Neue Studie schätzt Marihuana als „ungefährlich“ ein

Alkohol am gefährlichsten, Cannabis Schlusslicht der Rangliste—diese Erkenntnisse könnten die Legalisierungsdiskussion deutlich vorantreiben.

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Feb. 24 2015, 10:10am

Alejandro Forero Cuervo | Flickr | CC BY 2.0

In Diskussionen über das Für und Wider der Cannabis-Legalisierung wird gerne die Tatsache angeführt, dass zwei der gefährlichsten Suchtmittel überhaupt (zumindest für Volljährige) frei verkäuflich ist: Alkohol und Tabak. Wie die Technikseite The Verge berichtet, stützt eine neue Studie genau diese Argumentation und stellt eine Art Rangliste der riskantesten Drogen auf. Basis der Veröffentlichung von Scientific Reports war die jeweilige Unterschied zwischen „typischer" und „tödlicher" Dosis. Je geringer diese Differenz, als umso potentiell gefährlicher wurde das jeweilige Suchtmittel eingestuft. Die Zahlen zum Durchschnittskonsum der jeweiligen Substanz gründen sich auf genormte Umfrage-Ergebnisse.

Deutlich auf dem ersten Platz landete das deutsche Lieblingsrauschmittel Alkohol—gefolgt von Heroin, Tabak, Ecstasy und Metamphetaminen. Marihuana landete mit deutlichem Abstand auf dem letzten Platz. Wichtig zu beachten, ist allerdings, dass es bei der Untersuchung nur um die tendenzielle „Tödlichkeit" der Substanz an sich ging. Nebenfaktoren des illegalen Drogenkonsums wie beispielsweise dreckige Nadeln oder gefährliche Streckmittel wurden nicht berücksichtigt.

Überaus interessant: Während das Sterberisiko bei den anderen Drogen als „hoch" oder "durchschnittlich" eingeschätzt wurde, ist Marihuana das einzige untersuchte Mittel, dessen Gefahrenwert als „niedrig" angesetzt ist.

Deswegen sprechen sich die Verantwortlichen in der Veröffentlichung auch explizit für die Legalisierung von Gras und eine deutlichere Regulierung des Alkohol- und Tabak-Konsums aus.

Ob das jetzt bedeutet, dass Kiffer einfach deutlich weniger konsumieren als begeisterte Alkoholtrinker oder Kettenraucher, weil sich der gewünschte Effekt schneller einstellt, oder Cannabis als Stoff selbst als größtenteils ungefährlich eingeschätzt werden kann, kann anhand der Untersuchungsweise der Studie nicht zweifelsfrei festgestellt werden. Grundlegend dürften diese Ergebnisse den Leuten da draußen, die bei der Legalisierungsdiskussion den Untergang des Abendlandes vermuten, aber etwas Wind aus den Segeln nehmen.

Sämtliche Ergebnisse der Drogen-Analyse findet ihr hier.

Titelfoto: Alejandro Forero Cuervo | Flickr | CC BY 2.0

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