganz eigenes Projekt oder eine Kollaboration?

Es war eine Art organische Zusammenarbeit zwischen den Regisseuren und mir. Leute haben mich in der Vergangenheit in Bezug auf meine Arbeit und den Menschen kontaktiert und ich war immer sehr abgeneigt,  ihnen Informationen oder Telefonnummern zu geben. Das sind einfach sehr angreifbare Menschen. Aber Luke und Joey waren die ersten Leute, die wirklich mit mir zusammenarbeiten wollten und nicht nur die Kontakte haben wollten. Ich habe das sehr begrüßt. Sie wollten auch die Fotografien verwenden, es war ein sehr guter Antrieb für meine Arbeit als Fotograf.

Der Film ist also ein Mix aus neuem Material, Interviews und deinen alten Arbeiten-eine Art Begleiterscheinung zu deinen früheren Projekten?

Anzeige

Yeah. Und es fühlt sie auch an, als ob meine Arbeit darin gut aufgehoben wäre. Eine Menge Leute fragen  mich, ob es ein weiterführendes Projekt ist und ich würde sagen "ja, das ist es". Aber im Moment hat es durch den Film einen sehr hohen Status erlangt, es ist alles zusammengeführt worden, ein Erleben der verschiedenen Themen, ohne dabei die politische Thematik zu sehr zu beanspruchen.

Es ist unglaublich, dass sich ein Viertel der Rückkehrer in der Heimat obdachlos wiedergefunden haben. Mal angenommen du warst einer von ihnen: warum glaubst du passiert so etwas?

Es ist ziemlich simpel. In der Armee wirst du zum Vagabunden ausgebildet, du lebst aus deinem Rucksack, bewegst dich von einem Ort zum anderen. Wieder auf die Straßen der Gesellschaft zu gelangen gestaltet sich problematisch, du musst plötzlich Steuern zahlen, einen Unterschlupf finden und das ist nicht einfach.  Es geht auch nicht nur um Obdachlosigkeit.

Ist das ein speziell in Großbritannien verbreitetes Phänomen?

Nein, die Amerikaner haben ähnliche Probleme. Ich wollte nach Virginia, weil ich gehört hatte, dass dort mehrere Veteranen in einem Wald in einem Camp leben. Aber es war mir zu teuer, dort hin zu fahren. Aber, ja, dort ist es genau so. Es passiert sehr schnell. Eine Menge der Leute, die ich kennengelernt habe, arbeiten jetzt im Securitysektor-das ist der einzige Job für den sie einigermaßen ausgebildet sind. Manche sind glücklich genug einen neuen Beruf zu lernen. Das ist auch was ich getan habe, ich hatte sehr viel Glück zur Fotografie zu gelangen. Ich war Teil dieser 25%, die einen Neueinstieg geschafft hatten.

Wie viele der Filmcharaktere würde ein Fan deiner Arbeiten wiedererkennen?

Mit Jamie Cooper und Simon Brown hatte ich bereits zuvor zusammengearbeitet.  Die Ganzen anderen Jungs waren mir neu. Da waren Typen, die gar nicht so genau wussten, was wir mit ihnen machen, dann aber sehr glücklich waren, dass sie dabei sein konnten als wir es ihnen erklärten.

Die Martin Compton Sache habe ich so ziemlich nebenbei gemacht. Er war mit anderen rüber in die USA zum Veteranentag gefahren. Ich hatte ein paar Aufträge von Zeitungen, also hätte ich  auch rüber fliegen können und das Ganze mit ihm zusammen erleben. Aber es war auch eine Story, die mich persönlich bewegte; ein britischer Veteran, der rüber in die Staaten fliegt. Als ich mit all den Fotos zurückkam, fragten mich Luke und Joey, ob sie eine meiner Fotostrecken in ihrem Film verwenden könnten und ich sagte ja. Es hat wirklich gut in den Film gepasst, es hat auch mal den Blick auf Afghanistan erweitert. Es war großartig solch einen Schub, wie diesen Film, für die Arbeit zu bekommen.

Hier erfahrt ihr mehr über den Film.