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Werner Wassicek: Eine echte Frau benötigt weder einen Bart noch einen Penis; sie braucht auch keine Quotenregelungen oder das Binnen-I. Eine echte und starke Frau präsentiert sich auf Grund ihres Könnens, ihrer Stärke und ihres Selbstbewusstseins.Dürfen echte Frauen auch anders aussehen als in eurem Beispiel?
Selbstverständlich. Leider hat der Platz auf dem Flyer nicht ausgereicht, damit wir alle Frauentypen präsentieren.Ihr sagt, Frauen haben keinen Bart und keinen Penis. Worin seht ihr das Problem, wenn sie doch eins von beidem haben sollten?
Zum Problem wird es dann, wenn das die einzigen Faktoren sind, welche die Frau in den Vordergrund stellen. Ob Conchita Wurst als Tom Neuwirth auch gewonnen hätte?
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Nein. Die Botschaft richtet sich gegen den Genderwahn, gegen das in den Vordergrund stellen von absurden Entwicklungen und auch gegen das Life-Ball-Plakat. Es ist schon ein gerichteter Seitenhieb gegen all jene, die immer von Toleranz sprechen, aber selbst intolerant sind, wenn es um die Normalität und Meinungsfreiheit geht.Sind ein ESC-Sieg von Conchita Wurst und ein Life Ball-Plakat mit einem Penis wirklich schon eine beängstigende gesamtgesellschaftliche „Entwicklung“?
Es ist ja nicht nur der ESC-Sieg oder das Life Ball-Plakat. Es geht auch nicht um offen oder verschlossen oder tolerant oder intolerant.Besteht wirklich die Gefahr, dass Österreich durch diese beiden Ereignisse zu offen geworden ist?
Es handelt sich um absurde Entwicklungen, die wir mit dieser Kampagne aufzeigen wollen. Die Interpretation der Bundeshymne durch Andreas Gabalier zeigt, wie radikal die heutigen Feministinnen sind.Ihr seid gegen Binnen-I und eine Frauenquote, weil diese nicht zur kompletten Gleichstellung führen. Aber schaden diese Dinge umgekehrt irgendjemandem?
Ich kenne keine Frau, die auf Grund der Quote oder des Binnen-I tatsächlich gleichbehandelt ist. Ich rede nicht von dieser scheinheiligen Gleichbehandlung (singen wir doch Töchter in der Bundeshymne), sondern davon, dass Männer noch immer mehr Geld verdienen, dass Frauen mit einem niedrigen Karenzgeld abgespeist werden—das sind die Probleme unserer Zeit. Das löst aber kein Binnen-I und keine Quote. Oder möchtest du von einer Quotenfrau operiert werden, die nicht auf Grund ihrer Leistung, sondern wegen der Quote im OP steht? Ich nicht.
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Wir haben keine Frauen-Quote zu erfüllen. Bei uns entscheiden schlussendlich die Leistung und die Leistungsbereitschaft.Wovor genau schützt ihr die Jugend? Habt ihr Angst, dass Bärte und Penisse ansteckend sind?
Nein, es geht nicht um eine fiktive Ansteckungsgefahr. Es geht darum, dass wir unserer Jugend klar machen, dass es auch ein anderes Weltbild gibt. Man muss nicht immer alles gutheißen, was in den Medien präsentiert wird. Man kann auch gegen den Strom schwimmen und muss nicht immer jede neue Entwicklung mit offenen Armen empfangen.Du sagst, das Binnen-I stellt keine Gleichstellung dar. Wird Gleichstellung eher erreicht, wenn man das Binnen-I wieder abschafft?
Wir sind eine Vorfeldorganisation und kümmern uns um die Anliegen und Probleme der Jugendlichen. Unsere Aufgabe ist es nicht, dass wir das Binnen-I abschaffen, sondern unsere Aufgabe ist es zum Nachdenken anzuregen.Haben auch Frauen an der Entwicklung der Kampagne mitgearbeitet?
Ja. 2 Männer und 2 Frauen haben die Kampagne geplant und bearbeitet. Es wäre auch total irrsinnig eine Kampagne über Frauen zu starten, wenn selbst keine Frau mitgewirkt hätte.In der Kampagnen-Beschreibung auf der RFJ-Seite findet sich der Satz „Das Motto ‚Lass dich nicht vergendern’ richtet sich ganz klar für die heutigen Mädchen und Frauen.“ Was genau heißt „Vergenderung“? Wozu führt sie? Und warum ist dieser Satz nicht in grammatikalisch richtigem Deutsch formuliert?
Wir spielen hier mit der Sprache. Hin und wieder muss man auch zwischen den Zeilen lesen.Auf die Frage „Was genau tut der RFJ Burgenland für die Gleichstellung von Frauen?“ gab es, auch auf meine explizite Nachfrage, bisher keine Antwort—sollte noch eine folgen, werden wir sie nachträglich hier einbauen.Markus auf Twitter: @wurstzombie
