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Hangover-News

Die NPD ist zu dumm zum Bahnfahren, Richard von Weizsäcker stirbt und aus ehemaligen Konzentrationslagern sollen Asylbewerberheime werden.
2.2.15
Foto: Org. Netzroot | Flickr | CC BY 2.0

Wir waren auf dem Akademikerball und bei den Gegendemonstrationen

Foto von Jonas Herbst.

In Österreich war am Wochenende das wichtigste Thema der Akademikerball. Die Demonstrationen gegen den Ball verliefen großteils friedlich, 56 Personen wurden festgenommen, 150 angezeigt, 6 Polizisten und 5 Demonstranten verletzt. Wir waren bei den Demonstrationen dabei, als Ballbesucher in einem Taxi feststeckten, haben die Offensive gegen Rechts und den Schwarzen Block begleitet. Und außerdem waren wir auf dem Ball. Alles davon haben wir gefilmt, fotografiert oder aufgeschrieben—und zwar hier.

Fremde Richter? Ok, aber welche?

Foto: TPCOM | Flickr | CC BY 2.0

In Streitfällen zwischen der Schweiz und der EU im Rahmen eines institutionellen Abkommens war bisher klar, dass der europäische Gerichtshof (EuGH) zuständig ist. Also seit der Bundesrat am 13.12. 2013 ein entsprechendes Mandat verabschiedet hat, war dieses Prozedere normal. Nun hat, wie die Schweiz am Sonntag berichtet, die Schweizer Energieministerin Doris Leuthard eine spektakuläre Wende in diese installierten Prozeduren gebracht. Sie war am Donnerstag in Brüssel, um das blockierte Stromabkommen mit ihrem EU-äquivalent Mario Cañete zu diskutieren. Dabei fiel den beiden eine Lösung auf, die den EFTA Gerichtshof als neue Schlichtungsinstanz in Streitfällen EU-Schweiz ins Rennen bringen würde. Von einer Schweizer Lösung nach „Norwegischem Model" ist gar die Rede. Diese Neu-Strukturierung lässt die Schweiz am Sonntag einen schwelenden Machtkampf zwischen Energie- und Aussenministerium vermuten, der aber zumindest von letzterem verneint wird.

NPD zu blöd, um Zug zu fahren—Demo fällt aus!

Foto: Org. Netzroot | Flickr | CC BY 2.0

Am Samstag rechnete Freiburg mit allem. Polizei und Notärzte waren gerüstet, die linke Szene rief zur Gegendemo auf. Der Grund: NPD-Anhänger wollten Flagge zeigen und zum Protest auffahren, weil einem Parteimitglied der Beamtenstatus verwehrt worden war. Freiburg rechnete also mit allem, nur nicht damit, das alle Anhänger in Karlsruhe den falschen Zug nehmen würden und im Kollektiv nach Mannheim fahren. In ihren eigentlichen Zug durften sie nicht einsteigen, weil er voll mit Frankfurter Ultras war, die zum Bundesligaspiel Freiburg - Frankfurt wollten. Die Polizei forderte die Demonstranten auf, den nächsten Zug zu nehmen. Damit war natürlich der nächste Zug nach Freiburg gemeint. Stattdessen nahmen die Rechtsradikalen den Hinweis wortwörtlich und stiegen in den nächsten Zug, der direkt am Gleis einfuhr—Richtung Mannheim.

Richard von Weizsäcker ist gestorben

Der „Präsident der Einheit" und einer der angesehensten Politiker Deutschlands ist am Samstag im Alter von 94 Jahren im Kreise seiner Familie gestorben. Unsterblichkeit erlangte er spätestens mit seiner Rede am 8. Mai 1985 während der Feierstunde im Bundestag zum Ende des 2. Weltkrieges.

Private Rettungsaktion endet mit der Enthauptung eines TV-Journalisten

Kenji Goto war TV-Journalist, hatte kaum Vertrauen in das Verhandlungsgeschick seiner Regierung und begab sich selbst nach Syrien, um seinen Freund Haruna Yukawa zu retten. Jetzt sind beide von der Terrormiliz IS hingerichtet worden. Yukawa galt nach dem Tod seiner Frau als geistig verwirrt: Er hielt sich für die Reinkarnation einer mandschurischen Prinzessin, kastrierte sich während eines Suizid-Versuches und fuhr als selbsternannter Privatsoldat in den Nahen Osten. Dort geriet er in die Fänge des IS, der ihn für einen Spion hielt. Die anschließende Rettungsaktion misslang. Nach Yukawas Ermordung ist am Samstag ein Video aufgetaucht, in dem die Enthauptung Gotos zu sehen ist. Die Echtheit der Aufnahmen ist mittlerweile bestätigt.

In Madrid gehen Tausende gegen Merkel und die EU-Sparpolitik auf die Straßen

Der Geist Griechenlands belebt die Massen in Südeuropa. Am Samstag rief in Spanien das linke Bündnis Podemos zum „Marsch der Veränderung" und es kamen über 100.000 Menschen. Noch vergangene Woche unterstütze der Parteivorsitzende Pablo Iglesias den Wahlkampf von Syriza, nun wird ein ähnlicher Ruck von der spanischen Bevölkerung erhofft. In den Umfragen zu der Parlamentswahl liegt Podemos bereits vorn.

KZ wird zum Asylbewerberheim

Foto: Phan P. | Flickr | CC BY 2.0

Die „Halle 116" war in Augsburg ein Außenlager des KZs Dachau. Nun sollen 90 Asylbewerber dort beherbergt werden. Im Stadtrat ist das bereits seit Dienstag beschlossene Sache, doch seit dem Wochenende kommen immer mehr Stimmen zu Wort, die gegen einen solchen Beschluss sind. „Das ist ein völlig indiskutabler Vorgang, das Ende der dringend notwendigen Erinnerungskultur", so etwa Charlotte Knoblauch, die ehemalige Vorsitzende des Zentralrats der Juden. Das Thema scheidet die Gemüter.

die — saskia jungnikl (@sjungnikl)1. Februar 2015

Auf krone.at waren mehrere Kommentare zu finden, die unter anderem die Vergasung von Flüchtlingen forderten. Das Forum wurde daher nun deaktiviert. Augsburg wäre nicht allen mit einem solchen Projekt: Auch in Schwerte – einer ehemaligen Außenstelle des KZs Buchenwald—wird Ähnliches geplant.