In the jungle, the mighty jungle

FYI.

This story is over 5 years old.

In the jungle, the mighty jungle

Ein Wochenende im Kaleidoskop.
25.7.13

Kiekebusch, Berlin. Der Taxifahrer kannte zwar das Dorf mit den etwas über 200 Nasen, bei der Frage nach einem Festival warf er uns aber nur den Blick zu, bei dem die linke Augenbraue rauf- und die Mundwinkel runtergehen. In diesem Sinne auch nicht verwunderlich, da es sich um die erste Ausgabe des Feel Festivals handelte und es bestimmt nicht die einzige Freiluft Veranstaltung an jenem Wochenende in Berlin war.

Kleiner Zeitsprung: Gegen den frühen Freitagabend war unser Gute-Laune-Trupp endlich komplett, und von der Achselhaar-freudigen Suppenverkäuferin bis zur idyllischen „Hangbühne“ am Strand, die etwas von Colonel Kurtzs Lager am Nung-River hatte, war jede Ecke des überschaubaren Festivalgeländes erforscht.  Bis zu diesem Zeitpunkt musste jeder von schon ca. 582 Mal die Schuhe von Sand befreien, kleinen Fröschen ausweichen und Mücken zerklatschen. Für jemanden, der Festivals mit grossen Metallgerüsten, überdimensionalen Festzelten und Kirmes-ähnlichen Zuständen verbindet, war es ein Naturerlebnis sondergleichen. Und wo Natur ist, sind auch dessen Freunde anzutreffen. So war die ungepflegte Suppenlady nicht die einzige auf dem Gelände, die es mit der Naturverbundenheit für meinen Geschmack etwas zu ernst meinte.

Die zwei Bühnen, die für uns am Festival von grösster Bedeutung waren, hiessen Kreml und Iglu, wo sich später noch die besten, tragikomischsten und lächerlichsten Szenen abspielen sollten. Das Iglu war tatsächlich ein Plastik-Iglu, der Kreml hatte aber glücklicherweise nichts mit Russendisco zu tun. Acts wie Skinnerbox, Dream Koala, oder Manuelle Musik sorgten bei dieser Stage für beste Stimmung und waren zweifelsfrei die musikalischen Highlights des Festivals - mal abgesehen von unserer spontan gegründeten Ein-Song-Acapella-Band (weiterhin „ESA-Band“ geschrieben).

Das Feel Festival hatte auch einen Backstage, dessen Stimmung durchaus eine Erwähnung verdient. Das wird aber daran gelegen haben, dass hauptsächlich reguläre Festivalbesucher zur sich darin befindenden Jägermeister Bar mit Gratisausschank gefunden haben und es sich sowieso, wie im Schengen-Raum üblich, sehr einfach ein- und ausgehen liess. Zwischen den Bachstelzen-Hippies und Menschen, die gebleichte Haare mit pinken Spitzen und weisse Sonnenbrillen von zufälligen Zigaretten-Promotionen tragen, traf man dort genauso wie  durchaus bekannte Szenen-Gesichter, die sich ansonsten eher zu schade sind, sich an einer Jägermeister Bar blicken zu lassen - oder erst gar mit unserer tollen ESA-Band mitzujohlen. Ein weiterer Punkt, den ich unter „sympathisch unprofessioneller Festivalcharakter“ ablegen möchte.

Am Sonntag Nachmittag war dann für die meisten von uns Normalsterblichen Schluss. Mit Sand in allen Ritzen und Spalten knirschten wir ein letztes Mal an der Hangbühne vorbei, wo noch Acts wie Rampue auftreten sollten, und stiegen, wie man es von verwöhnten Schweizern nicht anders verlangen kann, ins nächste Taxi Richtung Berlin Friedrichshain.

Feel Festival - unseren Segen hast du, aber die Kacke gehört das nächste Mal bitte INS Klo!

An die richtige Stelle scheissen kannst du dieses Wochenende hier:

Donnerstag:

Grundsätzlich ist jetzt eine Weile Rundfunk. fm, wir werden nicht müde werden darauf hinzuweisen.

Heute beginnt das Motion Open Air ziemlich in der Pampa, aber da solltest du hingehen.

Zudem fängt die Jan Vorisek Ausstellung  im New jerseyy in Basel  an.

Freitag:

Erst Blockparty von den Diggnsnacks u.v.a.

Danach ist Marcel Fengler im Hive

Samstag:

Gehen wir gratis Go Kart fahren mit Abarth, zu trinken gibt’s auch.

Danach die Myanh Kollektion anschauen. Dann Electro Swing  in der Ambossrampe.