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Popkultur

Die VICE Reports: Episode 21

Wir treffen Männer, die sich zur Puppe machen, Bangladescher, die ihre Organe an US-Amerikaner verkaufen, und einige der geschätzt 400.000 Menschen, die gezwungen sind, sich bei uns illegal legale Arbeit zu besorgen.

von VICE Staff
19 Januar 2016, 5:00am

Im ersten Teil: Männer, die sich zur Puppe machen: Man könnte sagen, ein Trend geht um, wäre Female Masking nicht mehr als das. Was Ende der 1980er Jahre mit einem Engländer begann, der eigentlich für Batman-Verfilmungen Masken gebaut hatte, hat sich vor allem in Deutschland, England und den USA zu einer internationalen Szene entwickelt. Besonders in den einschlägigen Internetforen tauschen sich Zehntausende Männer, die sich selbst als Living Dolls bezeichnen, mit Fotos und Videos leidenschaftlich zu Gesichtsmasken, Silikonanzügen, Brustprothesen, Pneumatik-Hosen, Windelsystemen und dem nicht ganz alltäglichen Alltag als Puppe aus.

Filippa von Stackelberg wollte die Männer kennenlernen, die regelmäßig die Maske anlegen. Sie trifft einen Familienvater, der zum ersten Mal überhaupt als Puppe in die Öffentlichkeit treten will, und besucht in den Niederlanden mit Kim Netto einen der Initiatoren der Female-Masking-Szene in Europa und die wohl bekannteste Living Doll der Welt. Ein Film über Menschen, für die es um mehr als die Lust am Verkleiden geht.

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Im zweiten Teil: Mehr als Hunderttausend Menschen warten allein in den USA auf eine Spenderniere, und die Sterblichkeitsrate bei denen, die auf der Warteliste stehen, ist hoch. Für jene, die sich aus Verzweiflung auf dem Schwarzmarkt nach einem neuen Organ umsehen, kann ein Trip in die Slums von Bangladesch die Reise mehr als Wert sein. Vikram Gandhi ist nach Dhaka gefahren, um herauszufinden, wie einfach es am Ende sein kann, Organe von den Lebenden zu nehmen, und trifft in einem der sogenannten Nierendörfer auf Vermittler, Käufer und Verkäufer. Auf Menschen, die in ihrer Verzweiflung keinen anderen Weg fürs eigenen Überleben sehen, als ihre Organe herzugeben.

Im dritten Teil: Hunderttausende Flüchtlinge hoffen derzeit, dass sie in Deutschland bleiben und arbeiten dürfen. Gleichzeitig sind nach Schätzungen des gemeinnützigen Recherchezentrums Correctiv.org bereits rund 400.000 Menschen ohne dauerhaften Aufenthaltstitel oder ganz ohne Papiere Teil unserer Gesellschaft: abgetaucht, unsichtbar. CORRECTIV-Reporter Benedict Wermter hat sie gesucht und in der Dortmunder Nordstadt Menschen gefunden, denen die Realität deutscher Asylgesetze oft keine andere Wahl lässt, als sich das Existenzminimum auf illegale Weise zu sichern—ob als Kleinkriminelle oder aber mit einem legalen Job, den sie sich illegal besorgen konnten. Denn auch das ist eine unsichtbare Dimension der Flüchtlingspolitik, deren Kriminalität die Recherche offenlegt: Dass Menschen mit Pass ihre Identität gegen Gebühr an Menschen ohne Pass verleihen.

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Benedict Wermter hat mit dem Soziologen Aladin El-Mafaalani über die psychische Belastung gesprochen, mit denen die Unsichtbaren zu kämpfen haben, mit der Dortmunder Polizei über Identitätenhandel und Drogendealer im Park diskutiert und den schwierigen Alltag einer Gruppe westafrikanischer Flüchtlinge miterlebt, die wir aus guten Gründen nicht abschieben, denen wir aus schlechten aber das Überleben schwer machen.

Die Unsichtbaren ist eine Zusammenarbeit von VICE und CORRECTIV.